Ein Fund, der Hundehaltern Sorgen macht

Max Maschmann

Der beste Freund des Menschen: Ihre Halter sind oft in Sorge um die vierbeinigen Begleiter. Erst recht, wenn in einem Beet vermeintlich Giftköder ausliegen. - © Foto: Pixabay
Der beste Freund des Menschen: Ihre Halter sind oft in Sorge um die vierbeinigen Begleiter. Erst recht, wenn in einem Beet vermeintlich Giftköder ausliegen. (© Foto: Pixabay)

Werther. Izzy braucht Auslauf an diesem Morgen, Dienstag, 17. Juli. Also geht es hinaus in die Böckstiegelstadt. Izzy, das ist die Mischlingsdame der Familie Bruelheide. Mit dabei sind Britta, ihr Mann Markus und das gerade erst elf Wochen alte Töchterchen. „Es war die erste große Runde an diesem Vormittag", sagt Markus Bruelheide gestern. Feste Zeiten, an denen die Familie täglich mit ihrem Vierbeiner unterwegs ist, gibt es zwar nicht, denn: „Der Hund lässt uns die Flexibilität." Aber die rund einen Kilometer lange Tour rund um das Wohngebiet Speckfeld, sei so etwas wie eine Standardrunde, bestätigt Markus Bruelheide.

Izzy, das muss man wissen, ist eine Hündin, die gerne sucht „und ihre Nase oft auf dem Boden hat", erklärt Markus Bruelheide, von Beruf Feuerwehrmann. In einem Beet eines Grundstücks im Speckfeld, das direkt an den Bürgersteig grenzt, macht Izzy an diesem Morgen nun eine relativ ungewöhnliche Entdeckung. In einer Reihe liegen dort etwa fünf Salamischeiben mit einem Durchmesser von jeweils gut fünf Zentimetern. „Sie waren schon angetrocknet", sagt Markus Bruelheide.

Izzy hat die Salami glücklicherweise nicht aufgenommen

Stutzig machen den Familienvater aus Werther aber die kleinen roten Punkte, die auf den einzelnen Salamischeiben zu sehen sind. „Es sah aus, wie ganz feines Granulat", berichtet Markus Bruelheide. Die erste Vermutung des Ehepaares: Könnte es sich bei den roten Punkten auf den angetrockneten Salamischeiben womöglich um Giftköder handeln? Um andere Hundehalter vor einer ganz bösen Überraschung zu bewahren, setzt Britta Bruelheide in der Facebook-Gruppe »Wenn du Wertheraner bist, dann...« einen Beitrag ab. „Achtung! Speckfeld Ecke Schlingweg liegen Giftköder in Form von schön gleichmäßig verteilten Salamischeiben", lässt die Lehrerin einer Grundschule aus Bünde die mehr als 2.100 Gruppenmitglieder wissen.

Ein spontaner Aufruf sei das gewesen, um auf diesem Weg möglichst viele Hundebesitzer zu alarmieren, sagt Markus Bruelheide gestern dem Haller Kreisblatt . Die empörten Reaktionen aus der Netzgemeinde auf diesen Verdacht lassen jedenfalls nicht lange auf sich warten. „Was für Kreaturen machen nur so etwas", fragt jemand. Ein anderer: „Wie krank muss man denn sein, um so etwas zu machen?" Um sicherzugehen, schaltet Familie Bruelheide auch die Polizei ein. „Sie sagten uns, dass sie hinfahren, und sich das Ganze ansehen werden", sagt Markus Bruelheide.

Bei Katharina Felsch, Pressesprecherin der Kreispolizeibehörde Gütersloh, ist ein solcher Einsatz allerdings nicht vermerkt. Generell, so erklärt die Pressesprecherin, komme es aber regelmäßig vor, dass sich Personen mit dem Verdacht von Giftködern in Wurstscheiben an die Beamten wenden würden. „Der Verdacht erhärtet sich aber nur selten", sagt Katharina Felsch. Izzy und ihre Familie hatten jedenfalls Glück: Die Hundedame hatte lediglich im Beet herumgeschnüffelt. „Wir haben sie den ganzen Tag über beobachtet, aber sie hat glücklicherweise nichts von den Wurstscheiben aufgenommen", sagt Markus Bruelheide. Und die vertrockneten Salamis? Die waren schon am nächsten Tag verschwunden.

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