Blotenberg: „Argumente bleiben unberücksichtigt“

Baugebiet: Die Bürgerinitiative kritisiert den Umgang mit den Einwendungen

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Ist und bleibt ein Streitobjekt: Das Baugebiet am Blotenberg. - © Anja Hanneforth
Ist und bleibt ein Streitobjekt: Das Baugebiet am Blotenberg. (© Anja Hanneforth)

Werther (HK). Tatsächlich werde in der von der Stadtverwaltung nun vorgelegten Erörterung der Einwendungen kein einziges Argument im Sinne einer Änderung der ursprünglichen Planungen aufgenommen, kritisiert die Bürgerinitiative in einem Schreiben an die Redaktion. Argumente von mehr als 250 Wertheraner blieben so unberücksichtigt.

Das liege nicht an fehlgeleiteten Überlegungen der Bürger. Vielmehr sei die Erörterung von vornherein darauf angelegt, vorgebrachte Einwände zurückzuweisen, so die Bürgerinitiative. „Tatsächlich liest sich die Ausarbeitung des Planungsbüros wie eine Verteidigungsschrift der von ihm selbst 2017 vorgelegten Planunterlagen, und den Bürgern wird wiederholt die Fähigkeit zur eigenständigen Meinungsbildung abgesprochen", heißt es in der Stellungnahme.

Kritik übt die Bürgerinitiative an den „Mehrheitsfraktionen" UWG, SPD und FDP. Sie, so heißt es, werden sich mit den Einwendungen wohl nicht auseinandersetzen. Die Bürgerinitiative nimmt dabei Bezug auf die Berichterstattung im Haller Kreisblatt vom 1. Februar, in der der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Georg Hartl sowie die Fraktionsvorsitzenden von UWG und FDP, Uwe Gehring und Jan-Holm Sussieck, ankündigten, das Baugebiet jetzt „durchziehen" zu wollen. „Noch bevor die Einwendungen überhaupt öffentlich vorlagen", monieren die Gegner einer Blotenbergbebauung.

„Unmissverständliches Zeichen des Bürgerwillens"

In diesem Zusammenhang kritisiert die Bürgerinitiative die SPD. Sie habe immer wieder behauptet, mit der Kommunalwahl 2014 hätte sie ein Mandat der Bürger für die Blotenbergbebauung erhalten. Im Wahlflyer der SPD sei der Blotenberg jedoch mit keinem Wort erwähnt worden.

Für den Bürgerwillen in Werther sieht die Bürgerinitiative ein „unmissverständliches Zeichen" und nennt Beispiele: eine Unterschriftenaktion 2012 mit mehr als 1.000 Unterschriften und die mehr als 250 Einwendungen. „Zusätzlich", so die Initiative, „eine Umfrage im Haller Kreisblatt mit einem klaren Meinungsbild zugunsten des Erhalts eines unbebauten Blotenberges." In einer HK-Umfrage zum Leben in Werther (erschienen am 5. Oktober 2018) hatte eine Mehrheit der Befragten dazu tendiert, den Blotenberg nicht zu bebauen.

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