Physiker bringt Kindern bei, wie sie perfekte Papierflieger basteln

„Weil es Spaß macht“: Peter Niermann, studierter Physiker, ist begeisterter Bastler von Papierfliegern. Am 14. Juni gibt er sein Können im Hägeraner Dorfladen an Kinder weiter

Anja Hanneforth

Und los gehts: Ein Papierflieger aus Zeitungspapier - kann das funktionieren? Jawohl. Peter Niermann zeigt, wie's geht: "Auf die richtige Falttechnik kommt's an." Da staunt auch Uwe Kirchhoff vom Hägeraner Dorfladen. - © Anja Hanneforth, HK
Und los gehts: Ein Papierflieger aus Zeitungspapier - kann das funktionieren? Jawohl. Peter Niermann zeigt, wie's geht: "Auf die richtige Falttechnik kommt's an." Da staunt auch Uwe Kirchhoff vom Hägeraner Dorfladen. (© Anja Hanneforth, HK)

Werther-Häger. Peter Niermann braucht nur ein paar Sekunden. Einmal falten, ein zweites Mal, die Zeitungsseite drehen, „Sie müssen den Falz mit dem Fingernagel nachziehen, sehen Sie?", weitere geübte Knicke, schon ist der Papierflieger aus einem Haller Kreisblatt fertig. Mit seiner platten Nase ähnelt er zwar eher der Tante Ju als einer Concorde, fliegen kann er trotzdem. Elegant geht er ein paar Meter weiter zu Boden. Allerdings hat Peter Niermann den Vergleich. Sein Fazit: „Könnte besser sein." Eine Zeitung eignet sich wohl doch nur bedingt zum Papierschwalbenbau.

Peter Niermann ist studierter Physiker. 35 Jahre hat er in der Industrie gearbeitet, dann umgesattelt und zehn Jahre als Physiklehrer am Haller Kreisgymnasium gewirkt. Schnell wird deutlich, wie viel Freude er hat, sein Wissen zu teilen. Und dass es wichtig ist, die Inhalte gut zu verpacken. „Sonst werden Sie es nie schaffen, pubertierende Neuntklässler zu begeistern."

Sie wären auf jeden Fall beim Nachmittag am 14. Juni im Hägeraner Dorfladen willkommen, wie überhaupt alle Kinder ab Grundschulalter. Es wird ein aktiver Workshop werden, „ich spreche nicht über Papierflieger, ich werde sie zusammen mit den Jungen und Mädchen basteln."

Auf die richtige Abwurftechnik kommt es an

Wenn es einer versteht, die richtige Falttechnik zu vermitteln, dann er. In Sekundenschnelle hat er das nächste Exemplar fertig, „mal sehen, ob es fliegt". Entscheidend sei neben der Form die richtige Abwurftechnik. „Sonst geht die Schwalbe in den Sturzflug."

Geht sie nicht, auch dieser Papierflieger segelt durch den Dorfladen und wird erst vom Türrahmen gebremst.

Gelernt hat Peter Niermann den Papierfliegerbau von seinem Vater, daran kann er sich noch erinnern. Und dass er und einige Mitstudenten während ihres Studiums an der Ruhruni in Bochum manche Vorlesung im großen Hörsaal damit zugebracht haben, Papierflieger von der letzten Reihe aus so in die Luft zu bringen, dass sie bestenfalls den Professor vorn am Pult trafen. „Hat auch geklappt", freut er sich noch heute. Und hält die Kunst, einen Papierflieger quer durch ein Audimax zu schicken, für eine „ganz ordentliche Ingenieurleistung".

Welche Schwalbe fliegt am weitesten, welche bleibt am längsten in der Luft?

Ganz so weit werden die Papiermodelle der Kinder im Dorfladen wohl nicht fliegen. Aber fliegen werden sie, dafür wird Peter Niermann sorgen. Er wird gemeinsam mit den Jungen und Mädchen herausfinden, was die beste Abwurfgeschwindigkeit ist und wie sie die Schwalbe starten sollten. Ein Erfolgserlebnis werden an diesem Nachmittag alle haben. Einige vielleicht ein bisschen mehr. Zum Abschluss plant Peter Niermann nämlich drei Wettbewerbe: Wessen Schwalbe fliegt am weitesten, wessen bleibt am längsten in der Luft und wessen gewinnt die Papierflieger-Rallye? „Das wird ein toller Nachmittag", da ist sich Peter Niermann sicher.

Die Bastelstunde findet ab 16 Uhr statt. Anmeldungen sind erbeten, die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Papier ist in ausreichender Menge vorhanden, wer farbige Schwalben basteln will, kann auch eigenes mitbringen.

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