"Keine Discounterkiste": Vorerst kein Aldi an der Engerstraße

Anja Hanneforth

Erst einmal zurückgestellt: Die Politik sieht die Pläne für einen Aldi-Markt auf dem Gelände der Fitness-Factory kritisch und will das Areal zunächst städtebaulich ordnen. Foto: Anja Hanneforth - © Anja Hanneforth, HK
Erst einmal zurückgestellt: Die Politik sieht die Pläne für einen Aldi-Markt auf dem Gelände der Fitness-Factory kritisch und will das Areal zunächst städtebaulich ordnen. Foto: Anja Hanneforth (© Anja Hanneforth, HK)

Werther. Das Fitness-Factory-Grundstück an der Engerstraße ist ein Filetstück der Stadt. Zwar nicht einmal einen Hektar groß, gibt es wohl kaum eine prominentere Fläche in der Innenstadt. Genau hier will eine Burgdorfer Projektgesellschaft nun einen Aldi-Markt errichten (das HK berichtete). Die Begeisterung darüber hält sich in Politik und Verwaltung in Grenzen. Am Montagabend fanden die Mitglieder des Planungsausschusses einen Weg, das Dilemma möglicherweise für alle Seiten – den Investor, den Grundeigentümer und die Stadt – zu beseitigen.

Kein eingeschossiger Bau mit ödem Parkplatz

„Ich habe nichts gegen einen Lebensmittelmarkt an dieser Stelle", sagte Bürgermeisterin Marion Weike – wenn die Optik stimmt. Auf keinen Fall wollen sie und die übrigen Ratsvertreter an diesem Einfallstor der Stadt einen üblichen Discounter in eingeschossiger Bauweise mit ödem Parkplatz. Das war sämtlichen Redebeiträgen an diesem Abend zu entnehmen. Vielmehr wünschen sie sich ein mehrgeschossiges, ansprechendes Gebäude, in dessen Erdgeschoss durchaus ein Discounter einziehen könnte.

„Wir sollten zusehen, dass wir als Stadt das Heft des Handelns in der Hand behalten und gemeinsam etwas Schönes hinbekommen", mahnte Karl-Hermann Grohnert (CDU) und wünschte sich ein „Schmuckstück" für diese Stelle, keine „Discounterkiste", wie sie Marion Weike nannte.

Man werde mit dem Grundeigentümer im Gespräch bleiben, versprach die Bürgermeisterin, weiß aber auch: „Man kann die tollsten Planungen unternehmen, aber das nützt alles nichts, wenn der Eigentümer nicht mitspielt."

„Ich habe das Gefühl, dass in Werther immer hinterhergehechelt wird"

Die Verwaltung machte schließlich zwei Vorschläge, die die Politik einstimmig und ohne lange Diskussionen mittrug: Die Stadt wird für den gesamten Bereich zwischen Engerstraße, Ravensberger Straße und Bahnhofstraße einen Bebauungsplan aufstellen. So soll das Gebiet städtebaulich geordnet entwickelt werden, insbesondere, was Nachnutzungen im Bereich der heutigen Fitness-Factory angeht. Zu der Bauvoranfrage für den Aldi-Markt wird bei der Baugenehmigungsbehörde, dem Kreis Gütersloh, eine Zurückstellung der Entscheidung beantragt.

Nicht ganz unbegründet kam in diesem Fall die Kritik von HerwardLieneweg (CDU): „Ich habe das Gefühl, dass in Werther immer hinterhergehechelt wird", kommentierte er. Es sei klar gewesen, dass das alte Gebäude irgendwann einmal abgerissen werden soll. „Daher hätte man sich deutlich eher mit der Fläche befassen müssen."

Noch vor der Sommerpause soll nun ein Planungsbüro für die weitere Verfahrensabwicklung gesucht und betraut werden.

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