Werther als Ziel für Touristen? - „Wir haben da wohl einen Nerv getroffen“

Kerstin Spieker

Magnet: Viele Anfragen drehen sich um den Besuch des neuen Museums Peter August Böckstiegel. Auf die Frage, was es sonst noch zu sehen gibt, haben die Partner in der Ravensberger Landpartie eine Reihe attraktiver Antworten. Foto: Nicole Donath - © Nicole Donath, HK
Magnet: Viele Anfragen drehen sich um den Besuch des neuen Museums Peter August Böckstiegel. Auf die Frage, was es sonst noch zu sehen gibt, haben die Partner in der Ravensberger Landpartie eine Reihe attraktiver Antworten. Foto: Nicole Donath (© Nicole Donath, HK)

Werther/Altkreis Halle. „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nahe." Treffender als Meister Goethe es seinerzeit formulierte, lässt es sich kaum ausdrücken. Und doch ist für den Küstenbewohner das Meer vor der Haustür eben eine Selbstverständlichkeit. Und der Bewohner des Altkreises Halle sieht die Schönheit des vom Zug des Teutoburger Waldes geprägten Hügellandes irgendwann einfach nicht mehr. Sie ist ja immer da.

Ein Blick in das Werbematerial zum Touristikangebot »Ravensberger Landpartie« (das HK berichtete) ist wie ein Blick von außen. Beinahe erstaunt nehmen selbst Alteingesessene angesichts der Fotos die Besonderheit ihres Ravensberger Hügellandes zur Kenntnis. Ein Pfund, mit dem die Städte Borgholzhausen, Halle und Werther gemeinsam wuchern wollen.

"Die Reaktion war überwältigend"

Im Rahmen der Hausmesse der Teutoburger Wald Tourismus stellten die vier Städte mit dem vierten Partner im Bunde, der Lebkuchenbäckerei Schulze, ihre »Ravensberger Landpartie« erstmals einem größeren Fachpublikum vor. „Die Reaktion war überwältigend", waren sich Annegret Prell von der Stadt Halle und Sandra Wursthorn von der Stadt Werther im Nachgang einig. Zahlreiche Anfragen, viele gute Gespräche, Lob für das Konzept. „Wir haben da wohl einen Nerv getroffen", sind die die Landpartieler sicher.

Neuer Wanderweg Rundwanderweg durch Werther

Nach drei Jahren der Vorbereitung kann er starten: Lutz Huxohl, langjähriger Wanderwart des TV Werther, und Sandra Wursthorn von der Stadtverwaltung haben den neuen Rundwanderweg durch Werther und die Ortsteile ausgearbeitet. Foto: Anja Hanneforth - © Anja Hanneforth, HK
Neuer Wanderweg Rundwanderweg durch Werther
Nach drei Jahren der Vorbereitung kann er starten: Lutz Huxohl, langjähriger Wanderwart des TV Werther, und Sandra Wursthorn von der Stadtverwaltung haben den neuen Rundwanderweg durch Werther und die Ortsteile ausgearbeitet. Foto: Anja Hanneforth (© Anja Hanneforth, HK)

Dabei ist das Grundrezept des Angebots denkbar einfach. „Wir vermarkten eigentlich nur, was es hier vor Ort schon gibt. Und wir stellen uns nur so dar, wie wir hier eben auch aufgestellt sind", verdeutlicht Sandra Wursthorn. Im Verbund allerdings haben die drei Städte, eingebettet ins Ravensberger Hügelland, dabei aber einiges zu bieten. Das Programm im Gerry-Weber- Eventcenter ist da nur ein Modul. „Die Anfragen, die bei uns auflaufen, drehen sich eigentlich in der Regel um das Böckstiegelmuseum", berichtet Sandra Wursthorn aus Wertheraner Sicht. Nur ist sie jetzt topp vorbereitet, wenn die übliche Frage kommt, was man denn an einem Wochenende im Altkreis sonst noch so unternehmen kann.

Für Kegelclubs ebenso wie für Alleinreisende

Vom Besuch in der Rotingdorfer Brauerei über Wander- und Radtouren, Stadtführungen unter verschiedenen Themenstellungen, dem Besuch der Burg Ravensberg oder eben des Lebkuchencafés Schulze in Borgholzhausen reicht das Spektrum. „Unsere Stärke liegt darin, dass wir natürlich relativ klein sind und hier kein Massentourismus stattfindet", sagt Sandra Wursthorn. Dieser Umstand nämlich mache es möglich, sehr individuelle Reisepakete zu schnüren. Dabei können Gruppen, die per Bus anreisen, genauso auf ihre Kosten kommen, wie ein Kegelclub, Paare oder Alleinreisende – eben jeder.



Das Projekt »Ravensberger Landpartie« steht unter dem Dach Teutoburger Wald Tourismus und wird aus EU-Mitteln gefördert. Begrenzt sei die Kooperation in dieser Form zwar auf drei Jahre. Allerdings will sich nach dem vielversprechenden Start ein Ende mit Ansage derzeit kaum jemand vorstellen. Vielmehr verspricht das Projekt langfristig Potenzial zu haben.

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