Umbau der Grundschule Mühlenstraße stockt weiter

Kerstin Spieker

Es dauert noch: Sandra Wursthorn von der Stadtverwaltung zeigt auf diesem Bild von Ende August die Baustelle des Verwaltungstraktes an der Grundschule Mühlenstraße. - © Anja Hanneforth, HK
Es dauert noch: Sandra Wursthorn von der Stadtverwaltung zeigt auf diesem Bild von Ende August die Baustelle des Verwaltungstraktes an der Grundschule Mühlenstraße. (© Anja Hanneforth, HK)

Werther. Glück hat die Stadt Werther derzeit nicht, wenn es um die Ausschreibung von Gewerken für kommunale Bauprojekte geht. War es bis vor wenigen Wochen noch der Umbau des Zentralen Omnibusbahnhofs, der ins Stocken geriet, so treibt jetzt der Umbau der Grundschule am Standort Mühlenstraße den Verantwortlichen die Sorgenfalten auf die Stirn. Bisher hat sich keine Firma gefunden, die die Elektroarbeiten ausführt.

„Es ist nicht so, dass auf unsere Ausschreibung keine Angebote eingegangen wären. Aber keines ist verwertbar", sagte gestern auf Anfrage Hauptamtsleiter Guido Neugebauer. Er gehe davon aus, dass die Ausschreibung zunächst aufgehoben werde und dann eine Preisabfrage direkt bei in Frage kommenden Betrieben erfolgen könne. „Das bedeutet aber schon wieder eine Verzögerung", räumte Neugebauer ein. Eine Verzögerung, die im Zuge des Umbaus an der Mühlenstraße nicht die erste ist. Denn eigentlich sollten neue Gruppenräume und Veränderungen im Verwaltungs- und Lehrerzimmerbereich zum Ende der Sommerferien fertig sein.

Unfrieden im Schulausschuss

Kritik erntete die Verwaltung deshalb in der jüngsten Schulausschusssitzung am Montagabend. CDU-Fraktionschefin Birgit Ernst bohrte beharrlich nach und kam trotz aller Erklärungen zu dem Ergebnis: „Also mich befriedigt das nicht. Es dauert inzwischen eine ewige Zeit, um einen politischen Beschluss umzusetzen", sagte sie mit Blick auf die Beschlussfassung zum Umbau der Grundschule vom Frühjahr 2017.

Guido Neugebauer verwahrte sich dagegen, dass der Eindruck entstehe, in der Verwaltung sei schlampig gearbeitet worden. „Das Thema wurde kontinuierlich bearbeitet." Die Baugenehmigung habe Ende Mai vorgelegen. Erst danach habe man mit den Ausschreibungen beginnen können. In den letzten beiden Wochen der Sommerferien seien alle Arbeiten erledigt worden, die mit Dreck und Lärm einhergingen. Dass erst im Mai die Baugenehmigung hätte erteilt werden können, habe auch daran gelegen, dass ein Brandschutzkonzept habe vorgelegt werden müssen. Statik, Wärmeschutzberechnung und höhere Anforderungen durch die neue Datenschutzverordnung hätten zudem für Verzögerungen gesorgt.

Weiter gehen die Bauarbeiten in den Herbstferien

„Die Schule ist doch eine Baustelle", legte Ernst nach. Fraktionskollege Ralf Eckelmann erklärte, dass er angesichts des Baufortschritts „erschrocken" sei. Bürgermeisterin Marion Weike forderte „Fairness" im Umgang mit der Verwaltung ein: „Wenn die Ausschreibung schneller zu machen gewesen wäre, dann wären wir jetzt weiter."

Weiter geht es mit den Bauarbeiten in den Herbstferien. Dann nämlich steht der Trockenbau auf der Agenda. Wirklich fertig wird das neue Raumprogramm in der Schule in diesem Jahr allerdings wohl nicht mehr. „Die Baustelle bringt für die Schüler aber keine Einschränkungen mit sich", beruhigte Schulleiter Jens Gadow. Es herrsche zwar etwas Unordnung, weil man Dinge habe abstellen müssen, die sonst in den umzubauenden Räumen untergebracht seien. „Abgesehen davon bekommen die Kinder von der Baustelle aber gar nichts mit."

Für Diskussionen im Ausschuss sorgte auch die Digitalisierung, die im Zuge der geplanten Investitionsmaßnahmen in die Grundschule ebenfalls geplant sind. Der Zeitplan stehe noch nicht fest, ließ die Verwaltung wissen. „Es gibt noch eine Reihe von Abstimmungsgesprächen dazu", erklärte Guido Neugebauer. Es gehe dabei um die Kompatibilität von Präsentationsgeräten und Tabletts für die Kinder sowie um Absprachen mit weiterführenden Schulen.

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