Die Gütersloher Tafel versorgt 38 Haushalte in Werther

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Lebensmittel für Bedürftige: Ausgabestellen in ganz Deutschland hat die Tafel, auf dem Themenbild ist eine Ausgabestelle in Essen zu sehen. In Werther profitieren derzeit 38 Haushalte von dem Angebot. - © Foto: Roland Weihrauch/dpa
Lebensmittel für Bedürftige: Ausgabestellen in ganz Deutschland hat die Tafel, auf dem Themenbild ist eine Ausgabestelle in Essen zu sehen. In Werther profitieren derzeit 38 Haushalte von dem Angebot. (© Foto: Roland Weihrauch/dpa)

Werther. Ein dickes Plus kalkulierte die Stadt Werther für die Einnahmen aus der Einkommenssteuer im laufenden Haushalt. 6,7 Millionen Euro sind für einen 11.000-Einwohner-Ort eine beeindruckende Summe. Keine Frage: Das Einkommensniveau ist hoch. Und dennoch: „Auch bei Ihnen hier in Werther gibt es Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind, weil ihre Einkünfte nicht ausreichen", erklärte Christiane Bröder von der Gütersloher Tafel.

Der Sozialausschuss der Stadt hatte die Tafel eingeladen, im Zuge einer Sitzung über ihr Engagement im Allgemeinen und in Werther im Besonderen zu berichten. Das tat Christiane Bröder. 100 bis 130 Tonnen Lebensmittel verteile die Gütersloher Tafel monatlich. Rund 180 Einzelsponsoren stellen die Waren zur Verfügung. Über 50 Stellen im Kreis Gütersloh läuft die Verteilung an die Kunden der Tafel. Eine davon ist in Werther.

38 Haushalte werden dort derzeit vom Team der Ehrenamtlichen versorgt. Wie eigentlich überall seien etwa 40 Prozent der Empfänger Kinder. Unter den Erwachsenen bilden Frauen im Rentenalter eine größere Gruppe, ebenso Frauen im Alter um 30 Jahre. Das zeigte das Diagramm, dass Christiane Bröder dem Ausschuss zeigte, deutlich. Und sie konnte das auch erklären. „Die Rentnerinnen sind oft Frauen, die sich um die Kinder gekümmert haben und nicht berufstätig waren. Wenn ihre Ehemänner dann vor ihnen versterben, reicht die eigene Rente oft nicht zum Leben." Bei den Frauen um die 30 handle es sich in erster Linie um Alleinerziehende.

Elternteile, meist Frauen, die sich allein um ihre Kinder kümmern, seien oft betroffen von Armut. Sie und auch die Gruppe der Rentner fielen in er Regel aus dem Rotationsprinzip der Tafel heraus. „Wir sind ja an und für sich kein Vollversorger, sondern bieten Hilfe zur Selbsthilfe", sagte Bröder. Deshalb gelte für den Fall, dass die Zahl der Kunden größer sei als die Menge der zu verteilenden Lebensmittel es sinnvoll erscheinen lasse, eine Rotation. In Zeiten schlechter Konjunktur und Beschäftigung habe die Tafel das System anwenden müssen, um allen gerecht zu werden.

Ein weiterer Transporter könnte helfen

2,50 Euro zahle ein erwachsener Kunde je Abholung. „Wir sorgen dafür, dass der Gegenwert der Waren, die er dafür bekommt, in etwa bei 15 Euro liegt", so Bröder. In Werther könnten über die Verteilung am Mittwochvormittag in der ehemaligen Ampelschule wöchentlich 42 Haushalte versorgt werden. Eine Warteliste gibt es deshalb derzeit nicht. Aber auch hier kennt man andere Zeiten.

Etwa die Ankunft der zahlreichen Flüchtlinge im Jahr 2015 habe die Tafel vor eine logistische Herausforderung gestellt, räumte Christiane Bröder auf Nachfrage ein. Man habe die Situation aber in den Griff bekommen. „Flüchtlinge sind uns herzlich willkommen. Wir kennen nur Kunden. Nationalitäten spielen bei uns keine Rolle", verdeutlichte Christiane Bröder die Haltung der Gütersloher Tafel.

Auf mögliche Schwachpunkte der Verteilung in Werther angesprochen, erklärten Mitglieder der örtlichen Gruppe, dass es vor allem der Transport der Lebensmittel aus dem Gütersloher Zentrallager nach Werther sei, der Probleme bereite. Zwar stelle der Verein Lebensbaum seit Jahren einen Bulli zur Verfügung, da passten manchmal aber einfach nicht alle Kisten rein. Ein leerer Transporter am Mittwoch zwischen 8 und 11 Uhr stehe auf der Wunschliste der Helfer.

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