Elterntaxis: CDU-Politikerin bringt Verwarngeld ins Spiel

Eltern, Schule und Stadt arbeiten im Projekt »Verkehrszähmer« zusammen. Schon bald sollen Hol- und Bringzonen das Chaos vorm Schultor beenden.

Kerstin Spieker

Lieber laufen: Elterntaxis sollen vor der Grundschule Mühlenstraße bald der Vergangenheit angehören. - © Rolf Uhlemeier
Lieber laufen: Elterntaxis sollen vor der Grundschule Mühlenstraße bald der Vergangenheit angehören. (© Rolf Uhlemeier)

Werther. Turbulenter Elterntaxi-Verkehr ist nicht nur am Grundschulstandort in der Mühlenstraße ein Stein des Anstoßes. Dort aber will man das allmorgendliche Außerkraftsetzen von Verkehrsregeln durch Eltern, die den Nachwuchs direkt vor der Schule aussteigen lassen wollen, nicht länger hinnehmen. Gemeinsam arbeiten die Stadt, Schulleitung und Eltern derzeit an einem Konzept gegen das morgendliche Chaos.

Alle Eltern der rund 300 Grundschüler an der Mühlenstraße erhielten daher im März Post. Per Fragebogen wurden darin unter anderem Wohnort und Verkehrsmittelwahl für den Schulweg abgefragt. Satte 190 Rückmeldungen gab es. Daraus geht hervor, dass von den Antwortenden 43 Prozent zentral in der Stadt leben und die Kinder auf ihrem Schulweg keine große Straße zu überwinden haben. 24 Prozent trennt die Engerstraße von der Schule, bei 14 Prozent ist es die Bielefelder Straße, 13 Prozent kommen von jenseits der Borgholzhausener Straße.

Mehr als die Hälfte der Kinder haben einen Schulweg von bis zu einem Kilometer und weniger. Bei 37 Prozent sind es zwischen ein und zwei Kilometern. Entsprechend hoch ist der Anteil der Kinder, die zu Fuß zur Schule kommen. Nämlich 60 Prozent.

UWG äußert Zweifel an Überzeugungsarbeit

Angegeben, ihre Kinder mit dem Auto zur Schule zu bringen, haben für den Sommer nur sechs Prozent, für den Winter 14 Prozent. „Vielleicht haben viele derer, die ihre Kinder immer fahren, ja die Fragebögen nicht zurückgegeben", meinte Schulleiter Jens Gadow im Schulausschuss, wo das Zahlenwerk am Montag Thema war.

„Die Mühlenstraße ist aber natürlich auch schon voll, wenn nur sechs Prozent der Eltern mit dem Auto vorfahren", hieß es aus den Reihen der Politiker. Besonderes Unverständnis zeigte Rolf Düfelmeyer von der UWG für die 62 Prozent der Eltern, die im Fragebogen zu den Gründen für die Fahrt mit dem Auto keine Angaben machten. „Wie kann man denn Leute, die nicht wissen, was sie tun, davon überzeugen, etwas anderes zu tun", hegt er Zweifel am Erfolg von Überzeugungsarbeit.

Denn die gehört natürlich zum Ansatz im Projekt »Verkehrszähmer«, in dem die geplante Reduzierung der Elterntaxis zu sehen ist. Über Mitarbeit in der Verkehrszähmer-AG, Elternbriefe und über die Kinder sollen Eltern eingebunden werden. „Wir wollen aber auch dort ansetzen, wo Eltern schlicht Sorge um die Sicherheit ihrer Kinder haben", so Jens Gadow. Genau das gaben zwei Prozent der Eltern nämlich als Grund für den Einsatz des Autos an.

„Manchmal hilft nur, wenn es etwas kostet"

Und für die Eltern, die wegen der Entfernung oder aus logistischen Gründen morgens ihre Kinder fahren, sollen Hol- und Bringzonen eingerichtet werden. „Spätestens nach den Sommerferien oder früher", wünscht sich Gadow. Ein Gremium, in dem auch Eltern mitreden, soll die Standorte erarbeiten. Aus der Politik kam auch die Forderung, der Ortspolizeibeamte Martin Rondorf möge mit einbezogen werden. Jens Gadow erklärte, dass das bereits passiere. „Manchmal hilft es nur, wenn es etwas kostet", sprach sich Katrin Eckelmann (CDU) für Verwarngelder aus.

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