Wheel Soccer: 30 Kinder und Jugendliche haben Spaß im Rollstuhl

Rollstuhlsport: Die Abteilung des DSC Arminia Bielefeld bietet in der Betheler Dreifachsporthalle Wheel Soccer und Korbball an. Einige junge Sportler kommen aus Werther und Halle

Alexander Heim

Mit Tipps vom Trainer geht's noch besser: Peter Kintscher leitet die Gruppe. - © Alexander Heim
Mit Tipps vom Trainer geht's noch besser: Peter Kintscher leitet die Gruppe. (© Alexander Heim)
Seit vielen Jahren mit dabei: Till (von links), Marlon, Jasper und Lasse kommen aus dem Altkreis Halle. - © Alexander Heim
Seit vielen Jahren mit dabei: Till (von links), Marlon, Jasper und Lasse kommen aus dem Altkreis Halle. (© Alexander Heim)

Werther/Bielefeld. Sie treffen sich immer dienstags. Immer ab 17 Uhr. Immer in der neuen Dreifachturnhalle der Betheler Schulen am Quellenhofweg. Zwischen fünf und 18 Jahren sind die jungen Sportlerinnen und Sportler alt, die hier in Fahrt kommen wollen. Einige kommen mitsamt Rollstuhl. Andere hoffen darauf, einen der Sportrollstühle, die die Abteilung des DSC Arminia Bielefeld vorhält, ergattern zu können. Ihr Ziel: gemeinsam am Ball zu sein.

Seit drei Jahren ist die Gruppe von Kindern und Jugendlichen unter dem Dach des renommierten DSC Arminia zu Hause. Ebenso lange fungiert der Haller Dietrich Keller als Abteilungsleiter. „Wir haben mit zehn, zwölf Teilnehmern angefangen", verrät der 59-Jährige. Inzwischen sind es rund 30, die mit viel Spaß am Ballsport den Weg in die Halle finden.

Ein integratives Projekt, bei dem auch Mädchen und Jungen ohne Behinderung mit dabei sind. Meist die Geschwister, die Neues ausprobieren wollen und dabei neue Freundschaften knüpfen. Lasse und Jasper Kaps aus Werther sind ebenso mit von der Partie wie Marlon Speck, der ebenfalls aus Werther kommt. Und auch Dietrich Kellers Sohn Till (17) will die wöchentlichen Trainingseinheiten nicht missen.

Eine Reise ging schon bis nach Berlin

Ob man eigentlich „Läufer" ist, ob man nur zeitweilig einen Rollstuhl benötigt, Letzterer Teil des Alltags ist und vielleicht sogar mit elektrisch unterstützten Rädern oder als kompletter Elektro-Rollstuhl ausgerüstet ist – all das spielt beim Rollstuhlsport im Bielefelder Stadtbezirk Gadderbaum keine Rolle.

„Es ist für uns ein Glücksgriff, dass wir diese Halle nutzen können", erklärt Dietrich Keller. Die große Sporthalle war noch nicht ganz fertig, da hatte die Rollstuhl-Sportabteilung bereits Hallenkapazitäten gebucht. Nun wird hier gleich zwei Mal in der Woche trainiert. Dienstags mit den Jüngsten, am Freitag mit Kindern und Jugendlichen, die auf mehr Turniererfahrung hoffen.

Mehrfach sind die jungen Sportler bereits zu Wettbewerben aufgebrochen, haben öfter in Dortmund den Austausch im Wheel Soccer – dem Fußball im Rollstuhl – gesucht. Auch in Berlin ist man bereits an den Start gegangen. Und hat dort einen Überraschungserfolg erreicht. Als Zweitplatzierte sind die Bielefelder wieder nach Hause gefahren.

Alle Sportarten werden ausprobiert

Nun wollen sie ihr erstes eigenes Turnier starten. Am kommenden Samstag, 16. März, kommen Teams aus Dortmund und Lippetal nach Bielefeld. „Sieben Jugend- und drei Erwachsenen-Mannschaften", erläutert Dietrich Keller, die Bielefelder inbegriffen.

Und während die Jugend am Freitag noch letzte Spielzüge trainiert hat, um gut vorbereitet ins Turnier zu starten, haben sich die Großen vor allem dem Korbball gewidmet. „Wir probieren alle Sportarten mal aus", verrät Dietrich Keller. Zur guten Tradition am Freitag zählt auch ein Spiel der Kinder und Jugendlichen gegen die Eltern und erwachsenen Teilnehmer. Natürlich im Wheel Soccer. Allerdings nicht ganz nach den exakten Spielregeln.

Darauf, dass der große Pezziball tatsächlich nur mit einer Hand berührt wird, um gespielt zu werden, achtet Schiedsrichter und Jugendtrainer Ulrich Osanko schon. Dass eigentlich nur vier Feldspieler und ein Torwart auf dem Platz stehen dürfen, spielt hingegen keine Rolle. Dafür ist der Spaß viel zu groß, dass sich einerseits schnelle, versierte Rollstuhlfahrer miteinander messen. Oder Väter und Söhne. Wer hier den konditionellen Vorteil hat, ist schnell ersichtlich. „Jetzt machen wir sie platt, oder?", ist da zwischenzeitlich vom 15-jährigen Moritz zu hören.

Jugendliche schlagen Eltern 5:3

Ein Weckruf für Kai Kramer. Es steht 2:1 für die Eltern, als der 16-Jährige noch einmal so richtig durchstartet. Zwei geschickte, schnelle Spielzüge – dann hat er gleich zweimal den Ball im gegnerischen Tor versenkt. Am Ende steht es 5:3 für die Jugendlichen. „Wo andere zum Fußball gehen, gehe ich zum Wheel Soccer", erzählt Kai, der auch gerne einen Übungsleiterschein für die Gruppe machen möchte. „Wheel Soccer ist cool", findet auch der 16-jährige Danny. „Ich stehe beim Turnier im Tor", verrät er.

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