Hier will Werther wachsen

Planungshorizont bis 2035: Die Politik verabschiedet ein Siedlungsflächenkonzept mit Süthfeld II, Nordstraße und Teutoburger-Wald-Weg als große Wohnbauflächen

Anja Hanneforth

Ein Blick in die Zukunft: Die pinkschraffierten Flächen im äußeren Bereich des Kerngebiets von Werther zeigen mögliche Erweiterungen von Wohnbebauung. Wann und ob sie kommen, steht noch nicht fest. Die Pfeile signalisieren Grünzüge. - © Stadt Werther
Ein Blick in die Zukunft: Die pinkschraffierten Flächen im äußeren Bereich des Kerngebiets von Werther zeigen mögliche Erweiterungen von Wohnbebauung. Wann und ob sie kommen, steht noch nicht fest. Die Pfeile signalisieren Grünzüge. (© Stadt Werther)

Werther. 68 Hektar: So groß ist die Gesamtfläche, die sich Werther potenziell für die Wohnbebauung vorstellen kann. Zwar steht derzeit weder fest, ob die Stadt jemals alle Grundstücke kaufen, geschweige denn bebauen kann. Dennoch hat sie sie jetzt in einem Siedlungsflächenkonzept zusammengeführt. Es soll Eingang in den Regionalplan der Bezirksregierung finden. Mit dem Jahr 2035 hat der einen weit gesteckten Planungshorizont; doch was heute nicht als mögliche Wohnfläche deklariert wird, kann in 20 Jahren vermutlich auch nicht bebaut werden.

Werther und Wohnflächen ist ein schwieriges Thema – und eines, bei dem die Stadt derzeit wenig Fortune hat. 2010 wurden die letzten Flächen an Hohl- und Sonnenweg bebaut, seitdem ist nichts von Bedeutung passiert. Zwar wurde das Baugebiet Weinhorst in Häger angestoßen, mit elf Bauplätzen ist es allerdings eher klein. Der Blotenberg steckt in der Sackgasse, wann und ob die Bagger anrollen, steht nicht fest.

Nun also das Siedlungskonzept, um auf lange Sicht Entwicklungsoptionen zu haben. Sieben mögliche Wohnbauflächen sind darin ausgewiesen (siehe Infokasten). Sie standen jetzt im Planungsausschuss zur Diskussion.

Dass nicht alle Flächen bebaut werden, schon gar nicht gleichzeitig, machte Stadtplanerin Tanja Schrooten deutlich. „Flächensparend und bedarfsgerecht“ solle sich Werther entwickeln, mit möglichst wenig Konflikten zwischen landwirtschaftlicher, naturräumlicher und bestehender Wohnnutzung. „Aber der Druck nach Wohnen steigt“, sagte sie. Das bekräftigte Jan-Holm Sussieck (FDP): „Diese Stadt dürstet nach Wohnraum! Eine gewisse Entwicklung muss möglich sein.“

Welche Flächen allerdings geeignet sind, darüber gingen die Meinungen auseinander. Birgit Ernst (CDU) sah die Fläche Venghaus mit Skepsis: „Wir reden hier von einem Baugebiet nahe einem Schweinemastbetrieb mit vielleicht bald über 2000 Tieren.“ Johannes Lindemann (SPD) hingegen hielt das Süthfeld II für problematisch, da wertvolle Öko-Landbauflächen dann für immer verloren wären.

In der Ratssitzung am 13. Dezember soll das Siedlungsflächenkonzept abschließend besprochen werden.

Info

Sieben Flächen auf 68 Hektar

Hier könnte künftig Wohnen entstehen: mit erster Priorität im Süthfeld II (14,2 Hektar zwischen Schloßstraße, Walterstraße, Zur Mehrwiese und Bransheide) und an der Nordstraße (»Fläche Ebeler« mit 14,9 Hektar), mit zweiter Priorität am Teutoburger-Wald-Weg (13,4 Hektar zwischen Hof Venghaus und Weststraße) und an der Borgholzhausener Straße (3,4 Hektar zwischen Ortseingang und vorhandener Bebauung), und mit Priorität drei am Schwarzen Weg (2,6 Hektar südlich der Bebauung Schlesierweg, auch als Zufahrt für das Süthfeld II möglich), im Bereich Schloßstraße/Heinrichstraße (9,3 Hektar, davon ein Zipfel zwischen Bransheide und Heinrichstraße und eine Fläche zwischen Schloßstraße und Siegfriedstraße/Kläranlage) sowie im Suchraum Nordstraße (gut zehn Hektar beidseitig der Käppkenstraße sowie nördlich der Fläche Ebeler).

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