Aldi will ins Wertheraner Ortszentrum umziehen

Eine Projektgesellschaft aus Burgdorf stellt eine Bauvoranfrage für das Fitness-Factory-Grundstück. Am 25. März berät die Politik in einer Sondersitzung

Anja Hanneforth

Voranfrage: Eine Projektgesellschaft aus Burgdorf ist wegen eines möglichen Bauvorhabens an die Stadt herangetreten. Es geht um die Realisierung eines Lebensmitteldiscounters auf dem Gelände der heutigen Fitness-Factory. Das Altgebäude würde abgerissen. - © Anja Hanneforth, HK
Voranfrage: Eine Projektgesellschaft aus Burgdorf ist wegen eines möglichen Bauvorhabens an die Stadt herangetreten. Es geht um die Realisierung eines Lebensmitteldiscounters auf dem Gelände der heutigen Fitness-Factory. Das Altgebäude würde abgerissen. (© Anja Hanneforth, HK)

Werther. Die Nachricht kam mit einem Paukenschlag, und wohl niemand in Rat und Verwaltung dürfte besonders froh darüber gewesen sein: Werther könnte einen weiteren Lebensmittelmarkt bekommen. Der Aldi will offenkundig von seinem jetzigen Standort neben dem Rewe auf das Gelände der heutigen Fitness-Factory umziehen und sich dort deutlich vergrößern. Eine entsprechende Bauvoranfrage wurde am Dienstagabend im Planungsausschuss vorgestellt.

Sarah Huxohl vom Bauamt machte die ersten Details öffentlich, eine Nachfrage bei der Verwaltung brachte weitere Informationen. Antragsteller ist wie bei solchen Projekten üblich nicht der Discounter selbst, sondern eine Projektgesellschaft, in diesem Fall die Firma Halsdorfer + Ingenieure aus Burgdorf bei Hannover.

Der neue Aldi würde eine Verkaufsfläche von 1.266 Quadratmetern haben – derzeit sind es 800 –, über die bereits bestehende Zufahrt von der Engerstraße gegenüber der Aufmündung Nordstraße erschlossen und mit etwa 80 Parkplätzen ausgestattet. Das Gebäude, in dem sich heute die Fitness-Factory und die Firma act’o-soft befinden, würde abgerissen, genau wie ein weiteres Haus, das auf dem Gelände steht.

Vom Antragsteller selbst gab es gestern keine Informationen. „Es wird zuvor noch ein Abstimmungsgespräch mit der Stadt geben", sagte Projektleiter Christian Rohde auf HK-Anfrage.

In einer Sondersitzung des Planungsausschusses am Montag, 25. März, soll das Vorhaben ausführlich besprochen werden. Es steht zu erwarten, dass es lange Diskussionen geben wird. Denn die Fragen sind vorprogrammiert: Was passiert am alten Aldi-Standort? Wird dort dann noch ein weiterer Lebensmittelmarkt entstehen? Wie lässt sich die Zufahrt am neuen Standort regeln? Schon jetzt ist die Ausfahrt von der Firma act’o-soft auf die Engerstraße schwierig, das Linksabbiegen regelrecht gefährlich.

Veränderungssperre scheint nicht ausgeschlossen

Allerdings stellt sich die Frage, welche Einflussmöglichkeiten die Stadt hat, das Projekt – wenn sie es will – zu verhindern. Das Grundstück befindet sich in Privatbesitz, das Gelände liegt im zentralen Versorgungsbereich, wo großflächiger Einzelhandel durchaus erlaubt ist. Direkt gegenüber befindet sich der Drogeriemarkt Rossmann; beide Märkte würden sich sicher gegenseitig befruchten.

Fest steht außerdem, dass die Firma act’o-soft, die den Großteil der Räume in dem alten Gebäude angemietet hat, ausziehen und nach Halle übersiedeln wird. Stellt sich für den Inhaber also die Frage nach einer Folgenutzung für das Gelände.

Die Aussage von Bauamtsleiter Jens Kreiensiek ist klar: „Die Stadt ist nicht Inhaber der Fläche. Aber wir könnten über das Planungsinstrument einer Veränderungssperre versuchen, Einfluss zu nehmen." Wie es aussieht, soll der Politik am 25. März ein solcher Vorschlag unterbreitet werden. „Danach müssen wir sehen, wie es weitergeht", so Kreiensiek.

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