Die, mit dem Zipfel: Möbelmanufaktur Werther gibt zum 100-Jährigen Festschrift heraus

Detlef Hans Serowy

Haben sich gesucht und gefunden: Tim Oberwelland von der MöbelmanufakturWerther (links) und der selbstständige Designer Wolfgang Lamek. - © Detlef Hans Serowy
Haben sich gesucht und gefunden: Tim Oberwelland von der MöbelmanufakturWerther (links) und der selbstständige Designer Wolfgang Lamek. (© Detlef Hans Serowy)

Werther-Häger. Die beiden haben sich gesucht und gefunden: Tim Oberwelland und Wolfgang Lamek sitzen gut gelaunt in der Möbelmanufaktur Werther in Häger und machen sich Komplimente. „Ich bin im Dorfladen auf ihn aufmerksam geworden", sagt Tim Oberwelland, Juniorchef der Manufaktur. „Richtig witzig" findet er die Broschüren, die Lamek für den Laden gestaltet hat.

Der 63-jährige Grafik-Designer fühlt sich im stilvollen Ambiente der Manufaktur spürbar wohl und hebt die Aufgeschlossenheit seines Partners hervor. „Ich konnte mir die Geschichte für den Zipfel frei ausdenken und heute steht sie in jedem Flyer für das Möbelstück", sagt Wolfgang Lamek.

Im lockeren Gespräch berichten beide von großen Plänen, die schon weit gediehen sind. „Die Möbelmanufaktur wird 2019 100 Jahre alt", erklärt Tim Oberwelland. Deshalb wird die Firma eine 100-seitige Festschrift auflegen. Wolfgang Lamek freut sich über den den Auftrag dafür.

„Häger hat Schwein gehabt, der Slogan hat mir gefallen"

„Ich wollte gern einmal ein Buch herausbringen", berichtet Tim Oberwelland. Ungewöhnlich solle die Festschrift sein, anspruchsvoll, hintergründig, originell und voller Überraschungen. Der Juniorchef und sein Partner zeigen sich optimistisch, dass sie diesen Anspruch einlösen können.

Der Dorfladen und der Zipfel sind das erste Bindeglied zwischen den beiden Männern. „Ein Fußballfreund hat mich einmal gefragt, warum wir nicht Mitglied im Dorfladenverein sind", erinnert sich Tim Oberwelland. „Der Dorfladen tut Häger gut", steht für ihn fest.

„Wir nutzen den Laden und kaufen dort ein", sagt der 32-Jährige. Wolfgang Lamek gehört zum Vorstand vom Dorfladenverein und zeichnet für Werbung und Marketing verantwortlich. „Häger hat Schwein gehabt, der Slogan hat mir gefallen", so Oberwelland.

„Das ist ein Ding, das die Welt nicht braucht, aber jeder haben will"

2016 bringt die Möbelmanufaktur mit dem Zipfel ein völlig neues Sitzmöbel auf den Markt. „Der Zipfel war jung, anders und wir mussten für ihn andere Wege gehen", erinnert sich Tim Oberwelland. Er spricht Wolfgang Lamek an und der gestaltet die erste Anzeige für den Hocker.

„Das ist ein Ding, das die Welt nicht braucht, aber jeder haben will", charakterisiert Tim Oberwelland den Zipfel. Es sei kein ernstes Möbel, eher ein Gag. Am Anfang will ihn kaum einer haben, bis ein Verkäufer der Manufaktur den Zipfel in sein Auto packt und ihn mit auf Tour nimmt.

Nach einer Woche hat er 40 Zipfel verkauft und Oberwelland erkennt, „da ist noch mehr Potenzial". Einen Namen hat das Möbelstück damals noch nicht und die Buchhalterin will wissen, was sie auf die Rechnungen „für das Zipfelding" schreiben soll. „Damit war der Name dann gefunden."

Gefunden war kurze Zeit später auch Wolfgang Lamek. „Wir waren auf der Suche nach einer Hausagentur." Lamek erfindet die Geschichte, wie der Zipfel auf die Welt kam und dichtet ihm seine Charaktereigenschaften an. Der Zipfel wird mit 10.000 Stück bis heute zum Verkaufserfolg.

Wolfgang Lamek hat im Schwerpunkt Konzeption, Typographie und Layout studiert. „Ich kann texten, Design und bin konzeptionsstark", schätzt er sich selbst ein. Seit über 30 Jahren setzt der 63-Jährige seine Vorstellungen als Kreativer selbstständig um.

Die Kombination seiner Talente soll sich in der Festschrift wiederfinden. „Design und Layout müssen zum gehobenen gestalterischen Anspruch der Manufaktur passen", betonen Lamek und Oberwelland. Ein erster Blick in die Entwürfe macht neugierig auf das fertige Produkt.

Der Rahmen ist bereits abgesteckt. Ein Vorwort von Tim Oberwelland steht am Anfang. „Ich stelle Menschen vor, die mich in der Möbelwelt prägend begleitet haben", sagt er. Die Familiengeschichte darf ebenso wenig fehlen wie die Designer, die bereits für die Manufaktur gearbeitet haben.

Es gibt persönliche Statements von Doris und Klaus Oberwelland und von ihren Kindern Lena und Tim, die beide im Unternehmen tätig sind. „Das soll eine Tür zu den vier Persönlichkeiten sein, die heute für die traditionsreiche Firma stehen", erläutert Wolfgang Lamek.

Zu viel wollen Tim Oberwelland und Wolfgang Lamek noch nicht verraten. So viel aber doch noch. „Es gibt einen Bezug zu unserer Heimat Häger, und Leonardo da Vinci wird auch eine Rolle spielen." Gut gelaunt vertiefen sie sich in die Entwürfe für die Festschrift.

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