30-Jähriger schlägt seine Ehefrau und sitzt grinsend vor der Richterin

Amtsgericht: Ein Iraker schlug seine Frau zum dritten Mal – jetzt droht ihm Haft

Herbert Gontek

Symbolfoto - © Sebastian Duda - Fotolia
Symbolfoto (© Sebastian Duda - Fotolia)

Werther. Weil er Haushaltsgeld für Wetten und Glückspiele ausgab, kam es zwischen irakischen Eheleuten im Juni des vergangenen Jahres zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung in der gemeinsamen Wohnung in Werther. Dabei erlitt die Frau ein Veilchen am Auge. Anschließend demolierte er die gemeinsame Wohnung und zertrümmerte ein Fernsehgerät. Auch soll er der Frau gedroht haben, die Kinder in den Irak zu entführen, wenn sie die Polizei anruft. Der 30-jährige Autoschlosser war schon 2016 zweimal wegen Körperverletzungen gegen seine 23-jährige Frau verurteilt worden.

Der 30-jährige Ehemann grinste fast amüsiert, als ihm die Richterin den Sachverhalt vorhielt. Er räumte die Körperverletzung ein, bestritt aber, der Frau damit gedroht zu haben, die Kinder in den Irak bringen zu wollen. Die Frau war nicht bereit auszusagen, fühlte sich nach eigenem Bekunden nicht wohl, die Vorwürfe gegen ihren Mann zu wiederholen.

Den Vorwurf der Nötigung, die Drohung, die Kinder zu entführen, stellte die Staatsanwaltschaft ein. Der Staatsanwalt forderte eine viermonatige Haftstrafe auf Bewährung, weil Geldstrafen bei dem Mann keine Wirkung zeigten, und er wieder zugelangt habe, obwohl er wisse, dass es in Deutschland nicht Privatsache sei, seine Frau zu schlagen. Darüber hinaus hielt der Anklagevertreter eine Geldstrafe von 600 Euro und die Betreuung durch einen Bewährungshelfer während der dreijährigen Bewährung für angemessen. Das Geld soll einer Frauenberatungsstelle überwiesen werden.

Die Richterin Johanna Franziska Horstmann verurteilte ihn zu vier Monaten Haft auf Bewährung. Die Bewährungszeit beträgt drei Jahre. Ihm wird ein Bewährungshelfer zugeordnet. Außerdem muss er ein Seminar zur Deeskalation besuchen.

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