Politiker kritisieren hohe Kosten für Werthers Klimawandelkonzept

Die Stadt lässt ein Strategiepapier erstellen. Es soll 80.000 Euro kosten, was einige Lokalpolitiker für zu teuer halten.

Anja Hanneforth

Das Konzept betrifft die Bereiche Gesundheit, Landwirtschaft, biologische Vielfalt und Hochwasserschutz. - © CCO Pixabay
Das Konzept betrifft die Bereiche Gesundheit, Landwirtschaft, biologische Vielfalt und Hochwasserschutz. (© CCO Pixabay)

Werther. „Ich habe große Zweifel daran, dass eine kleine Stadt wie Werther ein solches Konzept aufstellen sollte." UWG-Ratsherr Uwe Gehring machte keinen Hehl daraus, dass er dem Konzept »Anpassung an den Klimawandel« skeptisch gegenüber steht. Bei Kosten von 80.000 Euro könne er nur hoffen, dass es auch zu entsprechenden Ergebnissen führen wird, sagte er.

Wie berichtet hatte sich bereits Mitte Mai die große Mehrheit des Klimaschutzausschusses zugunsten eines solchen Konzepts ausgesprochen. Die Mitglieder des Rates schlossen sich am Mittwoch an. Es stimmten allerdings auch fünf Politiker dagegen, zwei enthielten sich.

In dem Konzept soll es nicht darum gehen, wie Werther dem Klimawandel entgegentreten kann, sondern darum, wie sich seine Folgen abfedern lassen. Das betrifft gleichermaßen die Bereiche Gesundheit, Landwirtschaft, biologische Vielfalt und Hochwasserschutz. Dabei sind ganz praktische Beispiel gemeint. Etwa der Umgang mit Hitze und Hochwasser, Verwendung anderer Sorten in der Landwirtschaft, Schaffung von Rückzugsräumen für die Natur.

"Es geht darum, wie wir die Welt retten"

Wie Bürgermeisterin Marion Weike berichtete, sei die Bewilligung des Fördergebers inzwischen eingetroffen. Der Projektträger Jülich übernehme 40.000 Euro, die andere Hälfte zahle die Stadt.

Uwe Gehring war nicht der einzige Kritiker. Auch Birgit Ernst (CDU) hielt den Aufwand für überdimensioniert. „Für das Geld könnte man mehr für den Klimaschutz tun, als ein Konzept Erkenntnisse bringen wird", war sie sich sicher.

Anders die Auffassung Jan-Holm Sussiecks (FDP): „In dem Konzept geht es nicht darum, wie wir Werther und die Welt retten, sondern wie wir uns punktgenau dem Absehbaren anpassen können. Ich halte die Pläne für überzeugend."

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