Baugebiet Blotenberg: Viel Stoff für Zoff

Am Montag hat die Stadt die umfangreichen Anlagen zum möglichen ersten Bauabschnitt veröffentlicht. Heute befasst sich der Planungsausschuss damit. Eine Abstimmung steht aber noch nicht an

Claus Meyer

Der Blotenberg: Auf dem Luftbild sieht er imposant aus. Seine mögliche Bebauung dürfte heute wieder die Gemüter in der Wertheraner Politik erhitzen. - © Ulrich Fälker
Der Blotenberg: Auf dem Luftbild sieht er imposant aus. Seine mögliche Bebauung dürfte heute wieder die Gemüter in der Wertheraner Politik erhitzen. (© Ulrich Fälker)

Werther. Das liegt an der schieren Menge Information, die die politischen Vertreter erst einmal abarbeiten müssen. Die Begründung der Stadt Werther zum ersten Bauabschnitt des Baugebiets Blotenberg füllt 64 Seiten. Auf 265 Seiten ist die Beteiligung der Öffentlichkeit niedergeschrieben, darunter die zahlreichen Einwendungen. Die Stellungnahmen von Behörden und der sogenannten Träger öffentlicher Belange benötigen 52 Seiten. Dazu kommen fast schon bescheidende 31 Seiten Beratungsunterlagen und ein Bebauungsplan.

Das sagt die Verwaltung

Die 2,8 Hektar potenziellen Baugebiets, um die es im ersten Bauabschnitt geht, sieht die Verwaltung in ihrer Begründung „als Beitrag zur Deckung des anhaltenden Wohnraumbedarfs". Diese Wohnbauentwicklung diene ausdrücklich auch der Sicherung des Bestands und der Weiterentwicklung von Werther als gesunde Kleinstadt mit intakter, vielfältiger Infrastruktur, heißt es weiter. Ein „Mix aus familienbezogenen Wohnformen" soll entstehen. „Die Wohnbauentwicklung soll sich am Rand des Stadtkerns behutsam in das bestehende Orts- und Landschaftsbild einfügen."

Stellungnahmen

246 Einwender sind insgesamt aufgeführt. Die Öffentlichkeit wurde erstmals 2013 beteiligt, das zweite Mal vom 6. Februar bis 10. März 2017. Die Initiative Blotenberg wandte sich im März 2013 mit einer mehrseitigen Eingabe gegen die Bebauung, der schlossen sich andere Einwender an. 2017 bezog die Initiative erneut Stellung gegen eine Bebauung und schickte entsprechende Vordrucke an die Wertheraner Haushalte. Daneben gibt es viele Einzelstimmen. „Eine wunderschöne Naturfläche wird zerstört, obwohl es noch andere Baugebiete gibt", sagt etwa Einwender 57 im März 2017 und ergänzt damit den Vordruck der Initiative Blotenberg. Ein Tenor, den weitere Einwender teilen. Einwender 167 gibt zu bedenken, „über die unausweichlichen Folgen" einer Bebauung „bislang so gut wie nichts" gehört zu haben. Er nennt etwa „stark erhöhtes Verkehrsaufkommen" und die „eventuellen Auswirkungen" auf die Waldheimat. Einwender 146 nennt den Schweinemastbetrieb in der Nähe als Argument gegen eine Bebauung.

Bei Behörden und Trägern öffentlicher Belange finden sich verschiedene Positionen. Der Kreis Gütersloh etwa stimmt dem Vorhaben „grundsätzlich zu". Für den Bund für Umwelt und Naturschutz sollte der Bebauungsplan „nicht verwirklicht werden", unter anderem, weil seine Flächen „für den Bedarf der Einwohner der Stadt Werther nicht erforderlich" seien.

SPD, UWG und FDP irritiert

Rainer Demoliner hatte derweil am Montag erneut Besuch von der Politik. Die Fraktionsvorsitzenden und deren Stellvertreter der SPD, UWG und FDP im Wertheraner Rat haben sich vom Stadtkämmerer vortragen lassen. Inhaltlich ging es um die Zahlen, Daten und Fakten, die am vergangenen Freitag bereits den CDU-Vertretern zum Thema Baugebiet Blotenberg mitgeteilt worden waren. Die Christdemokraten hatten wie berichtet auf deren Grundlage eine eigene Berechnung durchgeführt und geschlussfolgert, dass das Baugebiet Blotenberg wegen der hohen Kosten nicht zu halten sei.

„Verwunderung und Irritation hat Birgit Ernst bei ihren Kollegen der SPD, UWG und FDP mit ihrer Hypothese ausgelöst, die Bebauung »Blotenberg« bringe ein Minus von zwei Millionen Euro für die Stadtkasse", heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung. Und weiter: „Die Behauptung der CDU, das Baugebiet Blotenberg bringe ein Minus von zwei Millionen Euro, konnte in keiner Weise nachvollzogen werden." In den nächsten Tagen werde es eine gemeinsame Stellungnahme der drei Fraktionen geben, kündigten SPD, FDP und UWG an.

Was heute passiert

Über einen möglichen Bebauungsplan für den ersten Bauabschnitt wird heute nicht abgestimmt. Das soll laut Mitteilungsdrucksache der Verwaltung erst in der Ausschusssitzung im Februar geschehen. Es fehlen noch Dokumente, etwa der überarbeitete Umweltbericht; zudem die Vorschläge zu den Stellungnahmen von Einwendern und öffentlichen Einrichtungen. Die muss das Planungsbüro noch fertigstellen. Der Planungsausschuss beginnt um 18 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses.

Copyright © Haller Kreisblatt 2019
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.