Anwohner ärgern sich über lärmende Jugendliche auf Mühlenwiese-Spielplatz

Mühlenhaus als Treffpunkt: Anwohner des Spielplatzes an der Mühlenwiese ärgern sich über laute Jugendliche. Die Stadt hat das Problem nach eigener Angabe erkannt

Anke Schneider

Einladend: Das Spielgerät an der Mühlenwiese. - © Anke Schneider
Einladend: Das Spielgerät an der Mühlenwiese. (© Anke Schneider)

Werther. Die Stadt Werther ist stolz auf das neue Spielgerät auf dem Spielplatz an der Mühlenwiese, das zum 300. Jubiläum der Verleihung der Stadtrechte aufgestellt wurde. Es erinnert an die fünf Mühlen entlang dem Schwarzbach, die es in Werther einst gegeben hat und welche die gewerbliche Entwicklung der Böckstiegelstadt entscheidend mitprägten.

Bei den Anwohnern des Spielplatzes hält sich die Begeisterung allerdings in Grenzen. Die Hütte, die ein Mühlenhaus darstellt, sei wie eine Einladung für Jugendliche. Der Spielplatz werde ohnehin von Jugendlichen als Treffpunkt aufgesucht, sagt ein Rentner, der namentlich nicht genannt werden möchte. „Nun haben sie auch noch ein Dach über dem Kopf und können sich bei jedem Wetter dort aufhalten“, so der Anwohner. Die Stadt habe darüber offenbar nicht nachgedacht.

Seit vielen Jahren treffen sich Gruppen von jungen Leuten auf dem Spielplatz. „Manche sind ruhig und vernünftig und entschuldigen sich sogar, wenn sie zu laut waren“, sagt der Anwohner. Andere seien betrunken, laut, unverschämt und bisweilen sogar bedrohlich. Einige seien sogar in zerstörerischer Absicht unterwegs, „die haben am 21. Januar sogar Feuerwerkskörper gegen unser Haus geworfen“.

Hütte mit Graffiti beschmiert

Zur Anzeige gebracht: Graffiti im Spielgerät nimmt die Stadt Werther nicht hin. - © Anke Schneider
Zur Anzeige gebracht: Graffiti im Spielgerät nimmt die Stadt Werther nicht hin. (© Anke Schneider)

Am 1. Februar sei es zu einem Vorfall gekommen, der den Anwohnern den Schlaf geraubt habe. „Bis 3 Uhr nachts war Lärm auf dem Spielplatz“, erzählt die Ehefrau des Rentners. Um 4 Uhr habe sie noch einmal nachgesehen, da sei immer noch Licht in der Hütte gewesen. „Mit Graffiti beschmiert haben die Jugendlichen die Hütte auch schon“, ergänzt ihr Ehemann.

„Wir haben nichts gegen den Spielplatz und spielende Kinder“, sagt das Ehepaar. Die Stadt hätte sich jedoch Gedanken machen müssen, was eine solche Hütte auslösen kann. „Die haben das gemacht, ohne zu überlegen.“

Bürgermeisterin Marion Weike kennt das Problem mit lärmenden Jugendgruppen. Schließlich begleitet sie das Problem an den Treffpunkten wie der Schule, dem Jugendzentrum oder eben dem Spielplatz schon seit Jahren.

Wegen sich häufender Beschwerden hat die Stadt gemeinsam mit Versmold und Borgholzhausen das »Streetworker-Projekt« in Angriff genommen. Ein Sozialarbeiter der AWO wurde bereits eingestellt, der die Jugendlichen an ihren Treffpunkten aufsuchen soll (das HK berichtete). Von dieser aufsuchenden Jugendarbeit versprechen sich die Kommunen eine Verbesserung der Lage, schon allein, weil die Jugendlichen so aus ihrer Anonymität herauskommen. „Wir wissen, wo unsere Jugendlichen stecken“, sagt Marion Weike. Zudem will der Streetworker versuchen, die jungen Leute für die Probleme des Vandalismus und der Ruhestörung zu sensibilisieren. Erste Gespräche mit der Fachkraft haben bereits stattgefunden, Mitte des Jahres soll es losgehen.

„Wir werden für die Jugendlichen keinen rechtsfreien Raum schaffen“

„Die Menschen in Werther müssen aber auch akzeptieren, dass Jugendliche sich im Stadtgebiet treffen und dass es dann vielleicht auch mal lauter wird“, sagt Marion Weike. Die Aktivitäten der Jugendlichen müssten natürlich im Rahmen bleiben. Nach 22 Uhr müsse niemand den Lärm hinnehmen. Auch die Graffiti-Schmierereien in der Hütte seien von der Stadt zur Anzeige gebracht worden. „Wir werden für die Jugendlichen keinen rechtsfreien Raum schaffen“, sagt die Bürgermeisterin. Auch der Nachwuchs müsse schließlich lernen, sich an die Regeln zu halten.

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