Werthers Topsportler werden geehrt - Bogenschütze findet keine Konkurrenz

Die Stadt Werther würdigt die Leistungen ihrer Einzel- und Mannschaftssportler. Der Stadtsportverband übergibt Abzeichen und Urkunden. Bürgermeisterin Marion Weike interviewt die Empfänger – und erfährt Erstaunliches

Ekkehard Hufendiek

Im Schloß Werther: Rund 80 Sportler haben an der Jahresehrung der Stadt Werther teilgenommen. - © Ekkehard Hufendiek
Im Schloß Werther: Rund 80 Sportler haben an der Jahresehrung der Stadt Werther teilgenommen. (© Ekkehard Hufendiek)
Im Schloß Werther: Rund 80 Sportler haben an der Jahresehrung der Stadt Werther teilgenommen. - © Ekkehard Hufendiek
Im Schloß Werther: Rund 80 Sportler haben an der Jahresehrung der Stadt Werther teilgenommen. (© Ekkehard Hufendiek)

Werther. Der neunjährige Erik Münter betreibt eine außergewöhnliche Sportart: traditionelles Bogenschießen. Die ist so außergewöhnlich, dass er bei den deutschen Meisterschaften 2018 in der Altersklasse U10 der einzige Teilnehmer war. Kurzerhand trat er bei den älteren Kindern in der U13 an. Dort war er prompt der Beste und errang den Deutschen Meistertitel.

„Seit wann übst du denn eigentlich schon?", fragte die sichtlich beeindruckte Bürgermeisterin Marion Weike den Jungen und erhielt eine verblüffende Antwort: „Seitdem ich Zweieinhalb bin". Ein Raunen ging durchs Publikum – rund 100 Sportler und ihre Angehörigen waren anwesend. Viele wussten offenbar, dass manch anderer mit zweieinhalb Jahren gerade erst anfängt zu laufen. Für Münters herausragende sportliche Leistung überreichte ihm die Bürgermeisterin die Ehrenplakette in Gold. Münters Mutter Doris hätte sie wohl ebenfalls verdient. Denn sie ist amtierende Vizeeuropameisterin der Feldbogenschützen. Doch Weike wies daraufhin, dass sie die Ehrenplakette schon 2013 bekommen hatte. Daher überreichte sie der erfolgreichen Bogenschützin nur eine Urkunde.

Im Schloß Werther: Rund 80 Sportler haben an der Jahresehrung der Stadt Werther teilgenommen. - © Ekkehard Hufendiek
Im Schloß Werther: Rund 80 Sportler haben an der Jahresehrung der Stadt Werther teilgenommen. (© Ekkehard Hufendiek)

Unter dem Applaus des Publikums hob Marion Weike zahlreiche weitere herausragende Leistungen von Einzelsportlern hervor: So errang Langstreckenläuferin Sabine Engels über 5000 Meter auf der Bahn den deutschen Vizemeistertitel. Außerdem wurde sie DM-Vierte im Zehnkilometerstraßenlauf. Leon Steinböhmer gewann den Böckstiegellauf über zehn Kilometer in 35 Minuten und 28 Sekunden und Leichtathlet Aaron Thieß sammelte auf NRW-Ebene Titel: Er wurde im Zehnkampf und im Kugelstoßen mit persönlicher Bestleistung von 13,94 Meter Vizemeister. Bei den Jugendweltmeisterschaften im Speerwurf der unter 18-Jährigen holte er zudem den dritten Platz.

Doch nicht nur Talente wie Aaron Theiß ehrte Marion Weike. Sie holte auch zwei äußerst erfolgreiche Routiniers der Leichtathletik zu sich nach vorne ans Mikrofon: Gerd Lipinski und Claus Werner-Kreft vom TV Werther betreiben seit Jahrzehnten Leichtathletik. So wurde Gerd Lipinski in der Altersklasse M 65 bei den Landesmeisterschaften in Gladbeck mit 4,49 Meter bester westfälischer Weitspringer. Außerdem holte er mit der M 60-Sprintstaffel der Startgemeinschaft Werther/Brackwede/Kirchlinde bei den deutscher Seniorenhallenmeisterschaften den Vizemeistertitel.

Sein Kollege Claus-Werner Kreft ist wohl noch erfolgreicher: Der 74-Jährige bezeichnete sich selbst als „Dinosaurier" unter den Leichtathleten und erntete für diese Bemerkung dankbare Lacher von den Besuchern. Marion Weike fragte wohl zurecht nach der Verletzungsgefahr im Seniorendreisprung. Doch der Dinosaurier beschwichtigte: „Wenn man die Gelenke kräftigt und die Muskulatur vorbereitet, ist es nicht so gefährlich", sagte Kreft. Er sehe jedenfalls noch keinen Grund mit seiner Leidenschaft aufzuhören.

Anschließend interviewte Marion Weike die Fußball-B-Juniorinnen des BV Werther, die im vergangenen Jahr nach einen 2:0-Sieg gegen den SC Halle den Kreispokalsieg feierten. Deren Trainerin Anne Horstmann bezeichnete ihr Team als „wilden Haufen", woraufhin Marion Weike die Mannschaft mit der Aufforderung entließ: „Bleibt ein toller Haufen".

Nach der Ehrung überreichte Silke Prochnow vom Stadtsportverband zahlreiche Sportabzeichen in Gold, Silber oder Bronze. Unter anderem bekam Klaus Kusenberg für die 50. Wiederholung eine besondere Erwähnung – womit er fast Rekordhalter ist. Doch es gibt noch eine Person aus Werther, die ihr 52. Sportabzeichen ablegte, und das trotz, wie sie selber sagte zwei Knieoperationen und eines neuen Hüftgelenkes: Christel Ermshaus.

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