Stadt nimmt Elterntaxis ins Visier

Kerstin Spieker

Zu Fuß geht's eben manchmal auch.  - © Pixabay.com
Zu Fuß geht's eben manchmal auch.  (© Pixabay.com)

Werther. „Es muss wehtun zum Beispiel in Form einer Geldstrafe, sonst erreichen wir mit all unseren Beschlüssen gar nichts." Heike Wäger von der UWG nahm eine ebenso klare wie drastische Position in der Diskussion um die Probleme mit den allmorgendlichen Elterntaxis vor Schulen ein. Die CDU hatte den Antrag gestellt, durch die Verwaltung prüfen zu lassen, ob sich nicht Elternparkplätze in einigem Abstand zu den Wertheraner Schulen einrichten ließen, um den chaotischen Verkehrsverhältnissen vor den Bildungseinrichtungen zu begegnen.

„Mich hat dieses Thema als Schulleiter sicher zehn bis 15 Jahre beschäftigt", machte Udo Lange von der SPD deutlich. Er leitete bis zu seiner Pensionierung die Grundschule an der Mühlenstraße. Es seien vor allem die Eltern, die die Kinder gefährdeten, machte Lange seine Kritik am morgendlichen Bringedienst deutlich. Jede Planung, den Zustand zu verändern, habe spätestens im Herbst bei Einsetzen schlechten Wetters geendet.

Der Versuch, das Chaos an der Mühlenstraße am Morgen in den Griff zu bekommen, sei selbst dem Bezirkspolizisten nicht geglückt, schilderte Bürgermeisterin Marion Weike ihre Beobachtungen. „Im schlimmsten Fall zeigen die Eltern noch einen Vogel."

Von Erfahrungen der fünf Pilotschulen profitieren

Trotzdem will die Stadt das Thema jetzt erneut in Angriff nehmen. Die Verwaltung habe sich um die Aufnahme in ein Modellprojekt des Kreises zum Thema bemüht. Ohne Erfolg, so die Bürgermeisterin. Allerdings hoffe man in Werther natürlich dennoch, von den Erfahrungen an den fünf Pilotschulen zu profitieren.

Auch an der Grundschule waren Elternvertreter und Schulleitung nicht untätig. Schulleiter Jens Gadow berichtete, dass es bereits Fragebögen gäbe, die nach den Herbstferien an die Eltern der Schule verteilt werden würden. Ziel sei es, die Situation zu analysieren. Auch haben viele über in Frage kommende Stellen für Elternparkplätze nachgedacht. Vom Platz an der Sparkasse bis zum Venghaussplatz reichen die Überlegungen.

Einstimmig verständigte sich der Schulausschuss gemäß CDU-Antrag auf die Weiterführung der bereits geleisteten Arbeit. Mit den weiterführenden Schulen will man ins Gespräch kommen. Weder Gymnasium noch Gesamtschule sind in städtischer Trägerschaft. „Entsprechend gering ist hier unser Einfluss", so Weike.

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