Einzigartige Veranstaltungen: So feiert Werther 300 Jahre Stadtrechte

Anja Hanneforth

Es wird gefeiert, gewandert, vorgetragen: Das Jubiläum von 300 Jahren Stadtrechte beschert den Bürgern eine Vielzahl von Veranstaltungen, nicht zuletzt das große Sonnenblumenfest im Herbst. Anteil daran haben - von links: Stefan Meier von der Stadt, Susanne Damisch von der Stadtbibliothek, Ulrich Maaß vom Geschichtsportal, Wanderführer Hartmut Lüker, Bürgermeisterin Marion Weike, Hauptamtsleiter Guido Neugebauer und Eva Bloss-Vögler von der Stadtbibliothek. Foto: Anja Hanneforth - © Anja Hanneforth, HK
Es wird gefeiert, gewandert, vorgetragen: Das Jubiläum von 300 Jahren Stadtrechte beschert den Bürgern eine Vielzahl von Veranstaltungen, nicht zuletzt das große Sonnenblumenfest im Herbst. Anteil daran haben - von links: Stefan Meier von der Stadt, Susanne Damisch von der Stadtbibliothek, Ulrich Maaß vom Geschichtsportal, Wanderführer Hartmut Lüker, Bürgermeisterin Marion Weike, Hauptamtsleiter Guido Neugebauer und Eva Bloss-Vögler von der Stadtbibliothek. Foto: Anja Hanneforth (© Anja Hanneforth, HK)

Werther. Gab es die feierliche Übergabe einer Urkunde? Eine schriftliche Benachrichtigung? Kunde durch einen berittenen Boten? Durch die Postkutsche? Niemand kann es mit Bestimmtheit sagen. Fest steht, dass Werther am 17. April 1719 durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I. die Stadtrechte verliehen bekam. 300 Jahre ist das jetzt her. Ein Jubiläum, das mit einem großen Programm gefeiert werden soll. Das ist in Werther geplant:

Auftaktveranstaltung

Sie beginnt am Mittwoch, 17. April, als große Gemeinschaftsveranstaltung für die Städte Werther, Halle, Borgholzhausen und Versmold um 19.30 Uhr in der Aula des Haller Kreisgymnasiums. Die Besucher dürfen sich auf ein umfangreiches Programm mit einem Festvortrag, Musik und Tanz freuen.

Geschichtsportal

Der Ortskern Werthers im Jahr 1719: In Mühevoller Recherche hat Ulrich Maaß vom Geschichtsportal herausgearbeitet, wie Werther vor 300 Jahren aussah und welche Handwerker und Kaufleute und Mitarbeiter der Verwaltung wo wohnten. Ein sehenswertes Zeugnis der Vergangenheit. Foto: Ulrich Maaß - © Ulrich Maaß
Der Ortskern Werthers im Jahr 1719: In Mühevoller Recherche hat Ulrich Maaß vom Geschichtsportal herausgearbeitet, wie Werther vor 300 Jahren aussah und welche Handwerker und Kaufleute und Mitarbeiter der Verwaltung wo wohnten. Ein sehenswertes Zeugnis der Vergangenheit. Foto: Ulrich Maaß (© Ulrich Maaß)

Wo befand sich früher das Haus Werther Nummer 1? Welches Haus steht dort heute? Was konnten die Bürger früher über ihre Heimatstadt in der Zeitung lesen? – Mehrere Jahre haben zehn Ehrenamtliche an der geschichtlichen Enzyklopädie gearbeitet. Sie gibt einen einmaligen Einblick in die Historie der Stadt und wird am 18. Mai online geschaltet. Es geht um alte Gebäude, um Siedlungsgeschichte, alte Zeitungsberichte – „je älter, umso interessanter", findet Ulrich Maaß, einer der Hauptakteure der Gruppe. Er betont ausdrücklich, dass der Stand heute nur eine Momentaufnahme ist. „Das Portal darf und soll gerne erweitert werden", ruft er alle Geschichtsinteressierten zum Mitmachen auf.

Fritz Langs »Metropolis«

Das hat es auf dem Hof Heining wohl noch nicht gegeben: Am Freitag, 14. Juni, wird das »Ensemble Metropolis-Projekt« eine Live-Vertonung von Fritz Langs Stummfilm-Klassiker vornehmen. Eine Klangcollage aus Jazz, Klassik, Pop und allem dazwischen, zu dem die Volkshochschule Ravensberg ab 19.30 Uhr einlädt.

Erinnerungsorte

Viele ehemals prominente Gebäude in Werther sind heute aus dem Stadtbild verschwunden. Sie sind anderen Häusern, Straßen, sogar ganzen Kreuzungen gewichen. Als Erinnerungsorte mit Text- und Bildtafeln sollen sie nun ins Gedächtnis rufen, wie sie Werther in der Vergangenheit einmal geprägt haben – und warum sie ihren Anteil daran hatten, dass aus dem kleinen Ort eine so prosperierende Stadt geworden ist: eben dank der Zigarrenfabriken, der Mühlen, der großen Höfe, bekannter Hotels und Gaststätten. Am Sonntag, 16. Juni, findet der Eröffnungsspaziergang entlang der zehn Erinnerungsorte statt. Start ist um 11 Uhr am Rathaus.

Wanderung

Noch einmal gewandert wird am Samstag, 29. Juni. Zusammen mit Wanderführer Hartmut Lüker und Stadtführer Harald Solem unternehmen die Teilnehmer einen Spaziergang durch das historische Werther mit einer Spurensuche nach den Gebäuden, die zwischen 1719 und 1740 den Ort geprägt haben. Los gehts um 14 Uhr ab dem Gemeindehaus. Anmeldungen sind schon jetzt bei der Stadt unter ` (0 52 03) 705 - 0 oder info@stadt-werther.de möglich.

Konzert »Opus Arte«

Von Liebe, Lust und Leidenschaft kündet die musikalische Reise durch drei Jahrhunderte, am Samstag, 10. August, dargebracht von den Sängern der Opus-Arte-Opera. Erzählt wird an diesem Abend, der um 20 Uhr im Innenhof des Schlosses beginnt, auch von einem der wohl berühmtesten Zeitgenossen dieser Epoche: von Casanova.

Wanderausstellung

Wer bis zum Freitag, 23. August, noch immer nicht genug über die Verleihung der Stadtrechte weiß, sollte um 17 Uhr ins Rathaus kommen. Dann wird die große Wanderausstellung zum Thema eröffnet, die auch einen Überblick darüber gibt, wie sieben andere Orte in der Umgebung zu ihren Stadtrechten gekommen sind.

Sonnenblumenfest

Mit diesem Fest am Sonntag, 8. September, ab 14 Uhr im und am Schloss finden die Feierlichkeiten ihren Höhepunkt. Es soll eine Veranstaltung für die ganze Familie werden mit Spiel, Spaß, Musik und jeder Menge Mitmachaktionen. Zahlreiche Vereine und Verbände haben bereits ihre Teilnahme zugesagt, es werden aber noch weitere Akteure gesucht, die Aktivitäten für Jung und Alt anbieten können. Wer sich angesprochen fühlt, kann sich bis Ostern bei Stefan Meier vom Kulturamt der Stadt unter ` (0 52 03) 705-22 oder unter stefan.meier@gt-net.de melden. Es ist die dritte Auflage von »Sonnenblumen in Werther«. Die Premiere gab es 2012. 2016 wurde das Fest das zweite Mal gefeiert.

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