Schlägerei trübt Wertheraner Oktoberfestfreude

Edwin Rekate

Lala-Song: Lina (links) und Isa (rechts) performen live mit den Hüttenstürmern. - © Edwin Rekate
Lala-Song: Lina (links) und Isa (rechts) performen live mit den Hüttenstürmern. (© Edwin Rekate)

Werther. Ein 20-jähriger Wertheraner hat am frühen Sonntagmorgen gegen 1.45 Uhr auf dem Oktoberfest in Werther für einen Großeinsatz der Polizei gesorgt. Es begann harmlos, als mehrere Beamte vor dem Eingang Kontrollen durchführten und kleinere Scharmützel zu unterbinden versuchten. „Reine Routine für eine Veranstaltung wie diese", kommentierte ein Kollege der Gütersloher Leitstelle gestern auf Anfrage.

Plötzlich jedoch wurde ein Beamter von einem 20-Jährigen derart geschubst, dass er zu Boden ging. Er erlitt so schwere Verletzungen, dass er mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht und dort stationär verbleiben musste. Damit die Situation nicht weiter eskalierte, schickte die Polizei mit zehn weiteren Wagen ein Großaufgebot ans Esch. Der 20-Jährige wurde in Gewahrsam genommen.

»Happy Hour« auf’s Mass

Da er vermutlich alkoholisiert war, wurde ihm eine Blutprobe entnommen. Er muss sich jetzt auf ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung und Widerstand gegen Polizeibeamte einstellen.

Gäste feierten trotzdem bis in die frühen Morgenstunden

O'Zapft is: Bürgermeisterin Marion Weike schlug beim 16, Fass viermal zu. BV-Präsident Jochen Twelmeyer füllt das erste Glas. - © Edwin Rekate
O'Zapft is: Bürgermeisterin Marion Weike schlug beim 16, Fass viermal zu. BV-Präsident Jochen Twelmeyer füllt das erste Glas. (© Edwin Rekate)

Ungeachtet dessen feierten viele Gäste bis in die Morgenstunden. „Es sind einfach zu wenig Wochenenden, wir brauchen mehr davon", forderte Bürgermeisterin Marion Weike in Feierlaune und entschuldigte mit ihrem Statement die Terminkollision mit Brockhagen. Genau um 20.30 Uhr hatte sie professionell das Bierfass mit vier Schlägen »o’zapft«. Bei der 16. Gaudi in Werther assistierten ihr der wies’nerfahrene BV-Vorsitzende Jochen Twelmeyer und Organisator Dieter Brinkhoff.

„Wir sind definitiv das erste Oktoberfest in der Region, und das mit moderaten Preisen", freute sich Marcel Behlke vom Festausschuss, als er die »Happy Hour« auf’s Mass um 19 Uhr einläutete. Bis 20 Uhr gab’s den Liter Löwenbräu für bloß fünf Euro, aber auch beim Normalpreis von sieben Euro wurde das Gerstenkaltgetränk hervorragend im berstend vollen Festzelt auf dem Margenau-Gelände am Esch angenommen.

Zum erfolgreich importierten Brauchtumsfest spielten zum dritten Mal die »Hüttenstürmer« mit Frontfrau Kicki aus Münster auf. Ihre zünftige »Musi« gab der mitreißenden Fete den fetzigen Kick fürs Publikum, das dauerhaft die Tanzfläche frequentierte. Mittenmang die Bundestagsabgeordnete Wiebke Esdar (SPD), die mit Europaparlament-Kandidatin Sally Lisa Starken im feschen Outfit kaum einen Tanz ausließ.

BV Werther stemmt das Fest ehrenamtlich

Roter Oktober: Micha Heitkamp, Sally Starken (von links, zwei Kandidaten für die Europawahlt), Wiebke Esdar (MdB), Stefan Sussiek (Stadtrat), Annette Milke-Gockel (SPD-Ortsverein), Wilfried Kipp-Weike und Bürgermeisterin Marion Weike schunkeln gern mit. - © Edwin Rekate
Roter Oktober: Micha Heitkamp, Sally Starken (von links, zwei Kandidaten für die Europawahlt), Wiebke Esdar (MdB), Stefan Sussiek (Stadtrat), Annette Milke-Gockel (SPD-Ortsverein), Wilfried Kipp-Weike und Bürgermeisterin Marion Weike schunkeln gern mit. (© Edwin Rekate)

„Ich finde es super, dass das Team vom BV Werther die Party hier ehrenamtlich auf die Beine stellt", lobte Esdar das traditionelle non-kommerzielle Engagement der emsigen Vereinsmitglieder. Rund 40 Freiwillige stemmten nicht nur die Krüge, ein topschickes Brezel-Oktett schwärmte mit dampfenden Körbchen aus. Außerdem sorgten sich 16 Johanniter um eventuelle Notfälle, und sieben Kameraden vom Löschzug Werther passten auf, das da nix anbrannte.

Alle Jahre wieder wird in Werther unvergessliche Trachtenstimmung garantiert, wenn sich alles um die Madeln dreht, die ihre heißen Dirndl zeigen, und die Burschen sich die Augen reiben. Aber neben den kracherlen Lederhosen gab es diesmal auch noch »die dunkle Seite der Tracht« zu bestaunen. Diesen speziell abgewandelten Starwars-Slogan titelte Maik auf der rückwärtigen Seite seines T-Shirts.

Gleich einen Tisch weiter blitzten Sina, Jasmin und Sabrina mit Leuchtringen wie bunte Laserschwerter auf, und der Finn freute sich: „In Spenge gibt’s kein Oktoberfest! Deshalb kommen wir alle hierher." Das war der Moment, als Lina und Isa die Bühne stürmten und mit Keyboarder und Sänger Markus ausgelassen den »Lala-Song« anstimmten. Ganz Werther und auch das Umland streckte wie auf Kommando die Hände in die Höh’: „Lass ma wieder feiern geh’n!"

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