Bauprojekt »Bullerbü« findet Anklang

Max Maschmann

Stellte seine Pläne den heimischen Politikern vor: Der aus Werther stammende Architekt Simon Tubbesing vom Hamburger Büro »limbrock und tubbesing« war am Dienstag im Ausschuss für Planung, Bauen und Umwelt zu Gast. - © Max Maschmann
Stellte seine Pläne den heimischen Politikern vor: Der aus Werther stammende Architekt Simon Tubbesing vom Hamburger Büro »limbrock und tubbesing« war am Dienstag im Ausschuss für Planung, Bauen und Umwelt zu Gast. (© Max Maschmann)

Werther. Gelöst war die Stimmung am Dienstag im Saal des Rathauses, nachdem die Mitglieder des Ausschusses für Planen, Bauen und Umwelt den vierten Punkt der Tagesordnung abgearbeitet hatten. „Sehen Sie, da hat es sich gelohnt aus Hamburg hierherzukommen", scherzte der Vorsitzende Rainer Schütz in Richtung von Simon Tubbesing.

Einhellige Zustimmung für das Projekt

Der Architekt, in der Böckstiegelstadt groß geworden und nun Mitinhaber des Hamburger Büros »limbrock und tubbesing«, hatte zuvor ein geplantes Bauvorhaben am Grasweg 2 vorgestellt, das die Politiker voll überzeugte und dem sie einhellig ihre Zustimmung erteilten. „Mein Vater hat mir gesagt, das sei eher selten", entgegnete Tubbesing entsprechend locker auf die eingangs erwähnte Formulierung von Schütz.

Hier soll bald gebaut werden: Am Grasweg in Werther. - © Max Maschmann
Hier soll bald gebaut werden: Am Grasweg in Werther. (© Max Maschmann)

Das Bauvorhaben, das in direkter Nähe zu seinem Elternhaus an der Engerstraße 64 geplant ist, hat Simon Tubbesing selbstbewusst mit »Bullerbü am Grasweg« überschrieben. Entstehen soll dabei ein „kleines Siedlungsgelände", wie er selbst sagt. Auf einer Fläche mit 1.200 Quadratmetern plant der Architekt vier Wohneinheiten mit jeweils 300 Quadratmetern. Alle Häuser sollen mit einem Keller versehen sein und im Obergeschoss über drei Schlafräume verfügen, die von der Engerstraße entfernt liegen. Optisch abgerundet werden die Häuser mit „leicht geneigten Pultdächern", erklärte Tubbesing.

Gemeinschaftshof für Synergieeffekte

Wer künftig das Bullerbü in Werther besucht, nähert sich also über den Grasweg und findet acht Stellplätze vor, jeweils zwei für jede Wohneinheit. Besonderes Highlight: Die Häuser können nur über einen Gemeinschaftshof erreicht werden. Dadurch erhofft sich der Architekt „Synergieeffekte", wie er formulierte. Geplant ist, die Gebäude nach der Fertigstellung privat zu vermarkten, also nicht zu vermieten. „Sagt Ihnen das alles zu?", fragte Tubbesing am Ende des Vortrags.

Das tat es. „Ich bin erfreut. Auf dem Areal bekommt man eine Menge geboten", sagte Udo Lange von der SPD. Dieter Kübler von den Grünen bescheinigte, dass es sich um ein „schönes Modell" des verdichteten Bauens handele. Dieser Einschätzung war auch Ralf Eckelmann von der CDU, befürchtete aber, dass einigen Menschen das Modell mit dem Gemeinschaftshof zu gedrungen sein könnte. Alexander Fillers (CDU) dagegen war hellauf begeistert und sagte: „Ich gebe dem Konzept zehn Sekunden Vermarktungszeit."

Auch Bürgermeisterin Weike ist begeistert

Kein Widerspruch kam auch von der Verwaltung. „Es ist ein Bereich, für den kein Bebauungsplan existiert. Er ruft praktisch nach so einer Entwicklung", sagte Bauamtsleiter Jens Kreiensiek. Einzig der Bereich, der zwischen dem Grundstück und der Engerstraße liegt, befindet sich im Besitz des Kreises Gütersloh, der auch nicht bereit ist, diesen abzutreten. Folge wäre eine Grenzbebauung.

Auch Bürgermeisterin Marion Weike schloss sich der vorherrschenden, positiven Meinung ihrer Vorredner an und bat die Ausschussmitglieder um ihre Zustimmung zum Beschlussvorschlag. „Es geht dabei nur darum, dass planungsrechtlich alles in Ordnung ist", sagte die Chefin der Verwaltung. Die Ausschussmitglieder jedenfalls waren schon da überzeugt und winkten die Bauvoranfrage des Architekten einstimmig durch. Der durfte sich danach zufrieden auf den Rückweg in die Elbmetropole machen.

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