Millionenprojekt: Bau des Pikeur-Logistikzentrums kommt voran

Nach Problemen beim Setzen der Fundamente am Pikeur-Logistikzentrum geht der Hochbau des Millionenprojekts zügiger vonstatten. Ende des Jahres soll er fertig sein. Dann kann der Innenausbau starten

Anja Hanneforth

Zufrieden: Nach den schwierigen Arbeiten am Fundament geht der Hochbau des neuen Pikeur-Logistikzentrums umso reibungsloser vonstatten. Architekt Dirk Lorenz, Wilfried Asbrock, Leiter Logistik und Zoll bei der Firma Pikeur, Architekt Karsten Schlattmeier, Firmenchef Markus Brinkmann, Wilhelm Castrup, Facility-Manager der bugatti Holding Brinkmann, sowie Pikeur-Vertriebsleiter Hans-Georg Johannsmann (von links) trafen sich gestern Morgen zu einem Ortstermin auf der Baustelle. - © Anja Hanneforth, HK
Zufrieden: Nach den schwierigen Arbeiten am Fundament geht der Hochbau des neuen Pikeur-Logistikzentrums umso reibungsloser vonstatten. Architekt Dirk Lorenz, Wilfried Asbrock, Leiter Logistik und Zoll bei der Firma Pikeur, Architekt Karsten Schlattmeier, Firmenchef Markus Brinkmann, Wilhelm Castrup, Facility-Manager der bugatti Holding Brinkmann, sowie Pikeur-Vertriebsleiter Hans-Georg Johannsmann (von links) trafen sich gestern Morgen zu einem Ortstermin auf der Baustelle. (© Anja Hanneforth, HK)

Werther. Wachstum ist etwas Gutes. Wenn dies aber bedeutet, dass der gesamte Handel über drei verschiedene Lagerstätten rund um Werther, den Firmensitz am Esch und sogar zwei Außenlager in Holland und Frankreich abgewickelt werden muss, trägt das nicht gerade zum reibungslosen Ablauf bei. Spätestens zum nächsten Sommer soll sich dies ändern. Dann geht das neue Logistikzentrum des Reitmodenherstellers Pikeur in Betrieb, über das sowohl das Inlands- als auch das Auslandsgeschäft laufen wird – ein Objekt im zweistelligen Millionenbereich.

Das Logistikzentrum ist aktuell eines der größten Bauvorhaben in der Böckstiegelstadt. Jeden Tag liefern Lkw um Lkw schwere Teile an, damit sie im mehrstöckigen Objekt verbaut werden können. An manchen Tagen sind bis zu drei Kräne im Einsatz, die Teile abzuladen, hochzuziehen, zwischenzulagern. Haben anfangs 700 Sattelzüge den Aushub für die Fundamente abgefahren, wurden danach 480 Tonnen Stahl verbaut und werden aktuell 520 Sattelzüge mit Betonfertigteilen angeliefert. „Es läuft“, sagen Firmenchef, Architekten und Bauplaner beim Rundgang über die Baustelle.

Große Maschinen: Mit Hilfe eines riesigen Krans werden nicht nur die tonnenschweren Betonfertigteile, sondern auch wie hier Kunststoffrohre in die oberen Stockwerke gehievt. - © Anja Hanneforth, HK
Große Maschinen: Mit Hilfe eines riesigen Krans werden nicht nur die tonnenschweren Betonfertigteile, sondern auch wie hier Kunststoffrohre in die oberen Stockwerke gehievt. (© Anja Hanneforth, HK)

Das sah im Sommer noch anders aus. Denn der Baustart entwickelte sich zur Nervenprobe. Wie berichtet gab es Probleme beim Gründen der Fundamente. „Das war hier die reine Matschpampe“, blickt Wilhelm Castrup zurück. Der Facility-Manager der bugatti Holding Brinkmann, Mutterkonzern von Pikeur, kann sich noch gut an einen Termin auf der Baustelle erinnern, da er eine lange Eisenstange mit der bloßen Kraft seiner Hände tief in den Boden rammen konnte. „Als Kind hätte man so viel Matsch toll gefunden. Für ein Bauprojekt dieser Größenordnung ist das nicht lustig.“ Problem waren die wasserführenden Schichten. „Einfach auskoffern und mit Schotter verdichten ging nicht. Und je näher wir zur Straße kamen, desto schlimmer wurde es.“

Bis zu 1.200 Pakete werden täglich die Firma verlassen

Inzwischen sind die Probleme behoben. Die Fundamente wurden deutlich größer angelegt, bis zu sechs Meter tief in den Boden eingelassen und mit Beton verfüllt. Allerdings führte die schwierige Anfangsphase zu einem Zeitverzug von etwa zwölf Wochen. „Wir hoffen, ihn zumindest teilweise durch die schnelle Montage der Betonfertigteile zu kompensieren“, so Architekt Dirk Lorenz.

Ende des Jahres soll das Gebäude dicht sein, dann kann der Innenausbau starten. Anfang 2019 würde der Einbau der Lagerlogistik beginnen, im Juni die erste Ware einziehen und ein erster Probelauf vorgenommen. Im Juli, so der Plan, soll das neue Logistikzentrum voll in Betrieb gehen.

Vor allem für Logistik-Leiter Wilfried Asbrock eine riesige Erleichterung. Er hätte dann am Standort Esch zusammen mit den bisherigen Lagerflächen mehr als 17.000 Quadratmeter zur Verfügung, um Reithosen, Jacken, Decken und Co. unterzubringen und versandfertig zu machen. 100.000 Kartonagen und hängende Waren mit mehr als zwei Millionen Teilen sollen ab Sommer jährlich am Esch umgeschlagen werden. Das bedeutet: Täglich werden bis zu 1.200 Pakete die Firma Pikeur auf dem Weg in über 65 Länder dieser Welt verlassen.

Info

Mode für Reiter und Pferd

Pferd müsste man sein: Während die Firma Pikeur für die Reiter »nur« zwei Kollektionen im Jahr entwirft – eine für die Saison Frühjahr/Sommer, die andere für Herbst/Winter – gibt es für Pferde durch die Zubehörmarke Eskadron gleich sechs Kollektionen im Jahr. „Vor allem die jungen Mädchen wollen eben nicht nur selbst klasse aussehen, sie wollen auch, dass ihr Pferd klasse aussieht", sagt Pikeur-Vertriebsleiter Hans-Georg Johannsmann.

Firmenchef Markus Brinkmann bestätigt: „Wie die Modebranche wird auch die Reitsportbranche immer mehr durch Emotions- statt Bedarfskäufe bestimmt." Entsprechende Steigerungsraten seien die Folge. „Wenn wir uns für die Zukunft gut aufstellen wollen, müssen wir auf diesen Zug aufspringen."

Und so stecken die Verantwortlichen längst in der Planung für das kommende Jahr. Im Februar präsentiert sich das Wertheraner Unternehmen auf der Messe Spoga Horse in Köln, einen Monat später auf der weltgrößten Pferdemesse Equitana in Essen. Darüber hinaus stattet Pikeur den EM-Kader 2019 in Rotterdam aus, „wir hoffen natürlich, dass unser Team gut abschneidet", so Johannsmann. Für die Außendarstellung seien diese Termine von großer Bedeutung. „Und wenn dann unser Logo auf dem Treppchen stünde, wäre das natürlich toll!"

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