Werthers Wasserversorgung könnte teurer werden

Viel Arbeit: Beide Hochbehälter sind defekt, ein Brunnen muss neu gebohrt werden, der Kalkgehalt ist nicht optimal. Das könnte teuer werden für die Bürger

Kerstin Spieker

Sanierungsbedürftig: Am Hochbehälter Egge gibt es einiges zu tun. Vor allem braucht das Becken eine neue Beschichtung. - © Kerstin Spieker
Sanierungsbedürftig: Am Hochbehälter Egge gibt es einiges zu tun. Vor allem braucht das Becken eine neue Beschichtung. (© Kerstin Spieker)

Werther. Jeder Bürger weiß es: Viele größere Ausgaben lassen sich gut planen, aber manche treffen einen völlig unvorbereitet. Und was für jeden privaten Haushalt gilt, das hat auch für die städtische Finanzplanung Gültigkeit. Das erlebt Werther gerade im Bereich der Wasserversorgung.

Eine Reihe erheblicher Investitionen sind eingeplant, Gelder stehen dafür im Haushalt bereit. Jedoch reißt die Kette der außerplanmäßig notwendig gewordenen Ausgaben ebenso nicht ab. Und wer jetzt denkt, das gehe ihn nichts an, der sei daran erinnert, dass der Wasserhaushalt ein sogenannter Gebührenhaushalt ist. Das heißt: Alle Kosten werden umgelegt.

Der Kalkgehalt

Für Wertheraner Stadtwassernutzer war die Qualität des Wassers über Monate ein unerfreuliches Thema. Sie werden sich erinnern an den Ausfall der Entkalkungsanlage am Brunnen Kök im vergangenen Sommer. Über Monate arbeitete die Anlage nicht. Der Reparaturaufwand war erheblich. Erst Anfang des Jahres ging die Entkalkungsanlage wieder in Betrieb. Manches Haushaltsgerät dürfte das nicht überlebt haben.

Der Brunnen Schanze und der Hochbehälter Egge

So niedrig, wie er sein könnte, ist der Härtegrad des Wertheraner Trinkwassers allerdings noch immer nicht. Denn zum einen steht die gesamte Fördermenge des vergleichsweise weichen Wassers vom Brunnen Schanze nicht in Gänze für den Verschnitt zur Verfügung. Und zum anderen muss der Hochbehälter Egge zunächst saniert werden, damit die technischen Voraussetzungen für die optimale Durchmischung des harten Wassers aus den Brunnen Kök und Temming mit dem Schanze-Wasser gegeben sind.

Die Ausschreibung der Gewerke für die Sanierung des Hochbehälters Egge endete am 9. April. Derzeit würden die Eingaben vom Planungsbüro ausgewertet, sagt Wasserwerksleiter Rainer Demoliner. Wann die Arbeiten beginnen könnten, sei derzeit noch nicht genau zu sagen. Möglichst in diesem Jahr. Als Termin für die Neubohrung des Brunnens Schanze ist derzeit grob 2020 genannt. Die Arbeiten haben das Ziel, die Fördermenge wieder voll ausschöpfen zu können.

Der Wasserbedarfsplan

Denn laut Wasserbedarfsplan braucht Werther die volle zulässige Fördermenge. Und selbst die wird vermutlich zusammen mit den derzeitigen Höchstfördermengen der Brunnen Kök und Temming in den kommenden Jahrzehnten nicht reichen. Im Juli 2018 liefen die Entnahmerechte ohnehin aus, so dass die Neuvergabe der Rechte derzeit in Arbeit ist. „Wir haben einen Antrag gestellt", erklärt Demoliner. Insgesamt soll sich die Gesamtfördermenge für Werther laut Bedarfsplanung von derzeit 684.500 Kubikmetern auf dann 748.000 Kubikmeter erhöhen. Konkretisiert würden die Zahlen aber erst im Laufe von Gesprächen zwischen dem Kreis und der Stadt Werther, erklärt Demoliner. Welche Menge dann tatsächlich im Genehmigungsantrag stehe und für welche Zeit das Entnahmerecht gelten solle, das werde derzeit verhandelt.

Der Hochebhälter Blotenberg

Nicht unerheblich zu Buche schlagen dürfte auch die plötzlich notwendig gewordene Reparatur des Hochbehälters Blotenberg. Der war zwar 2013 erst saniert worden, weist aber ein veritables Leck auf. Das Problem: Die beiden innenliegenden Druckkessel werden von einem gewaltigen Betondeckel bedacht. Den anzuheben und die beiden Kessel ganz klassisch auszutauschen würde Kosten von, vorsichtig geschätzt, 121.000 Euro verursachen. Derzeit nutzt die Stadt einfach nur den unversehrten Druckkessel. „Wir suchen zudem noch nach einer kostengünstigen Alternative", so Rainer Demoliner. Auf die lange Bank schieben könne man die Reparatur allerdings sicher nicht. Denn niemand könne wissen, wie lange so ein Provisorium halte.

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