Gefordert: Jede zweite Ampel in Werther soll dunkel bleiben

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Umschwärmt: Die UWG will etwas gegen die Lichtverschmutzung tun . Foto: WILDLIFE/M.Carwardine - © Verfügbar für Kunden mit Rechnungsadresse in Deutschland, Österreich und der Schweiz. !
Umschwärmt: Die UWG will etwas gegen die Lichtverschmutzung tun . Foto: WILDLIFE/M.Carwardine (© Verfügbar für Kunden mit Rechnungsadresse in Deutschland, Österreich und der Schweiz. !)

Werther (HK). Das Schreiben der Wertheraner Unabhängigen-Fraktion ist am Freitag an Bürgermeisterin Marion Weike gegangen. Der Antrag sieht erstens vor, an allen Wertheraner Straßen in der Nacht ab 23 Uhr bis zur Dämmerung, aber längstens bis 5 Uhr morgens, jede zweite Straßenlaterne ausgeschaltet zu lassen. Die Vorschrift soll von April bis Oktober gelten, da nur dann Insekten aktiv seien. Zweitens soll geprüft werden, welche weiteren für die Stadt verfügbaren Lichtquellen ganz oder zeitweise ungenutzt bleiben können. Die UWG möchte das Vorhaben „ab einem frühestmöglichen Zeitpunkt" umgesetzt sehen, in jedem Fall noch in diesem Jahr.

"Rückgang der Singvögel ist auf das Insektensterben zurückzuführen"

Die Unabhängigen begründen ihren Antrag umfangreich. Neben den Auswirkungen auf den Menschen habe die Lichtverschmutzung auch „erheblichen Anteil am deutlichen sogenannten Insektensterben der letzten Zeit". Insekten bildeten ein unverzichtbares und grundlegendes Bindeglied in der Nahrungskette. „So ist der ebenfalls zu beobachtende Rückgang der Singvögel in unseren Breiten zu einem großen Teil auf das Insektensterben zurückzuführen", heißt es in dem Antrag der UWG. Das Gleiche treffe auch auf die häufig geschützten Fledermausarten zu. Das vielfach beschriebene Bienensterben als Teil des allgemeinen Insektensterbens verweise auf das Problem, dass auch der Mensch in seiner Nutzung von Pflanzen zur Nahrungsmittelproduktion direkt vom Insektensterben betroffen ist.

"Mit gutem Beispiel vorangehen"

„In Bezug auf die Lichtverschmutzung können wir als Stadt (...) etwas unternehmen und dadurch mit gutem Beispiel vorangehen", ist die UWG überzeugt. Für das Image und den Bekanntheitsgrad der Stadt könne ein Stemmen gegen Lichtverschmutzung und Insektensterben von Vorteil sein. „Man soll nicht unterschätzen, dass Menschen, die nach Werther ziehen wollen, aber auch Investoren, namentlich aus dem IT-Bereich und dem Bereich »grüner« Technologien, einen solchen Imagevorteil durchaus zu schätzen wissen", schließt der Antrag.

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