Erneuter Streit um Windrad

Anja Hanneforth

Es bleibt spannend: Das Gros der Wertheraner Politiker lehnt das 200 Meter hohe Windrad an der Holzstraße ab, der Kreis wird es nach derzeitigem Ermessen aber wohl genehmigen. - © Foto: Anja Hanneforth
Es bleibt spannend: Das Gros der Wertheraner Politiker lehnt das 200 Meter hohe Windrad an der Holzstraße ab, der Kreis wird es nach derzeitigem Ermessen aber wohl genehmigen. (© Foto: Anja Hanneforth)

Werther . Schon einmal hat eine politische Mehrheit in Werther das geplante Windrad an der Holzstraße abgelehnt, und vermutlich wird sie es ein zweites Mal tun. Davon jedenfalls geht Bernhard Bußwinkel, Leiter der Bauabteilung beim Kreis Gütersloh, fest aus. Gehört werden die Ratsvertreter nach 2016 ein weiteres Mal, weil die Anlage mit einem anderen Generator ausgestattet werden soll als vormals beantragt. Auch wenn dies nicht zwangsläufig mit mehr Lärm gleichzusetzen ist, bedeutet es, dass der Kreis erneut das gemeindliche Einvernehmen der Stadt abfragen muss. Ob sie dies erteilen wird, ist mehr als zweifelhaft. Aufatmen können die Windrad-Gegner damit allerdings noch nicht. Denn eine Ablehnung seitens der Wertheraner Ratsvertreter heißt nicht, dass die Anlage nicht gebaut würde – auch, wenn sich das viele Bürger wünschen würden.

Anlieger werden auf eine Geduldsprobe gestellt

Für die unmittelbaren Anlieger des Standorts an der Holzstraße wird die Ungewissheit darüber, ob das von einer Oldenburger Firma beantragte 200-Meter-Windrad nun realisiert wird oder nicht, zur Geduldsprobe. Auch viele Politiker, genau wie zahlreiche Hägeraner und die Mitglieder vom Verein »Lebensraum Häger«, halten die Anlage an der exponierten Stelle für deutlich überdimensioniert.

Als es über Monate still um das Vorhaben wurde und es fast danach aussah, als ob der Antragsteller das Vorhaben möglicherweise aufgeben würde, atmeten die ersten bereits auf. Davon kann nun nicht mehr die Rede sein. „Ich gehe fest davon aus, dass die Firma bauen will", sagt Bußwinkel. Allein darum, da das Unternehmen inzwischen in erhebliche finanzielle Vorleistung getreten sei.

Dass das Windrad trotz zahlreicher Vorbehalte seitens Politik und Bevölkerung gute Chancen auf eine Genehmigung hat, steht für Bußwinkel außer Frage: „Ja, wir haben vor, die Anlage zu genehmigen", betont er, macht aber gleichzeitig deutlich, dass es noch Gesprächsbedarf gibt. Die Problematik der optisch bedrängenden Wirkung scheine nach derzeitigem Stand zwar „beherrschbar", dafür rückten die Themen Lärm und Schall ins Zentrum der Betrachtung.

Auslöser dafür ist das Vorhaben des Investors, einen anderen Generator als im ersten Antrag angegeben einzubauen. Da dieser im gewissen Rahmen andere Lärmwerte hat, wird eine neuerliche Bewertung notwendig. Die wird der Kreis mit entsprechender Sorgfalt vornehmen, denn: „Wir wollen uns mit unserer Entscheidung nicht angreifbar machen", so Bußwinkel. Es wird also noch eine Weile dauern, bevor aus Gütersloh das entscheidende Signal für ein Ja oder Nein der Anlage kommt. Zumal ein neues Lärmschutzgutachten und eine Umweltverträglichkeits-Vorprüfung nur einige der Unterlagen sind, die in der Sache beigebracht werden müssen.

Deutliche Mehrheit stimmte 2016 für Zurückstellung

Und auch die Stadt Werther hat noch einmal ein Mitspracherecht, was eine Genehmigung weiter in die Zeit schieben dürfte.

Zur Erinnerung: 2016 hatte sie nach einer deutlichen Mehrheitsentscheidung im Planungsausschuss bei der Unteren Immissionsschutzbehörde des Kreises die Zurückstellung des Windradbaus beantragt. Die war zwar am Ende unter Einschalten der Kommunalaufsicht abgelehnt worden, machte aber natürlich den Standpunkt der meisten Wertheraner Ratsmitglieder deutlich. Kaum anzunehmen, dass sich an deren Meinung etwas geändert hat .

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