Friedhof in Werther hat neues Begräbnisfeld für Urnenbestattungen

Anja Hanneforth

Besonderer Ort der Trauer: Sabine Pajewski, Vorsitzende des Friedhofsausschusses der evangelischen Kirchengemeinde, stellt das neue Urnenbegräbnisfeld auf dem Wertheraner Friedhof vor. Mit seiner stilvollen Eingangsstele, den Grünflächen und geschwungenen Wegen ist es mehr als gelungen. - © Anja Hanneforth, HK
Besonderer Ort der Trauer: Sabine Pajewski, Vorsitzende des Friedhofsausschusses der evangelischen Kirchengemeinde, stellt das neue Urnenbegräbnisfeld auf dem Wertheraner Friedhof vor. Mit seiner stilvollen Eingangsstele, den Grünflächen und geschwungenen Wegen ist es mehr als gelungen. (© Anja Hanneforth, HK)

Werther. Eine 500 Quadratmeter große Grasfläche auf dem Friedhof war der Anfang. Darauf, das hatten Presbyterium und Friedhofsausschuss entschieden, sollte das neue Urnenbegräbnisfeld angelegt werden. Aber wie genau? Für wie viele Bestattungen? Wie die Fläche gestalten, wie die Wege anlegen, welche Steine, welche Pflanzen, welche Bäume dafür wählen? – „Es war ein langer Prozess", blickt Sabine Pajewski, Vorsitzende des Friedhofsausschusses, zurück. Inzwischen ist das Feld fertig, die ersten Verstorbenen haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden. Und der Zuspruch aus der Bevölkerung zeigt: Die Verantwortlichen haben die richtige Entscheidung getroffen.

Eine zweite Möglichkeit: Hinter der Friedhofskapelle finden sich zwei kleinere Felder für Urnenbestattungen. Hier dürfen Trauernde auch eine eigene Bepflanzung vornehmen. - © Anja Hanneforth, HK
Eine zweite Möglichkeit: Hinter der Friedhofskapelle finden sich zwei kleinere Felder für Urnenbestattungen. Hier dürfen Trauernde auch eine eigene Bepflanzung vornehmen. (© Anja Hanneforth, HK)

2016 hatte der Wertheraner Willi Rose den Wunsch nach einem Friedwald für Werther ins Gespräch gebracht. In der Sache ist zwar noch keine Lösung gefunden. „Aber wir haben uns in diesem Zusammenhang gefragt, was wir als Kirchengemeinde alternativ anbieten können", erzählt Sabine Pajewski. Einen Friedwald sicher nicht, „dafür haben wir nicht die Flächen". Aber möglicherweise eine Bestattung am Baum, etwas, das es auf anderen Friedhöfen bereits gibt.

Neues Begräbnisfeld bietet Platz für 268 Urnenbestattungen

„Denn die Nachfrage nach Urnenbestattungen hat auch bei uns erheblich zugenommen", berichtet Sabine Pajewski. Nicht nach anonymen Begräbnissen, sondern nach Orten, an denen die Trauernden ihre Angehörigen besuchen und Blumen niederlegen können.

Nachdem sich zunächst die acht Mitglieder des Friedhofsausschusses und dann das Presbyterium Gedanken gemacht hatten, stand fest: Die Freifläche im Osten des Friedhofs, ohnehin als Erweiterungsfläche vorgesehen, wäre hervorragend für ein Urnenfeld geeignet. Die Ausgestaltung würde man in die Hände eines Landschaftsarchitekten geben. Anfang 2017 erhielt ein Unternehmen aus Kassel den Zuschlag.

In den Folgemonaten zeichneten die Fachleute Pläne, die in mehreren Schritten durch die Gremien der Kirchengemeinde gingen. „Es gab so viele Möglichkeiten", beschreibt Sabine Pajewski, und natürlich seien nicht immer alle einer Meinung gewesen. „Aber am Ende haben wir uns stets einigen können."

Platz für Blumengrüße: Auf eigens dafür vorgesehenen gepflasterten Bereichen haben die Trauernden die Möglichkeit, ihre Schalen und Gestecke zu platzieren. - © Anja Hanneforth, HK
Platz für Blumengrüße: Auf eigens dafür vorgesehenen gepflasterten Bereichen haben die Trauernden die Möglichkeit, ihre Schalen und Gestecke zu platzieren. (© Anja Hanneforth, HK)

Im vergangenen September begannen dann die ersten Arbeiten: die Wege wurden angelegt, die Grünflächen für die Urnen geschaffen, die Bäume gepflanzt, die Pflastersteine verlegt. „In der Zwischenzeit haben wir darüber nachgedacht, welche Art von Grabsteinen wir nehmen wollten. Gar nicht so leicht", erinnert sich Sabine Pajewski. Sind naturbelassene Steine schöner als geschliffene, große schöner als kleine, eckige schöner als runde? Am Ende fiel die Wahl auf heimischen, naturbelassenen Wesersandstein.

Ab sofort stehen also 32 Blöcke für je vier Beisetzungen und fünf Steleninseln für je 28 Beisetzungen zur Verfügung. Insgesamt sind damit in den nächsten Jahren 268 Urnenbestattungen auf dem neuen Feld möglich. Nachdem Ende vergangenen Jahres erst die Friedhofssatzung und dann die Gebührensatzung geändert wurde, konnten im Frühjahr die ersten Bestattungen auf dem neuen Feld vorgenommen werden.

Und das Angebot wird gut angenommen, freut sich Sabine Pajewski. Schlicht, aber stilvoll ist an den Stelen und Blöcken ein metallener Schriftzug mit Name, Geburts- und Sterbedatum des Toten angebracht.

Gepflegt wird die gesamte Anlage durch den Friedhofsgärtner Dietrich Meyer zur Heide, der ebenfalls seine Ideen in die Gestaltung einbringen konnte. Blumenschmuck wie Gestecke oder Schalen können auf eigens dafür vorgesehenen gepflasterten Bereichen abgestellt werden. „Das war uns sehr wichtig", betont Sabine Pajewski, die viel Verständnis dafür hat, wenn Trauernde ihren Verstorbenen einen Blumengruß mitbringen wollen.

Wie lange das neue Begräbnisfeld reichen wird, kann Sabine Pajewski nicht sagen. Derzeit hielten sich normale Beisetzungen und Urnenbeisetzungen in etwa die Waage, rund 100 Beerdigungen gäbe es auf dem Wertheraner Friedhof im Jahr. Gut möglich also, dass die Kirchengemeinde schon in wenigen Jahren ihr Urnenbegräbnisfeld erweitern muss. Was allerdings kein Problem wäre: gleich nebenan gibt es eine noch einmal 500 Quadratmeter große Wiese, die als Erweiterungsfläche in Frage käme.

Info
Friedhof öffnet seine Türen

Die evangelische Kirchengemeinde lädt am Sonntag, 16. September, zu einem Tag des offenen Friedhofs ein. Bürger haben Gelegenheit, an Führungen teilzunehmen und sich über die verschiedenen Bestattungsformen zu informieren. Bis dahin wird auch eine neue Broschüre fertig sein, die ausführlich über Wahlmöglichkeiten und Kosten Auskunft gibt.

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