Tönnies-Gegner sehen Maststall kritisch

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Ferkel Schweine Hausschwein - © Foto: HK
Ferkel Schweine Hausschwein (© Foto: HK)

Werther/Gütersloh. Seit gut einem Jahr gibt es das Bündnis gegen die Tönnies-Erweiterung. Der Plan des Fleischriesen, die Kapazitäten am Stammsitz Rheda-Wiedenbrück zu erweitern, stößt beim Bündnis auf Widerstand. Tönnies dagegen sieht die Erweiterung als wichtigen Schritt an, unternehmerische Planungssicherheit am Heimatstandort zu erlangen.

Nun bezieht das Bündnis auch Stellung zu einem möglichen neuen Schweinemaststall in Werther am Teutoburger-Wald-Weg. Wie berichtet hatte Anlieger Hartmut Figge erstinstanzlich Recht bekommen, als er gegen den Stall juristisch vorging. Nun deutet nach einem Ortstermin einiges darauf hin, dass das Oberverwaltungsgericht in zweiter Instanz anders entscheiden könnte – was der Rechtsauffassung des Kreises Gütersloh als Genehmigungsbehörde entsprechen würde. Auch eine privatrechtliche Einigung steht im Raum.

Das Bündnis wundert nicht, „wenn der Kreis Gütersloh keinerlei Bedenken gegen den neuen Schweinemaststall auf dem Hof Venghaus in Werther hat". Scheine doch Hartmut Figge allein zu stehen. „Dem ist aber nicht so", sagt das Bündnis und verweist auf den eigenen Kampf gegen die Tönnies-Erweiterung.

Dabei macht der Hof Venghaus selbst laut Bündnis nur einen ganz kleinen Teil der aus seiner Sicht problematischen Fleischindustrie aus. Vor allem im Vergleich zur geplanten Tönnies-Erweiterung: Hier würden zusätzlich eine Million Tiere jährlich geschlachtet. „Dazu bedarf es rund 500 neuer Mastställe in der Größenordnung Venghaus", sagt das Bündnis.

Vorschnelle Genehmigung wäre »grob fahrlässig«

Doch insgesamt gesehen stehe kaum eine Branche so für die Gefährdung und Ausbeutung von Mensch, Tier und Natur wie die Fleischindustrie. Das Bündnis nennt etwa die Rodung von Wäldern, die Zerstörung des Klimas, das Tierleid und den Einsatz von Antibiotika. Das Bündnis verweist auf die Ankündigung der Landesregierung, die NRW-Gewässer 2019 auf multiresistente Keime zu untersuchen. Das bundesweite Forschungsprojekt HyReKa führe zudem Untersuchungen von Gewässern auf multiresistente Keime durch.

Das Bündnis kommt somit auch in Hinblick auf den geplanten Maststall in Werther zu dem Schluss: „Es wäre grob fahrlässig, vor Abschluss der Untersuchungen und der öffentlichen Diskussion Erweiterungen von Schlachthöfen, Mastbetrieben und dazugehörigen Produktionsbetrieben zu genehmigen."

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