Hilfe im Digital-Dschungel: Wie Senioren von Schülern lernen

Neuntklässler des Gymnasiums haben Senioren im Umgang mit Smartphone und Computer unterstützt. Es wird eine Fortsetzung geben

Anja Hanneforth

So funktioniert's: Schülerin Lilly Geis hat Senior Martin Wiehage durch den Smartphone-Dschungel geholfen. Beide ziehen nach dem Projekt ein positives Fazit. - © Anja Hanneforth, HK
So funktioniert's: Schülerin Lilly Geis hat Senior Martin Wiehage durch den Smartphone-Dschungel geholfen. Beide ziehen nach dem Projekt ein positives Fazit. (© Anja Hanneforth, HK)

Werther. Lilly Geis geht in die neunte Klasse des Evangelischen Gymnasiums. Der Umgang mit dem Smartphone ist für sie Alltag. Martin Wiehage ist Rentner. Als er in Lillys Alter war, gab es weder Computer noch Smartphones. Kein Wunder, dass er mit der galoppierenden Entwicklung der digitalen Welt nur schwer mithalten kann. Doch er hat sich helfen lassen. Von Lilly. Dank eines Projekts, das der Wertheraner Jochen Dammeyer angestoßen hat und das jetzt mit einem durchweg positiven Fazit zu Ende ging.

Die Idee war denkbar einfach: Warum nicht Jugendliche dafür gewinnen, älteren Menschen beim Umgang mit Handy und Computer zu helfen? Nicht in einem Kurs oder einem Vortrag, sondern im direkten Gespräch, ein Schüler (in diesem Fall der Senior), ein Lehrer (der Jugendliche). An einem Ort der Wahl, maximal zehn Unterrichtsstunden lang.

Gesagt, getan. 17 Neuntklässler und 20 Senioren machten mit. Gemeinsam suchten und fanden sie in den vergangenen Wochen den Weg durch den Digital-Dschungel.

"Ich hatte vorher null Ahnung von einem Smartphone"

Die Vorstellungen dessen, was die älteren Menschen lernen wollten, waren dabei ganz unterschiedlich, reichten von »Was kann so ein Smartphone eigentlich alles?« bis zu konkreten Hilfestellungen bei der Bildbearbeitung, im Umgang mit Whatsapp oder beim Aufräumen des E-Mail-Eingangs. Am Ende hat alles toll geklappt, da waren sich bei der Abschlussrunde am Dienstag im Haus Tiefenstraße alle einig – die jungen Leute wie die Senioren.

„Das hat viel Spaß gemacht“, sagte ein älterer Herr. Und eine Dame pflichtete ihm bei: „Ich hatte vorher null Ahnung von einem Smartphone. Doch die Schulung war wunderbar. Vielen Dank dafür!“

Im Januar ist eine Neuauflage angedacht

Auch Martin Wiehage sprach den Schülern ein großes Lob aus. Neben ihrem Wissen hätten sie auch das gewisse pädagogische Gespür mitgebracht. „Besser hätte es nicht laufen können.“ Was sich nicht zuletzt daran gezeigt habe, dass die Steinhagener das Konzept inzwischen aufgegriffen und ein ähnliches Projekt angestoßen hätten. „Einen Meister erkennt man eben immer daran, dass es jemanden gibt, der es ihm nachmacht.“

Wenn alles klappt und der Bedarf da ist, soll es im Januar ein weiteres Angebot dieser Art geben. Die Schüler des Gymnasiums signalisierten jedenfalls schon einmal ihre Bereitschaft dazu. Allerdings soll zuvor in einem Fragebogen geklärt werden, was die Senioren sich von dem Projekt konkret erhoffen. Damit die Schüler passgenaue Antworten liefern können.

Als Dankeschön können sich die Jugendlichen jetzt erst einmal selbst weiterbilden: Am Freitag bei einer Fahrt zum Heinz Nixdorf Museum nach Paderborn.

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