Feten, Foodsharing, Foto-Klub: Das wünschen sich Senioren in Werther

Bürgerforum 65+: Das Seniorentreffen im Haus Werther bringt zahlreiche Ideen auf. Unter anderem wünschen sich die Teilnehmer mehr Feten für die ältere Generation, eine Kontaktbörse oder einen Blindentreff

Edwin Rekate

Outputorientiertes Arbeiten: Die »Murmelgruppen« wurden von den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern mit Klemmbrettern und Edding-Stiften versorgt. Sie sammelten Ideen, die dann ausgetauscht wurden. - © Edwin Rekate
Outputorientiertes Arbeiten: Die »Murmelgruppen« wurden von den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern mit Klemmbrettern und Edding-Stiften versorgt. Sie sammelten Ideen, die dann ausgetauscht wurden. (© Edwin Rekate)
Eindrucksvolles Zwischenergebnis: Torsten Fischer von der Fachberatung für die offene Seniorenarbeit der Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände und die Netzwerkerin Bettina Hartung-Klages präsentieren die Wünsche der Murmelgruppen. - © Edwin Rekate
Eindrucksvolles Zwischenergebnis: Torsten Fischer von der Fachberatung für die offene Seniorenarbeit der Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände und die Netzwerkerin Bettina Hartung-Klages präsentieren die Wünsche der Murmelgruppen. (© Edwin Rekate)

Werther. 2.400 Einwohner von insgesamt 11.500 sind älter als 65 Jahre, 140 interessierte Bürgerinnen und Bürger haben sich angemeldet, mehr als 120 waren am Freitagnachmittag der Einladung zum »Bürgerforum 65+« ins Haus Werther gefolgt und tauschten sich konstruktiv über ihre Wünsche und die möglichen Angebote aus.

Um ein lebendiges Miteinander zu fördern und auszubauen, hatten Bürgermeisterin Marion Weike, das »Netzwerk Älter in Werther«, vertreten durch Bettina Hartung-Klages, ein Dutzend ehrenamtlicher Mitarbeiter und Torsten Fischer von der »Fachberatung für die offene Seniorenarbeit der Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände des Kreises Gütersloh« eingeladen.

„Angenommen, Sie leben in einer anderen Stadt, was muss vorhanden sein, damit sie dort gut leben können?" – Gleich nach den Begrüßungsformeln ging es in die strukturierte Brainstorming-Phase. Zum kreativen Ideenaustausch wurden auf Torsten Fischers Anregung Murmelgruppen von zwei bis vier Personen gebildet, die – von hilfsbereiten Netzwerkerinnen und Netzwerkern versorgt – mit Klemmbrett und Edding-Stiften versehen wurden.

Blinden-Treff, Foodsharing und ein Foto-Klub

Eine dreistufige, outputorientierte Arbeitsphase erbrachte, welche Wünsche die Wertheraner haben, was für Kontakte, Aktivitäten und soziale Unterstützung sie sich für ein gesundes Altwerden vorstellen. Außenbezirkstreffpunkte, ein spezieller Blinden-Treff, Ehrenamtsbörse, Foodsharing, Foto-Klub, Handwerker- und Gartenhilfen, interkulturelle Veranstaltungen, PC- und Smartphone-Hilfsangebote, Seniorensport und Wandergruppen führen die auf Packpapier projizierte Top-Ten-Liste der insgesamt 20 erarbeiteten Themen an.

In einer zielführenden Fragerunde wurde ermittelt, wer konkret an einer Teilnahme oder an einer aktiven Mitarbeit interessiert ist. Dazu füllten die Anwesenden auch Karteikarten mit ihren Kontaktdaten aus. „Themen, die zum Motto passen, werden ins Stadtentwicklungskonzept aufgenommen und das Ergebnisprotokoll der Auswertung wird als E-Mail versendet", versprach Bettina Hartung-Klages. Bürgermeisterin Weike sicherte eine weitere Unterstützung der Stadt zu und bot an, das Protokoll per Post zu versenden, da nicht alle Senioren über einen Internetzugang verfügen.

Bernd Meyer zur Heide, ehemaliger Stadtbrandmeister, nutzte die Plattform im Schloss, um ein Wohnmodell vorzustellen, das der Bremer Ex-Bürgermeister Henning Scherf favorisiert. „Wir haben vor über 20 Jahren hier gebaut und nicht ans Alter gedacht", sagte der 72-jährige Meyer zur Heide, der heute durchaus in überschaubare Wohngruppen mit Rückzugsbereichen für Gleichgesinnte investieren würde. „Im Alter in die WG", kommentierte Hanns Lindemann, der zu gern die Resonanz auf eine Seniorendisco »Oldies feiern Oldies« auschecken würde.

An der perfekten Rezeptur für ein Älterwerden in der Böckstiegelstadt wird weiter eloquent gearbeitet und wer sich im Netzwerk zum Thema austauschen möchte, kann folgende E-Mail-Adresse nutzen: bettina.hartung-klages@fh-bielefeld.de. Gemeinsam-statt-einsam-Fan Bernd Meyer zur Heide ist unter wbmzh@web.de zu erreichen.

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