Baustellen-Ärger in Theenhausen: In der nächsten Woche kommt eine Schranke mit Kamera

Ortsdurchfahrt Theenhausen: Der Frust bei den Anwohnern und Autofahrern wächst. Häufig bekommen die Sicherheitsmitarbeiter diesen zu spüren. Jetzt greift der Kreis zu drastischen Maßnahmen

Anja Hanneforth

Er darf passieren: Der Bürgerbus, wie überhaupt alle Busse sowie die Baustellenfahrzeuge, haben durch die Baustelle an der Theenhausener Straße freie Fahrt. Für sie, ebenso wie für Radfahrer, räumt der Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes die Baken an die Seite. Ab Montag sollen hier Schranken aufgestellt werden. - © Anja Hanneforth
Er darf passieren: Der Bürgerbus, wie überhaupt alle Busse sowie die Baustellenfahrzeuge, haben durch die Baustelle an der Theenhausener Straße freie Fahrt. Für sie, ebenso wie für Radfahrer, räumt der Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes die Baken an die Seite. Ab Montag sollen hier Schranken aufgestellt werden. (© Anja Hanneforth)

Werther-Theenhausen. Die Beschwerden an sich wären nicht so schlimm. Alle, die sie in Werthers Rathaus und der Gütersloher Kreisverwaltung abbekommen, haben sogar Verständnis für den Unmut der Autofahrer. Doch die Art, wie viele Bürger ihren Frust loswerden, lässt sich nur schwer tolerieren. Es wird geschimpft, gelärmt, beleidigt, sowohl per Telefon als auch per Mail. Am ärgsten trifft es die Männer vom Sicherheitsdienst, die seit Beginn der Bauarbeiten an vorderster Front auf der Baustelle versuchen, die Autofahrer an der Durchfahrt zu hindern. „Viele werden ausfallend. Schön ist das nicht", kommentiert einer der Wachleute gegenüber dem Haller Kreisblatt.

Der Frust der Anlieger über Theenhausens Großbaustelle hat zwei Gründe: Erstens die langen Umwege, die sie fahren müssen, um nach Hause zu gelangen. Zweitens die lange Bauzeit von mindestens eineinhalb Jahren. Doch die Straße nur einseitig zu sperren, wäre nach Aussage des Kreises nicht in Frage gekommen. Sprecher Jan Focken erläutert, warum:

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Deshalb kommt eine halbseitige Sperrung nicht in Frage

„Für halbseitige Sperrungen werden Straßenbreiten von 8,50 Metern benötigt." Die seien in Theenhausen aber nicht annähernd vorhanden. Darüber hinaus würde die Stadt die Abwasserkanäle neu verlegen lassen, und die verliefen teilweise mittig unter der Fahrbahn. Hinzu käme, dass der Schwenkbereich der Bagger jede halbseitige Sperrung verhindere.

Die Option, erst die Ortsdurchfahrt zu sanieren und dann erst die Einfahrt in die Voßheide zu unterbinden, kam ebenfalls nicht in Frage: „Bei Kanalarbeiten gibt es das grundsätzliche bautechnische Erfordernis, an der tiefsten Stelle anzufangen und zum höchsten Punkt – gegen das Gefälle – anzuarbeiten", erläutert Focken.

Sicherheitsdienst hält die Autofahrer auf

Und so ist Theenhausen ab sofort nur noch von Norden oder den Umweg über Barnhausen zu erreichen. Seit wenigen Tagen sind in Höhe der Bushaltestelle Holz Baken aufgestellt, neben denen sich ein Wachmann postiert hat. Für Busse, Baustellenfahrzeuge und die direkten Anlieger räumt er die Absperrgitter zur Seite, alle anderen schickt er zurück. Auf Diskussionen lässt er sich nicht ein. Auch wenn dies heißt, dass er sich dafür nicht selten anschimpfen lassen muss. Doch auch Überredungsversuche stoßen bei ihm auf taube Ohren, denn seine Aufgabe ist, die Autos fern zu halten und damit die Sicherheit der Baustellenmitarbeiter zu gewährleisten.

Da jüngst in der Zeit, da der Wachmann nicht vor Ort war, die Baken von einem Autofahrer einfach zur Seite geschoben wurden, soll voraussichtlich ab nächster Woche eine Schranke die Straße endgültig blockieren. Wo genau, muss noch mit der Stadt Werther abgestimmt werden. Und auch, ob Bus- und Baustellenfahrer sie mit Hilfe von Sendern oder Fernbedienungen selbst werden öffnen können.

Kosten für Baustellensicherung schon jetzt im niedrigen vierstelligen Bereich

Käme eine Schranke, käme auf jeden Fall auch eine Kamera. Weil sonst vermutlich passieren würde, was der Kreis schon von einer Baustelle aus Verl kennt: Da war ein Schrankenbaum in aller Ruhe abgebrochen worden, um sich den Weg frei zu machen – allerdings vor laufender Kamera, was nun für den Autofahrer ein Strafverfahren wegen Sachbeschädigung nach sich zieht. Focken: „Der Standort der Kamera wird im gesperrten Bereich liegen. Sobald sich jemand unberechtigt Zutritt verschafft, muss er damit rechnen, gefilmt zu werden." Selbstverständlich erfolgten Hinweise auf die Filmaufnahmen.

Doch auch wenn die Schranke installiert ist: Der Sicherheitsdienst bliebe zunächst vor Ort. „Wenn nötig, bis zur Fertigstellung der Baumaßnahme", kündigt Focken an.

Das Ganze hat seinen Preis: Schon jetzt hat der Kreis eine niedrige vierstellige Summe dafür ausgegeben, dass ein Sicherheitsdienst seiner Arbeit nachkommt – nämlich für die Sicherheit auf der Baustelle in Theenhausen zu sorgen.

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