Gesamtschüler beschäftigen sich mit Auschwitz

Alexander Heim

Vor allen Süchten gefeit: Die Klasse 7 Mirabelle hat sich ausgiebig mit dem Thema beschäftigt. - © Alexander Heim
Vor allen Süchten gefeit: Die Klasse 7 Mirabelle hat sich ausgiebig mit dem Thema beschäftigt. (© Alexander Heim)

Werther. Ernährung war eines der Themen, Sucht ein anderes. Die Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen standen für die Klassen des Jahrgangs Sechs auf dem Programm. Und während die Achtklässler Berufe erkundeten, ging es für den Jahrgang Zehn entweder um Spuren oder um die Verarbeitung des in Auschwitz Erlebten.

Thema Auschwitz: Die Zehntklässler, die mit nach Krakau gefahren waren, verarbeiteten ihr Eindrücke künstlerisch. Till, Marek, Lilli und Kyra wandelten auf den Spuren der Wertharaner Familie Sachs. - © Alexander Heim
Thema Auschwitz: Die Zehntklässler, die mit nach Krakau gefahren waren, verarbeiteten ihr Eindrücke künstlerisch. Till, Marek, Lilli und Kyra wandelten auf den Spuren der Wertharaner Familie Sachs. (© Alexander Heim)

Genau dahin führte für vier Tage nun die Exkursion, zu der sich die Zehntklässler freiwillig hatten melden können. „Wir hatten ein Treffen mit einen Zeitzeugen", verriet Carlo, während er an seinem Kunstprojekt weiterarbeitet. Eine der Gaskammern baut er im Kleinformat nach. Und weist auch die Kratzspuren an den Wänden hin. „Die Menschen hatten versucht, zu entkommen", berichtet er. Nein, räumt er ein, diese Ausmaße der Gräuel hätte er sich so nicht vorgestellt. Ein paar Schritte weiter arbeitet Dina einen der Schlafräume nach. Mehrstöckige Betten bastelt sie für ihren Schuhkarton, der später – wie alle anderen – einen winzigen Einblick gewähren wird. Julian und Leon haben sich der Erschießungen angenommen. Und den jüdischen Inhaftierten größer als seine Peiniger dargestellt.

"Das Haus der Familie steht heute noch"

Ganz konkret auf Werther bezogen arbeiten einen Raum weiter Till, Marek, Lilli und Kyra. Sie haben Unterstützung seitens des Arbeitskreises »Spuren jüdischen Lebens in Werther«. Das Leben von Albert Sachs und seiner Familie haben sie dargestellt. „Das Haus der Familie steht heute noch", weiß Ute Dausendschön-Gay. „Am 6. Mai wird es im Rathaus eine Ausstellung geben", sagt der stellvertretende Schulleiter Michael Strangmann.

Während der Jahrgang Neun sich gerade seinen Berufspraktika widmet, haben die Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs Acht Berufe theoretisch erkundet. Sehr viel konkreter geht es für die Siebtklässler zu. Ihr Thema: Sucht. „Wir waren in der Bernhard-Salzmann-Klinik", so Almuth Müller-Röhr. Lehrerin der Klasse 7 Mirabelle. Fünf Patienten dort standen den Gesamtschülern Rede und Antwort. Gestern überlegten die Jugendlichen, in welchen Bereichen Süchte auftreten.

Verwöhn-Vormittag für die Mitschülerinnen

Was für Jungs und Mädchen typisch ist – das war Thema im Jahrgang Sechs. Dabei hatten die Jungs der Klasse 6 Kiwi einen Verwöhn-Vormittag für ihre Mitschülerinnen organisiert. Frühstück, Massage und besonders festliche Kleidung samt Krawatte inklusive. Ihre Mitschüler aus der 6 Quetzal arbeiteten mit Theaterpädagogen Marco Knille.

Frühstücken stand auch im Jahrgang Fünf oben auf der Agenda. Aber gesund, bitte. Die Klasse 5 Mandragora etwa hatte den Bio-Hof Maaß besucht. „Wir durften nur mit Puschen zu den Schweinen", erinnert sich Mariana. „Die mussten wir tragen, weil auf den Schuhen sonst Bakterien sind", erläuterte Sirhat. Aber auch Obst-Geschmackstest mit verbunden Augen oder eine Ernährungs-Rallye in der Bibliothek standen für sie auf dem Programm. Und auch die Ernährungspyramide ist für sie nun kein Fremdwort mehr. „Wir bieten die Projekttage jedes Jahr in der vorletzten Woche vor Ostern an", erläutert Michael Strangmann. Beide Schulstandorte sind beteiligt.

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