Politik befürwortet den Radwegeausbau

Anja Hanneforth

Viel Verkehr, abschüssiges Gelände: Schon lange wünschen sich die Wertheraner eine Entschärfung der Situation an der Haller Straße. Mit einer neuen Radwegekonzeption des Kreises Gütersloh könnte sie mittelfristig tatsächlich kommen. - © Anja Hanneforth
Viel Verkehr, abschüssiges Gelände: Schon lange wünschen sich die Wertheraner eine Entschärfung der Situation an der Haller Straße. Mit einer neuen Radwegekonzeption des Kreises Gütersloh könnte sie mittelfristig tatsächlich kommen. (© Anja Hanneforth)

Werther . Rat, Verwaltung und Bürgerschaft haben ihn viele Male gefordert: den Ausbau des Radwegenetzes von und nach Werther. Passiert ist bislang wenig. Jeder Meter Radweg kostet Geld, und das ist bei Stadt, Land und Bund bekanntlich nicht vorhanden. Jetzt scheint jedoch Bewegung in die Sache zu kommen. Der Kreis Gütersloh plant ein Alltagsradwegenetz, das Radfahren nicht nur für Freizeitsportler, sondern auch für Fahrten zum Arbeitsplatz attraktiver machen soll. Hauptamtsleiter Guido Neugebauer ist vorsichtig optimistisch: „Natürlich ist es bis zur Umsetzung noch ein weiter Weg. Aber ein solches Konzept ist zumindest ein Anfang."

Das sahen die Mitglieder des Ausschusses für Klimaschutz und Stadtentwicklung genauso. Sie hatten das Thema in ihrer jüngsten Sitzung am Mittwochabend auf dem Tisch. Dass sie einem Alltagsradwegenetz viel Gutes abgewinnen konnten, war kaum verwunderlich. Ob an Schröttinghausener, Jöllenbecker, Borgholzhausener oder Bielefelder Straße, viele Male haben sie hier den Vorstoß unternommen, einen Radweg realisiert und finanziert zu bekommen. Bislang ohne Erfolg.

Auf der Bürgermeisterkonferenz im November wurde nun die Absicht, ein Alltagsradwegenetz im Kreis zu entwickeln, erstmals vorgestellt. Ziel ist es, das Radfahren im Alltag interessanter zu machen, etwa für Einkaufsfahrten oder Fahrten zum Arbeitsplatz. Zusammen mit dem Ausbau des ÖPNV soll es auf diese Weise gelingen, den Auto-Individualverkehr auszubremsen. Das funktioniert allerdings nur, wenn es direkte und gute Verbindungen gibt. Ein erster Entwurf sieht ein Netz aller kreisangehörigen Kommunen mit den jeweiligen Nachbargemeinden vor. Nicht die schönsten, sondern die kürzesten Radwege stehen dabei im Vordergrund.

Erneute Forderung nach einem Radweg entlang der Haller Straße

Dass Werther hohes Potenzial hat und hier gern und viel Rad gefahren wird, steht außer Frage. Das zeigen schon die Teilnehmerzahlen der jährlichen Volksradtour, bei der mehrere hundert Bürger in die Pedale treten. Es wären wohl noch mehr, wären die Wege etwa nach Bielefeld, Borgholzhausen, Jöllenbeck oder Halle besser ausgebaut.

Vor allem der Weg nach Halle – oder besser der fehlende Weg – ist ein stetes Ärgernis. Weshalb er jetzt im Ausschuss noch einmal gesondert gefordert wurde; speziell für das Teilstück zwischen Ampelkreuzung und der Aufmündung zur Osningstraße. Für die etwa 700 Meter gibt es zwar in weiten Teilen einen Bürgersteig und einen Seitenstreifen; dennoch kommt es durch den vielen Verkehr und das abschüssige Gelände häufig zu brenzlichen Situationen. Ein separater Radweg würde hier Abhilfe schaffen. Bis Ende März hat Werther nun Zeit, Stellung zu beziehen und gegenüber dem Kreis eigene Wünsche zu äußern.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass neben dem Konzept des Kreises Gütersloh auch in Bielefeld Anstrengungen für ein besseres Radwegenetz unternommen werden. Und zwar über die Regiopolregion, zu der auch Werther zählt.

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