Dem Böckstiegel-Museum fehlen 10.000 Euro

Anja Hanneforth

Erste »Kinderkrankheiten«: Das Böckstiegel-Museum war in Woche eins seit der Eröffnung ein wahrer Publikumsmagnet. Allerdings offenbaren sich auch – nicht ungewöhnlich für öffentliche Neubauten – einige Probleme. - © Ulrich Fälker
Erste »Kinderkrankheiten«: Das Böckstiegel-Museum war in Woche eins seit der Eröffnung ein wahrer Publikumsmagnet. Allerdings offenbaren sich auch – nicht ungewöhnlich für öffentliche Neubauten – einige Probleme. (© Ulrich Fälker)

Werther. Der Betrieb im Böckstiegel-Museum läuft, und wie. Bis zu 200 Gäste am Tag wollen die neuen Räume und natürlich die Kunst Böckstiegels kennenlernen. „Das hatten wir früher in einem schlechten Monat", kommentiert Museumsdirektor David Riedel. Sowohl die haupt- als auch die ehrenamtlichen Kräfte haben alle Hände voll zu tun, die Besuchermengen durch das Haus zu führen. Allerdings offenbaren sich nach einer Woche auch die ersten »Kinderkrankheiten« des Neubaus. Wobei viel schlimmer die Nachricht wiegt, dass das Land das Museum 2019 im Bereich Kunstvermittlung nicht berücksichtigen wird. Damit fehlen 10.000 Euro für Workshops, Mal- und Bastelaktionen für Erwachsene und Kinder. Jetzt muss eine Lösung her, die fehlenden Gelder zu ersetzen.

„Die Sache ist ärgerlich, aber nicht dramatisch", sagt Riedel. Wobei auch er weiß, dass es endlich mit dem neuen Museum einen Raum für die Kunstvermittlung gibt, nicht nur eine Garage, und jetzt das Geld fehlt, darin auch Kunst zu vermitteln.

Riedel erklärt die Hintergründe: „Das Förderprogramm des Landes sieht vor, entweder Gelder für Ausstellungen oder für Kunstvermittlung zu geben. In der Regel 10.000 Euro. Da es im kommenden Jahr eine Ausstellungsförderung gibt, fällt der andere Bereich aus. Also müssen wir versuchen, andere Quellen anzuzapfen." Das soll in den nächsten Wochen passieren.

Dass es schon für das laufende Jahr kein Geld für die Kunstvermittlung gab, nennt Riedel „bedauerlich". So konnten bis auf das Böckstiegel-Projekt der Grundschule und die Ferienspiele keine Workshops stattfinden. Vielleicht nicht so dramatisch, da es aufgrund der Bauarbeiten am Museum ohnehin zu Einschnitten gekommen wäre. Doch jetzt, mit den neuen Räumen, würde die Stiftung auch gerne mit der Museumspädagogik durchstarten.

Optimistisch stimmt Riedel, dass ein „Nein" des Landes kein „Nein" für alle Zeiten ist. „Man muss diese Gelder immer wieder neu einwerben, und das werden wir tun." Bedauerlicherweise gebe es viele Mitbewerber, die ebenfalls Fördergelder vom Land haben wollten.

Schön fände es Riedel daher, wenn der Vorstoß der Wertheraner CDU, seitens der Stadt Geld für den Bereich Museumspädagogik zur Verfügung zu stellen ( HK von gestern), aufgegriffen würde.

Geld fehlt aber noch an anderer Stelle, wie sich jetzt nach der ersten Betriebswoche herausgestellt hat. So haben Besucher beklagt, dass der Geräuschpegel im Foyer und Café im Erdgeschoss sowie im Filmsaal im Untergeschoss zu hoch ist. „Wir haben das Problem bereits in der Bauphase beobachtet, mussten aber erst einmal sehen, was passiert, wenn die Räume fertig eingerichtet sind", erläutert Beate Behlert . Die Geschäftsführerin der Böckstiegel-Stiftung erzählt, dass die Akustikprobleme in den Ausstellungsräumen bereits durch eine spezielle Lärmdämmung an den Wänden behoben wurde. „Das wünschen wir uns auch für die anderen Bereiche und werden versuchen, Geld dafür zu akquirieren."

Eine weitere, sehr unangenehme Angelegenheit war eine verstopfte Toilette am Mittwoch. Bis sie wieder lief, konnten die Besucher allerdings auf die sanitären Anlagen in der Garage neben dem Böckstiegel-Haus ausweichen.

Info
Parkplatz wir besser ausgeschildert

Problem erkannt, Problem gebannt: An der jetzt im Planungsausschuss bemängelten, zu dürftigen Ausschilderung des Museumsparkplatzes wird nachgebessert. Wie Stiftungs-Geschäftsführerin Beate Behlert erläutert, habe man sich bereits mit Stadt und Kreis zusammengesetzt. Ergebnis: „Die Schilder und ihre Standorte werden optimiert, damit jeder, egal aus welcher Richtung er kommt, weiß, wo er parken muss."

Copyright © Haller Kreisblatt 2018
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.