Existenzängste: Familie Venghaus lässt Blotenberg-Pläne juristisch prüfen

Die Landwirtsfamilie am Teutoburger-Wald-Weg sieht sich für 20 Bauplätze im Bebauungsplan Blotenberg in die Enge getrieben. Sie lässt die Angelegenheit juristisch prüfen.

Herbert Gontek

Beklagen den Angriff auf ihren Hof: Junior Alexander und Vater Heinrich Theodor Venghaus, die sich von der Blotenbergplanung in ihrer Existenz bedroht fühlen. Foto: Herbert Gontek - © Herbert Gontek
Beklagen den Angriff auf ihren Hof: Junior Alexander und Vater Heinrich Theodor Venghaus, die sich von der Blotenbergplanung in ihrer Existenz bedroht fühlen. Foto: Herbert Gontek (© Herbert Gontek)

Werther. Bei der Jahreshauptversammlung der SPD Werther am vergangenen Samstag wurde der mehrheitliche Beschluss für das Bebauungsgebiet Blotenberg als politischer Erfolg gebucht. Die Landwirtsfamilie Venghaus dagegen fühlt durch ihn eher Würgemale am Hals und sieht langfristig die Existenz der Hofstelle gefährdet. Heinrich-Theodor Venghaus, 62-jähriger Senior des Betriebs, sagt: „Man schafft sich hier neue Probleme für 20 Bauplätze und gefährdet die Existenz des letzten Vollerwerbsbetriebes an der unmittelbaren Stadtkerngrenze."

„Es wird auf jeden Fall einen Prüfungsauftrag an die Juristen ergehen", erklärt Venghaus am Dienstag in einem Gespräch mit dem Haller Kreisblatt. „Ob wir dann den Bebauungsplan beklagen oder nicht, müssen wir erst einmal abwarten", legt der Landwirt nach.

"Wir sind sehr enttäuscht"

Nach Darstellung des Schweinemästers reichen die Grenzen des neuen Bebauungsplanes bis auf 240 Meter an das Hofgebäude heran. „Das haben wir in unseren Eingaben deutlich gemacht. Diese und mehr als 200 weitere wurden nicht akzeptiert und ernst genommen, wir sind deshalb sehr enttäuscht", bemerkt Heinrich-Theodor Venghaus.

Der Landwirt gibt zu Bedenken, dass weder Werthers Stadtverwaltung noch die Politik andere Möglichkeiten zur Schaffung von Bauflächen in der Stadt ernsthaft verfolgt hätten. „Seit sieben Jahren hat man sich nur auf den Blotenberg fixiert, aus unserer Sicht die schlechteste Lösung", sagt der Landwirt. „Und wenn das Projekt scheitert, stehen sie wieder mit leeren Händen da."

„Wir würden die Zeit lieber für Erwerbsarbeit nutzen"

Seit dieser Zeit müssten er und seine Familie mit hohem Zeit- und Geldaufwand gegen die Einschnürung ihrer Rechte und der betriebswirtschaftlichen Zukunft ihres Betriebes kämpfen. „Wir würden lieber dieses Zeitfenster für unsere Erwerbsarbeit oder die Freizeit nutzen", führt Venghaus aus. Wie berichtet gab es um den Bau eines weiteren Schweinemaststalles bei Venghaus eine rechtliche Auseinandersetzung. Das Vorhaben ist inzwischen in juristisch trockenen Tüchern – der Stall darf gebaut werden. Beim Dialog am vergangenen Samstag mit den Gegnern der Mast (das HK berichtete) seien gute Gespräche geführt worden, auch wenn man sich in der Sache kaum angenähert habe.

Der Hof Venghaus am Teutoburger Wald-Weg hat eine mehr als 300 Jahre alte Geschichte. Die Familie betreibt neben der Schweinemast mit 1.050 Plätzen und geplanten weiteren 1.250 Plätzen Obst- und Gemüseanbau und einen Hofladen, der neben eigenen Produkten landwirtschaftliche Gerätschaften, Tiernahrung und Ausrüstung für den Garten vertreibt. Hofnachfolger ist Sohn Alexander, der bereits Verantwortung im Betrieb übernimmt.

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