Beim Umwelttag gut geschützt die Natur erlebt

BIRGIT NOLTE

Von der Evangelischen Stiftung Ummeln: Hans-Werner Kuban (von links), Mirko Bräunlein, Evelyne Jagiela, Klaus Gareis und Marcus Plump haben extra für den Umweltmarkt Küchenkräuter gezogen. - © Birgit Nolte
Von der Evangelischen Stiftung Ummeln: Hans-Werner Kuban (von links), Mirko Bräunlein, Evelyne Jagiela, Klaus Gareis und Marcus Plump haben extra für den Umweltmarkt Küchenkräuter gezogen. (© Birgit Nolte)

Werther. Am Wochenende informierten zahlreiche Fachleute, Vereine und Institutionen auf dem Pausenhof der Grundschule über den Klimawandel und was sich dagegen tun lässt. Der Klimawandel betrifft alle. So viel ist klar. Was man selbst im Kleinen und im Alltag dagegen tun kann, dafür gab es auf dem Pausenhof der Grundschule an der Mühlenstraße ganz viele Tipps.

Warum nicht damit anfangen, was man am Leibe trägt? Julia Güntzel hat die transparente und nachhaltige Lösung parat. Sie lässt aus Baumwolle aus kontrolliert biologischen Anbau schicke Jeansmode anfertigen. „Vom ersten Abrollen der Stoffe bis zum Abschneiden des letzten Fadens an den fertigen Produkten werden alle Arbeiten in unserer Bielefelder Manufaktur durchgeführt", erklärt die Unternehmerin, die ihre nach GOTS (Global Organic Textile Standard) angefertigten Stoffe von türkischen, französischen und italienischen Händlern bezieht. „Auch Deutsche sind darunter, aber wir sind noch zu klein, um alles von deutschen Händlern beziehen zu können", erläutert Julia Güntzel, die demnächst auch T-Shirts anbieten möchte.

Gut geschützt die Natur erleben

„Eierkartons können bis zu 20 Mal verwendet werden"

Natürlich ist genauso wichtig, womit der bewusste Verbraucher seinen Leib füttert. Am Stand des Bio-Hofes Maaß werden Interessierte fündig. Auf dem Hof hält die Familie unter anderem Glanrinder. „Die standen schon auf der Vorstufe zur roten Liste", berichtet Barbara Maaß, die das Fleisch unter anderem zu Gulasch verarbeitet und in Dosen anbietet. „Diese Dosen lassen sich schlecht wiederverwenden", räumt sie ein, hat aber einen Tipp rund um den Eierkauf parat: „Die Eierkartons können bis zu 20 Mal wiederverwendet werden."

Ebenfalls in die kulinarische Richtung geht das Angebot am Stand der Evangelischen Stiftung Ummeln. Das Team von der Waldheimat hat extra für den Umweltmarkt eine ganze Reihe Küchenkräuter gezogen. Petersilie ist genauso dabei wie Schnittlauch, Thymian, Zitronenmelisse oder Basilikum. „Italienische Kräuter müssen nicht unbedingt aus Italien importiert werden. Die wachsen auch in unserem heimischen Boden ganz wunderbar", findet Marcus Plum von den Tagesstrukturierenden Hilfen.

So sieht es auch Thomas Kastigen. Er baut in dem benachbarten Bielefeld-Babenhausen Bio-Wein an. „Es ist mehr so ein Hobby für mich und nach Feierabend habe ich keine Lust, noch Pestizide zu verspritzen", so Kastigen. An seinen Rebstöcken wachsen robuste Sorten wie Phönix Regent oder Muscaris. An ausgesprochene Wein-Gourmets richtet sich sein Produkt nicht. „Das soll es auch nicht", betont Kastigen. „Es sind ganz einfache, natürliche Weine, keine Industrieware."

Auf Zutaten aus der Region baut auch Asgard Knehans-Glaser. Unter dem Label FruchtFein kreiert sie unter anderem Marmeladen oder Sirup. Das meiste, was sie für ihre Kreationen braucht, wächst auf heimischen Wiesen und Feldern. Was auch für Bienen nicht unwichtig ist, die Gesamtschullehrer Matthias Wach den Besuchern näherbringt.

Weiteres wichtiges Thema ist die Fortbewegung. „Es muss nicht jeder Weg mit dem Auto zurückgelegt werden", betont Bürgermeisterin Marion Weike bei ihrer Begrüßung. BMW Hinzmann allerdings präsentiert mit Elektromotor betriebene Autos. Wer es schnittig mag, muss tief in die Tasche greifen: Knapp 140.000 Euro kostet das Modell. Deutlich günstiger ist die Fortbewegung mit dem Rad. Der Klima-Stammtisch zeigt, was bei Drahteseln alles angesagt ist. „Laufen ist natürlich auch noch eine Alternative", findet Marion Weike.

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