SV Häger plant ein Vereinsheim - Dachtribüne inklusive

Große Pläne: Der kleine HSV wünscht sich ein eigenes Vereinsheim mit Umkleiden und Klubraum direkt am Sportplatz. Erste Pläne liegen vor, doch bevor sie konkreter werden, soll vereinsintern geprüft werden, ob sie sich überhaupt finanziell realisieren lassen

Anja Hanneforth

So könnte es aussehen: Das neue Vereinsheim des SV Häger soll direkt in Höhe der Mittellinie des Spielfeldes entstehen. Clou der Anlage, wenn es die Finanzen hergeben: ein begehbares Dach, das als Tribüne genutzt werden könnte.  - © Architekt Nopto
So könnte es aussehen: Das neue Vereinsheim des SV Häger soll direkt in Höhe der Mittellinie des Spielfeldes entstehen. Clou der Anlage, wenn es die Finanzen hergeben: ein begehbares Dach, das als Tribüne genutzt werden könnte.  (© Architekt Nopto)

Werther-Häger. Die spannendste Nachricht im aktuellen Vereinsheft des SV Häger findet sich auf der letzten Seite. Dort entdecken die Leser ein Foto und eine Beschreibung dessen, was sich der Sportverein schon lange wünscht und er jetzt konkret angehen will: die Realisierung eines eigenen Vereinsheims in direkter Nähe zum Sportplatz. Gelingen kann dies allerdings nur, da ist Vorsitzender Georg Heeren Realist, wenn die Mitglieder mit anpacken und sich finanziell und/oder durch eigene Hände Arbeit am Bau beteiligen. Bereits auf der Jahreshauptversammlung im März hofft Heeren, ein Stimmungsbild einfangen zu können – und bestenfalls ein »Go« zu erhalten, mit potenziellen Geldgebern erste Gespräche zu führen.

500 Meter liegen zwischen den Sportplätzen an der Schröttinghausener Straße und dem Bürgerhaus auf der Bleeke. Diesen Weg müssen die Sportler zurücklegen, wenn sie duschen und sich umkleiden wollen. Mindestens also zwei Mal pro Spiel und Trainingseinheit. Hinzu kommt das Überqueren der Landstraße, nicht nur für die Kinder des Vereins ein Problem. Heeren spricht von einer „unbefriedigenden Situation". Die er nun zusammen mit Vorstand und Mitgliedern ändern will.

„Sechsstelligen Betrag werden wir wohl ausgeben müssen"

Klubraum mit Umkleiden: Vorsitzender Georg Heeren wünscht sich eine neue Heimat für den SV Häger. - © Max Maschmann
Klubraum mit Umkleiden: Vorsitzender Georg Heeren wünscht sich eine neue Heimat für den SV Häger. (© Max Maschmann)

„Wobei noch völlig offen ist, ob wir dieses Vorhaben auch umsetzen können", betont er. Selbstverständlich müsse erst die Finanzierung gesichert sein. Und das, weiß Heeren, dürfte nicht so einfach sein. Einen sechsstelligen Betrag, schätzt der SV-Vorsitzende, werde der Verein wohl für ein Klubhaus ausgeben müssen. Welche Summe genau, könne er erst sagen, wenn das Konzept im Detail steht.

Wobei die Pläne durchaus schon vorzeigbar sind. Demnach soll das neue Gebäude in Holzrahmenbauweise errichtet werden und eine große Heimkabine sowie zwei Gastkabinen erhalten, dazu eine Schiedsrichterkabine, entsprechende sanitäre Anlagen mit Duschen und WCs sowie einen Bewirtungsraum. Der Clou dürfte das Dach sein, das als Tribüne nutzbar ist. „Natürlich nur, wenn dies die Finanzen hergeben", bleibt Heeren vorsichtig.

Er weiß, dass die Pläne zwar das i-Tüpfelchen der schon jetzt schönen Anlage sein würden, dass es aber ohne Kooperationspartner, Sponsoren, Fördergeber und private Spender nicht gehen wird. Und ganz sicher auch nicht ohne die Unterstützung der Stadt Werther.

Heeren lobt Zusammenarbeit mit der Stadt

„Wir haben seit vielen Jahren eine enge und fruchtbare Kooperation mit der Stadt", betont Heeren. Er wisse deren Entgegenkommen, dass der Verein die Kellerräume des Bürgerhauses nutzen darf, sehr zu schätzen. Allerdings sei ihr Zustand eher 1970er-Jahre-Style und die Entfernung zu den Sportplätzen eben groß.

So könnte es aussehen: Das neue Vereinsheim des SV Häger soll direkt in Höhe der Mittellinie des Spielfeldes entstehen. Clou der Anlage, wenn es die Finanzen hergeben: ein begehbares Dach, das als Tribüne genutzt werden könnte.  - © Architekt Nopto
So könnte es aussehen: Das neue Vereinsheim des SV Häger soll direkt in Höhe der Mittellinie des Spielfeldes entstehen. Clou der Anlage, wenn es die Finanzen hergeben: ein begehbares Dach, das als Tribüne genutzt werden könnte.  (© Architekt Nopto)

„Schon als ich 2017 das Amt des Ersten Vorsitzenden übernommen habe, wurde der Wunsch nach einem eigenen Vereinsheim an mich herangetragen", blickt Heeren zurück. Momentan befinde man sich in der Prüfungsphase, „ob wir es tatsächlich schaffen können, ist noch nicht absehbar".

Denn Heeren ist überzeugt, dass der Verein wohl rund die Hälfte der Kosten aus eigenen Mitteln aufbringen muss. Weil der Kassenbestand dies allein nicht hergibt, müssten Sponsoren gefunden und Fördergelder eingeworben werden. Der Landessportbund und der DFB kämen hier in Frage, möglicherweise auch die EU – und natürlich die Stadt.

Baustart im Jahr 2020 wäre der große Wunsch des SV Häger

„Wenn sie uns nicht unterstützt, wird aus dem Projekt nichts", das steht für Heeren fest. Einen Kredit werde der Verein, wenn es nach ihm geht, nicht aufnehmen. „Das ist nachfolgenden Generationen, die Zins und Zinseszins zurückzahlen müssten, nicht zuzumuten."

Erst wenn dem Vorstand eine Zusage auf ausreichende finanzielle Mittel vorliegt, werde er auf die Stadt zugehen. So habe man es im Vorfeld vereinbart. Danach werde man mit Politik und Verwaltung besprechen müssen, wie der Rahmen für eine Umsetzung aussehen kann. Heeren ist bewusst, dass zur erfolgreichen Lösung ein Raumnutzungskonzept gehört, in das viele Faktoren hineinspielen: die Parkplatzsituation zum Beispiel sowie die künftigen Nutzungen von Bolzplatz, der ehemaligen Gaststätte Massmann und des Bürgerhauses.

Bis zur Jahreshauptversammlung im kommenden März möchte Heeren Klarheit darüber haben, ob die Mitglieder bereit sind, den Weg zu einem eigenen Vereinsheim mitzugehen. Ein Traum – und mehr als dies ist es nach Aussage Georg Heerens noch nicht – wäre ein Baustart in 2020.

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