Alpaka-Liebe: Hier gibt's flauschigen Nachwuchs

Anja Hanneforth

Flauschalarm! Alpaka-Fohlen Caya und ihre Mutter Carmelita. - © Anja Hanneforth, HK
Flauschalarm! Alpaka-Fohlen Caya und ihre Mutter Carmelita. (© Anja Hanneforth, HK)

Werther-Isingdorf . Bei diesem Anblick geht nicht nur den Züchtern Andrea und Gerhard Deuse, sondern allen Spaziergängern in Isingdorf das Herz auf. In vollem Galopp fegt Alpaka-Fohlen Caya über die Wiese, noch ein bisschen unkoordiniert auf den langen Beinen und stets schön nah bei Mutter Carmelita, aber mit so viel Lebensfreude, dass man begeistert sein muss. Vor wenigen Tagen erblickte die kleine Stute das Licht der Welt und ist nun Nummer fünf der erfolgreichen Hobbyzucht.

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Wenn man bereits einen Hund, eine Katze, zwei Esel, einen Haflinger, Hühner und Gänse besitzt, ist der Weg zu Alpakas nicht weit. Allerdings geschah der Kauf der südamerikanischen Kamelart aus ganz praktischen Überlegungen: „Unsere längst erwachsene Tochter hatte das Stricken für sich entdeckt", erzählt Andrea Deuse. Beim Tag der Landwirtschaft in Tatenhausen habe sie Alpakas kennengelernt – und sich sofort verliebt. Nicht nur in die Tiere, sondern auch in ihre weiche Wolle. „Und weil wir ausreichend Platz haben, war klar, wen sie fragen würde."

Von Cayas Geburt haben die Deuses nichts mitbekommen

Gefragt, getan, Gerhard Deuse baute einen Stall und vor vier Jahren zogen Alpaka-Hengst Sancho und die tragende Stute Carmelita in Isingdorf ein. 2016 kam Sohn Alfredo, 2017 Tochter Belinda auf die Welt. Und jetzt – dem Alphabet folgend – die kleine Caya.

„Wir haben nichts davon mitbekommen", erzählt Gerhard Deuse. Irgendwann in der Mittagszeit sei es passiert, „als wir wiederkamen, war das Fohlen schon geboren". Es ist erstaunlich groß für sein Alter. Mit langen Beinen, langem Hals, flauschigem Fell und riesigen dunklen Augen schaut es neugierig in die Welt. „Einfach zum Knuddeln", findet Andrea Deuse und sieht so oft sie kann auf der Weide vorbei.

"Sie können auch spucken"

Sie lieben es, über die Weide zu rennen. - © Anja Hanneforth, HK
Sie lieben es, über die Weide zu rennen. (© Anja Hanneforth, HK)

Was die Wertheraner besonders an ihren Tieren lieben, ist ihre friedfertige Art. Sie kämen gut miteinander aus, seien ruhig und sozial verträglich. „Sie können allerdings auch spucken", hat Gerhard Deuse festgestellt. „Wenn sie sich in die Wolle kriegen, passiert das schon mal." Zum Beweis zeigt er auf die Wand in Stall, wo sich deutliche Überreste finden.

Apropos Wolle: Dass bei Deuses ausschließlich wollweiße Alpakas leben, liegt daran, dass sich mit der hellen Wolle mehr Möglichkeiten bieten. Wobei es an der Verarbeitung noch hapert. „Die Wolle zu verspinnen ist das Problem", erzählt Andrea Deuse. Zwar habe sie versucht, es zu lernen, „bisher ist aber nur dünnes Garn dabei herausgekommen." Nicht der flauschige Faden, den es für Pullover und Co. braucht.

Ein Verkauf kommt nicht in Frage

Gerhard Deuse und Terence sind noch immer begeistert von der kleinen, vor einer Woche geborenen Alpaka-Stute Caya. Mutter Carmelita lässt ihr Fohlen dabei keinen Moment aus den Augen. - © Anja Hanneforth, HK
Gerhard Deuse und Terence sind noch immer begeistert von der kleinen, vor einer Woche geborenen Alpaka-Stute Caya. Mutter Carmelita lässt ihr Fohlen dabei keinen Moment aus den Augen. (© Anja Hanneforth, HK)

Auf die Frage, wie groß ihre Alpaka-Herde noch werden soll, haben Deuses keine Antwort. Verkauft wird jedenfalls keines der Tiere. „Dafür haben wir sie viel zu sehr ins Herz geschlossen." Fest steht, dass Carmelita im kommenden Jahr kein Fohlen bekommen soll. Dafür wird sie von Sancho getrennt, der mit seinem Erstgeborenen – inzwischen ein Wallach – eine Gruppe bilden wird. Auf einer anderen Weide werden die Stuten zusammengestellt. „Alpakas sind Herdentiere. Man darf sie niemals alleine halten", wissen die Züchter. Und schauen schnell noch einmal auf der Weide vorbei, ob es ihrem kleinen Neuzugang auch gut geht ...

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