Endlich: Der Rat einigt sich im Blotenberg-Streit

Anja Hanneforth

Häuser statt Felder: Am Blotenberg in Werther kann künftig gebaut werden. Foto: Anja Hanneforth - © A. Hanneforth
Häuser statt Felder: Am Blotenberg in Werther kann künftig gebaut werden. Foto: Anja Hanneforth (© A. Hanneforth)

Werther. Mit einem Lächeln verließ Tanja Schrooten am Donnerstag den Sitzungssaal. Es dürfte das erste Mal gewesen sein, denn bisher hatte die Planerin in den Debatten um die Bebauung des Blotenbergs wenig Grund zum Lachen. Jetzt allerdings, da der Rat nach sieben Jahren Dauerstreit dem umstrittenen Baugebiet mehrheitlich das finale Ja aussprach, konnte sie Werther erleichtert verlassen. Wie sich im Vorfeld bereits angekündigt hatte, stimmten SPD, UWG und FDP für die Bebauung der Fläche, CDU und Grüne dagegen. Erleichtert waren an diesem Abend aber alle.

Noch nie in den ganzen Jahren, da die Politik an dem Baugebiet herumdoktert, gab es Applaus in der Sache. Doch den konnten sich die Befürworter nicht verkneifen, war der Durchbruch endlich geschafft und die wichtige Hürde auf dem Weg zur Realisierung genommen.

„Die Menschen, die dort bauen, bringen Leben in den Ort"

Was nicht heißt, dass es ohne Seitenhiebe abgegangen wäre. Gestritten wurde etwa darüber, ob die CDU nun das Baugebiet initiiert oder von Beginn an abgelehnt hat, und ob der Vorwurf stimmt, die Politik hätte nicht alle Argumente berücksichtigt. In diesem Zusammenhang kritisierte Uwe Gehring (UWG) den „massiven Wust" der Eingaben durch die einschlägigen Parteien und Initiativen. Einige wären sogar erst kurz vor der entscheidenden Fachausschusssitzung eingereicht worden. „Was nur dazu diente, das Verfahren zu kippen oder zu lähmen", beklagte er. Private Einwender hingegen, denen die Sache wirklich wichtig sei, wären Gefahr gelaufen, dass ihre Argumente untergingen. Gehring sprach sich klar für die Bebauung des Blotenbergs aus: „Die Menschen, die dort bauen werden, bringen Leben in den Ort. Und genau das brauchen wir."

Wie der Fachausschuss wies auch der Rat die Beschwerde der Bürgerinitiative Blotenberg bezüglich der Datenschutzverstöße der Bürgermeisterin mit einer Mehrheit von 26:7 Stimmen bei drei Enthaltungen ab. Marion Weike hatte sich zuvor für befangen erklärt und die Sitzungsleitung an den Alterspräsidenten Udo Lange (SPD) abgegeben.

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