Geklautes Bier bringt Arrest ein

Weil er in ein Vereinsheim in Werther einstieg, wird ein Haller verurteilt

Anke Schneider

Symbolfoto - © Foto: Sebastian Duda - Fotolia
Symbolfoto (© Foto: Sebastian Duda - Fotolia)

Werther/Halle. Am Abend des 7. Juli des vergangenen Jahres war der 20-Jährige mit Freunden in Werther unterwegs. Auf dem Weg zur Gesamtschule kamen sie an einem Vereinsheim vorbei. Offenbar stieg der Angeklagte dort ein und nahm Bier und Chips im Wert von rund 15 Euro an sich. Das Diebesgut steckte er in einen Rucksack, den sein 18-jähriger Freund auf dem Rücken trug.

Ein Vereinsmitglied wurde auf den Vorfall aufmerksam, eilte zu dem Gebäude und wollte die jungen Männer zur Rede stellen. Die beiden hauten ab, kamen aber später zurück. Der 18-Jährige wurde vernommen, den 20-Jährigen nahm die Polizei mit.

In der Verhandlung vor dem Amtsgericht wollten sich die beiden an den Abend nicht so recht erinnern können. Betrunken seien sie gewesen, sagte der 18-Jährige. Der Darstellung glaubte das Gericht nicht. Schließlich hatte der Alkoholpegel bei den jungen Männern unter einem Promille gelegen.

Vor dem Zeugen weggelaufen

Bei der Polizei hatten die beiden die Tat zugegeben, und das reichte dem Gericht am Ende als Beweis aus. „Es gibt außerdem eine Menge anderer Indizien“, sagte der Richter. Dazu gehörten das Weglaufen vor dem Zeugen und das von der Polizei aufgefundene Diebesgut im Rucksack.

Der 18-Jährige kam mit einer Einstellung des Verfahrens davon. Als Auflage muss er 25 Sozialstunden ableisten. Der Ältere brachte laut Staatsanwaltschaft „allerdings schon Einiges mit“. Er ist bereits mehrfach wegen Diebstahls und versuchten gemeinschaftlichen Diebstahls verurteilt worden. Einen Freizeitarrest und eine Woche Dauerarrest hat er deswegen bereits abgesessen. „Das hat offenbar alles nichts genutzt“, sagte die Vertreterin der Staatsanwaltschaft. Sie warnte den jungen Mann, dass als nächste Station der Jugendarrest anstehe, und der beginne in der Regel bei sechs Monaten.

Der ältere Angeklagte wurde wegen seiner Vorstrafen zu zwei Wochen Arrest verteilt. In das Urteil floss zudem ein illegaler Waffenbesitz vom 1. Juli des vergangenen Jahres ein. An diesem Tag wurde der junge Mann mit einem Elektroschocker und einem Springmesser erwischt. Zudem verfügte das Gericht eine zwölfmonatige Betreuung für den jungen Mann, die helfen soll, ihn wieder auf den richtigen Weg zu bringen.

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