Möbelmanufaktur Werther feiert 100. Geburtstag

Das Traditionsunternehmen aus Häger feiert sein 100-jähriges Bestehen auf der Möbelmesse in Köln. Der limitierte Sessel W 100 ist das Highlight

Detlef Hans Serowy

Tim, Klaus, Doris und Lena Oberwelland. - © Detlef Hans Serowy
Tim, Klaus, Doris und Lena Oberwelland. (© Detlef Hans Serowy)

Werther-Häger. Im Januar 1919 gründet Hugo Oberwelland in Bielefeld eine kleine Sattlerei. Sie ist die Keimzelle der Firma »Werther – die Möbelmanufaktur« in Häger. Auf den Tag genau sei die Gründung nicht bekannt, so Doris Oberwelland. Kein Problem für die heutigen Inhaber. Sie feiern ihren 100-jährigen Geburtstag eine Woche lang auf der Möbelmesse in Köln. Von Montag bis Sonntag, 14. bis 20. Januar.

Das große Branchentreffen biete sich an, die Kunden zu Kaffee und Kuchen einzuladen, so die Chefin. Rund 500 Einladungen sind allein dafür unterwegs. An jedem Messetag läuft die Bewirtung nachmittags auf dem 100 Quadratmeter großen Stand der Manufaktur. Mit einem besonderen Produkt feiert sich das Traditionsunternehmen zum Jubiläum. Der Sessel W 100 kommt in einer limitierten Auflage von 100 Stück auf den Markt.

Info
Die Internationale Möbelmesse

  • Die imm cologne (Internationale Möbelmesse) in Köln ist mit rund 1.200 Ausstellern und rund 146.000 Besuchern aus 138 Ländern eine der weltweit größten Fachmessen für Möbel und Innenraumgestaltung.
  • Die Möbelmesse wurde 1949 gegründet und findet seitdem jährlich Mitte Januar in den Hallen der Koelnmesse statt. Seit 1998 werden zeitgleich zur Messe zahlreiche Veranstaltungen organisiert, unter anderem die Passagen (Interior Design Week Köln) in Zusammenarbeit mit der Stadt Köln.
  • Seit 2011 findet alle zwei Jahre im Rahmen der imm cologne eine LivingKitchen genannte Spezialausstellung für die Hersteller von Küchenmöbeln, Einbaugeräten und Zubehör sowie Einrichtungsgegenständen zur Gestaltung der Küche statt.

Ein signiertes Modell gehört zu jedem Sessel W 100

Hausdesigner Jan Armgardt hat einen Relaxsessel entworfen, der sich über einem kelchartigen Fuß mit Drehteller erhebt. Er geht in eine breite armlehnenlose Sitz- und Rückenfläche über und wird in schwarzem oder braunem Anilinleder gefertigt. Zu jedem W (Werther) 100 gehört ein maßstabsgetreues, nummeriertes Modell, das der Designer signiert hat. Den Sessel stellt Familie Oberwelland in Köln erstmals der Öffentlichkeit vor.

„Wir haben auf unserem Stand ein Rondell als Zentrum, in dem wir auf einem Zeitstrahl unsere Geschichte mit Fotos präsentieren", berichtet Doris Oberwelland. Zwei Sessel W 100 runden das Bild ab. Daneben gibt es unter anderem drei große Garnituren mit Neuheiten und bewährten Produkten. „Wir haben den Essbereich forciert", sagt Tim Oberwelland. Das Sofa Fyn folgt als Neuheit einem Trend, den die Manufaktur bereits mit der Essbank Hygge gestartet hat.

Charakteristisch dafür ist eine hohe Sitzbank mit Rückenkissen und Nackenrolle. „Dieses Möbelstück versteht sich als Rückzugsort", erläutert Doris Oberwelland. Man könne sich darin geborgen fühlen, ohne eingeschlossen zu sein. Fyn ist von der Breite her vergleichsweise zierlich. „Wir achten sehr darauf, raumgerechte Garnituren anzubieten", erklärt Tim Oberwelland. Grundstücke und Wohnungen würden immer kleiner, und diesem Umstand gelte es, Rechnung zu tragen.

Großen Wert legt die Inhaberfamilie auf ihre Bodenständigkeit und Standorttreue. „Wir bleiben Deutschland treu, das sind wir unseren Mitarbeitern schuldig", betont Doris Oberwelland. Der Anspruch, eine Manufaktur zu sein, mache sich nicht nur an der großen Flexibilität bei den Produkten fest („Fast jedes Stück ist ein Einzelstück"). „Wir beschäftigen hoch qualifizierte Mitarbeiter, die ihr Handwerk gelernt haben und deshalb unser hohes Qualitätsniveau sichern."

Damit will die Manufaktur weiter auf dem Markt punkten und hofft auf ein gutes Messeergebnis. „Der heiße Sommer 2018 war nicht gut für das Möbelgeschäft", sagt Klaus Oberwelland. Es bleibe abzuwarten, ob der Handel schon wieder in Kauflaune sei. „Wir hoffen es und auch, das sehr gute Messeergebnis von 2017 zu übertreffen", so der Chef.

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