Leseherbst in Werther: Ein bisschen Musik, ein bisschen Mord

Anja Hanneforth

Alles dabei: Viel Abwechslung verspricht der Leseherbst, der am 10. Oktober seinen Auftakt feiert. Auf fünf spannende Abende freuen sich Ellen Elbracht von der Buchhandlung Lesezeichen (links) und Elisabeth Dieding von der Stadtbibliothek. - © Anja Hanneforth, HK
Alles dabei: Viel Abwechslung verspricht der Leseherbst, der am 10. Oktober seinen Auftakt feiert. Auf fünf spannende Abende freuen sich Ellen Elbracht von der Buchhandlung Lesezeichen (links) und Elisabeth Dieding von der Stadtbibliothek. (© Anja Hanneforth, HK)

Werther. Wenn eine preisgekrönte Violinistin, die schon Konzertsäle in Tokio, London, Moskau und Mailand gefüllt hat, unter die Autoren geht, was könnte dabei he-rauskommen? – Womöglich eine »Tödliche Sonate«. So heißt der Titel des Romans, den Natasha Korsakova geschrieben hat und am Donnerstag, 29. November, im Rahmen des Leseherbstes vorstellen wird. Neben einem spannenden Mordfall dürfen sich die Besucher auf einen spielerischen Hörgenuss freuen. Denn selbstverständlich bringt die Musikerin und Autorin auch ihr Instrument mit.

Eigentlich, erzählt Ellen Elbracht von der Buchhandlung Lesezeichen, hätte sie das Programm schon vor Wochen vorstellen wollen. „Wir hatten es fast fertig, als ein Termin nach dem anderen umgeworfen wurde." Kein schöner Moment, aber auch kein Anlass, den Kopf in den Sand zu stecken. Man habe noch einmal neu disponiert, „denn auch für uns gibt es irgendwann eine Deadline, bis zu der das Programm stehen muss."

Jetzt steht es, und bietet mit einer gelungenen Mischung aus Ernstem, Heiterem und Historischem für jeden Geschmack etwas Passendes.

Von Bienen und Menschen

Ein Thema, an dem derzeit niemand vorbeikommt und dem sich auch das Leseherbst-Team nicht verschließen will, sind die Bienen. Wobei es am Mittwoch, 10. Oktober, um 20 Uhr im Haus Werther nicht in erster Linie um die Honigsammler als solche geht, sondern um deren Besitzer: die Imker. Für ihr Buch »Von Bienen und Menschen« hat Ulla Lachauer ganz Europa bereist. Herausgekommen sind 14 Porträts passionierter Bienenzüchter; unter ihnen ein junger Syrer, der vor dem Krieg mit seinem Vater 500 Bienenvölker hielt und nun in Deutschland einen Neuanfang wagen will.

Sonntagsmatinee

Denis Scheck kommt ins Böckstiegel-Museum - © Steffen Krinke/Bertelsmann
Denis Scheck kommt ins Böckstiegel-Museum (© Steffen Krinke/Bertelsmann)

Um das Schöne, Gute, Wahre, das Alberne, Überflüssige und Banale geht es am Sonntag, 11. November, ab 11 Uhr im Böckstiegel-Museum. Dann wird Denis Scheck erwartet, vielen Bürgern aus Funk und Fernsehen bekannt und ein Kritiker, dem zuzuhören immer eine große Freude ist. An diesem Vormittag lobt und lästert er über die aktuellen Bestseller, spricht Empfehlungen aus und hält auch nicht damit hinterm Berg, welche Bücher für ihn die reine Zeitverschwendung sind.

Tödliche Sonate

Wer tötete die Grande Dame der klassischen Musik? Um diese Frage dreht sich der Roman von Natasha Korsakova. Von Beruf Violinistin, ist die hochdekorierte Frau mit russisch-griechischen Wurzeln inzwischen unter die Schriftsteller gegangen. Am Donnerstag, 29. November, nimmt sie die Zuhörer ab 20 Uhr in der Möbelmanufaktur Oberwelland mit in die Welt der Opernhäuser, Musikagenten und musikalischen Wunderkinder, die durch einen brutalen Mord an einer mächtigen Musikagentin aufgerüttelt wird. Als i-Tüpfelchen wird sie an diesem Abend Stücke aus ihrem Krimi spielen. „Unbedingt hörenswert", findet Ellen Elbracht.

Mord in der Tuba

Dem Titel nach musikalisch geht es weiter, wenn am Freitag, 14. Dezember, der gebürtige Paderborner Richard Wiemers, Kontrabassist und Leiter einer Bigband, ab 20 Uhr die schrägen Charaktere seines Krimis mit ins Bürgerhaus nach Häger bringt. In seinem Roman gerät das kleine Altenbeken in Aufruhr: Der Bürgermeister steckt kopfüber tot in einer Tuba, und unter den Lokalpolitikern entbrennt der Streit um seine Nachfolge.

Deutsches Haus

Eingebunden in den historischen Kontext erzählt Annette Hess, Drehbuchautorin der TV-Serien »Weissensee« und »Ku’damm 56/59«, in ihrem Romandebüt die Geschichte eines Prozesses, der Deutschland veränderte – und das Leben einer jungen Frau. Es geht um den ersten Auschwitz-Prozess ab 1963 in Frankfurt und Eva Bruhns, die als Dolmetscherin an den Zeugenbefragungen teilnimmt. Plötzlich wird sie mit der Vergangenheit ihrer eigenen Familie konfrontiert. Zu hören ist die Lesung am Montag, 21. Januar, um 20 Uhr in den Räumen der trainsform GmbH am Meyerfeld.

Der Vorverkauf läuft. Tickets gibts in der Buchhandlung Lesezeichen und der Stadtbibliothek sowie an den Veranstaltungstagen an der Abendkasse.

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