Grüne sind bei Wahlsimulation am EGW die stärkste Partei

Ekkehard Hufendiek

An der Urne: Vivien Kutscha (von links), Nele Borries, Lehrerin Sarina Dewald, Finja Müller, Andreas Galler und Ida Klaas hoffen auf eine hohe Wahlbeteiligung bei der Simulation zur Europawahl. - © Ekkehard Hufendiek
An der Urne: Vivien Kutscha (von links), Nele Borries, Lehrerin Sarina Dewald, Finja Müller, Andreas Galler und Ida Klaas hoffen auf eine hohe Wahlbeteiligung bei der Simulation zur Europawahl. (© Ekkehard Hufendiek)

Werther. Es ist das erste Mal, dass am Evangelischen Gymnasium (EGW) eine Wahl so umfänglich simuliert wurde. 574 Wahlberechtigte gab es. Die Idee dazu hatte die Achtklässlerin Vivien Kutscha, die sich früh als Teenager politisch engagiert. Sie ist Vorstandsmitglied der Bezirksschülervertretung und hat vor zwei Jahren schon einmal eine Wahlsimulation am Kreisgymnasium Halle erlebt. In Halle – es handelte sich damals um eine Simulation der Bundestagswahl – war die CDU die stärkste Partei. Ginge es jetzt nach den Gymnasiasten in Werther, übernähmen die Grünen die Macht in Europa.

"Bitte mach ein Kreuz!"

Die Schülervertretung am EGW sowie die drei Lehrer Sarina Dewald, Andreas Galler und Sebastian Koch haben die Aktion auf die Beine gestellt. Bei der Lehrerkonferenz bekamen sie eine breite Unterstützung für ihr Vorhaben. Am Donnerstag und Freitag bekamen die Schüler von ihren Lehrern die Erlaubnis für rund fünf Minuten den Unterricht zu verlassen, um einen der zwei Wahlräume in der Cafeteria oder im Dachgeschoss aufzusuchen. Die Wahl war freiwillig und geheim.

Info
Das Ergebnis am EGW:

  • Die Grünen: 47,9 %
  • CDU:            17,7 %
  • SPD:            10,4 %
  • FDP:              7,5 %
  • Die Partei:      4,9 %
  • Die Violetten:  4,1 %
  • AfD:                3,6 %
  • Die Linke:       2,6 %
  • Humanisten:   1,0 %

Jeder, der wählen wollte, musste zunächst seinen Schülerausweis vorzeigen und dann mit dem Stimmzettel in die Wahlkabine gehen – wie bei einer echten Wahl. „Du hast eine Stimme! Bitte mache ein Kreuz!", stand auf dem Wahlzettel. Anschließend falteten die Schüler den Wahlzettel und warfen ihn in die Urne. Neben dem Prozedere war das pädagogische Ziel, die Schüler und Schülerinnen in Demokratie zu erziehen.

80 Prozent Wahlbeteiligung war das Ziel

„Sie sollen lernen, dass Wahlen nicht selbstverständlich sind", sagte SV-Verbindungslehrerin Sarina Dewald. „Wir hoffen, dass wir die 80-Prozentmarke bei der Beteiligung knacken", fügte sie hinzu. Doch das hat nicht geklappt, wie sich nach der Auszählung am Freitag herausstellte.

´ Neun Parteien standen zur Wahl. 574 Wahlberechtigte gab es. 384 Schüler und Schülerinnen gaben einen gültigen Stimmzettel ab. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 67 Prozent, die damit deutlich höher ist als die 48 Prozent bei der Europawahl 2014 in Deutschland.

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