Unangefochtene Spitze auf dem Arbeitsmarkt

Gute Zahlen für Werther: Die Arbeitslosigkeit geht im Jahresvergleich um 20,8 Prozent zurück. Bei den offenen Stellen gibt es ein Rekordplus von 40,5 Prozent

Detlef Hans Serowy

Arbeitsmarkt: Deutlich weniger Menschen müssen in diesem Jahr aus Werther regelmäßig den Gang zur zuständigen Arbeitsagentur antreten. Der Arbeitsmarkt entwickelte sich in der Böckstiegelstadt überdurchschnittlich gut. Foto: Arne Dedert/dpa - © Arne Dedert
Arbeitsmarkt: Deutlich weniger Menschen müssen in diesem Jahr aus Werther regelmäßig den Gang zur zuständigen Arbeitsagentur antreten. Der Arbeitsmarkt entwickelte sich in der Böckstiegelstadt überdurchschnittlich gut. Foto: Arne Dedert/dpa (© Arne Dedert)

Werther. Goldene Zeiten herrschen derzeit für viele Wertheraner auf dem Arbeitsmarkt. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Arbeitslosigkeit in der Böckstiegelstadt um satte 20,8 Prozent zurück. Waren im Dezember 2017 noch 236 Frauen und Männer arbeitssuchend, lag ihre Zahl im Dezember 2018 um 49 niedriger bei 187. Die Zahl der offenen Stellen nahm im gleichen Zeitraum um 40,5 Prozent von 42 auf 57 zu.

Beim Rückgang der Arbeitslosigkeit lag Werther damit sehr deutlich über den Werten aus den Arbeitsamtsbezirken Gütersloh und Bielefeld. Im Bereich Gütersloh gab es einen Rückgang um 962 oder 11,2 Prozent und im Bereich Bielefeld um 2.137 oder 9,9 Prozent. Eine Arbeitslosenquote wird für einzelne Städte nicht ausgeworfen. In Gütersloh lag sie im Dezember 2018 bei 3,7 und in Bielefeld bei fünf Prozent. Nach unterschiedlichen Wirtschaftstheorien liegt die Vollbeschäftigung bei einer Arbeitslosenquote zwischen zwei und vier Prozent.

Beschäftigte zwischen 45 und 55 Jahren sind die Gewinner

Größte Gewinner auf dem Arbeitsmarkt in Werther waren die Beschäftigten zwischen 45 und 55 Jahren. Bei ihnen sank die Beschäftigungslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr um 30 Prozent. Im Alterssegment zwischen 35 und 45 Jahren lag der Rückgang bei 28,3 Prozent. Auch bei den Arbeitssuchenden über 55 Jahre gab es eine stattliche Abnahme von 23,6 Prozent. Die Langzeitarbeitslosen profitierten mit einem Rückgang von 21,5 Prozent vom Boom.

Beim Geschlechtervergleich lagen die Frauen vorn. Bei ihnen sank die Beschäftigungslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr um 26,5 Prozent. Bei den Männern lag der Rückgang bei 15,1 Prozent. Geringer waren die Unterschiede bei den Qualifikationen. Die Arbeitslosigkeit nahm bei ungelernten Arbeitssuchenden um 18,3, bei Menschen mit Berufsausbildung um 21,9 und bei Akademikern um 22,8 Prozent ab. Bei jungen Leuten im Alter von 15 bis 25 Jahren nahm die Arbeitslosigkeit dagegen um knapp 32 Prozent zu. Die Zahl der Arbeitssuchenden stieg hier von 13 auf 20.

Bei den offenen Stellen belegt Werther im Nordkreis Gütersloh mit einem Plus von 40,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr einen unangefochtenen Spitzenplatz. Im gesamten Kreisgebiet gingen die Stellenangebote um 238 oder 8,4 Prozent zurück. In Halle war der Rückgang im Nordkreis mit 29,5 Prozent am stärksten. Versmold verzeichnete ein Minus von 19,4 und Borgholzhausen von 3,7 Prozent. In Steinhagen gab es bei den Stellenangeboten eine leichte Zunahme um vier Prozent. Im Bereich der Arbeitsagentur Bielefeld ging die Zahl der offenen Stellen um 322 oder 4,9 Prozent zurück.

Auch deutschlandweit ist die Entwicklung positiv

Bundesweit präsentierte sich der Arbeitsmarkt im Dezember 2018 ebenfalls sehr robust. Trotz einer leicht abgeschwächten Konjunktur ging die Zahl der Erwerbslosen im Vergleich zu 2017 um 175.000 zurück. Die Arbeitslosigkeit stieg im Vergleich zum November um 23.000 auf 2,21 Millionen an. Bereinigt um die saisonalen Einflüsse der Winterpause im Dezember spricht die Arbeitsagentur von einem Rückgang bei der Erwerbslosigkeit von 14.000.

Auch bei der Unterbeschäftigung gab es eine positive Entwicklung. Sie umfasst zusätzlich auch Menschen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit. Diese Gesamtzahl ging um 11.000 auf 3,162 Millionen zurück. 210.000 weniger als vor einem Jahr.

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