Heimische Landwirte und Umweltschützer fahren zu Demo auf der Grünen Woche

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Im Bild - von links: Barbara und Kerstin Maaß, Jens Jürgen Korff und Peter Michalke. - © Detlef Hans Serowy, HK
Im Bild - von links: Barbara und Kerstin Maaß, Jens Jürgen Korff und Peter Michalke. (© Detlef Hans Serowy, HK)

Werther. »Essen ist politisch« heißt es auf dem Plakat zur Demonstration anlässlich der »Grünen Woche« in Berlin am Samstag, 20. Januar. Dass diese These richtig ist, daran haben Barbara und Kerstin Maaß vom gleichnamigen Biohof in Werther sowie Peter Michalke und Jens Jürgen Korff vom Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) keinen Zweifel. Deshalb beteiligen sie sich um achten Mal an der Demo-Organisation. „Wir setzen wieder einen Bus nach Berlin ein", so Peter Michalke.

Es gehe darum, der Agrarindustrie die Stirn zu bieten, sagt Kerstin Maaß. Die Demonstration eines großen und bunten Bündnisses von Organisationen, Unternehmen und Verbänden steht einmal mehr unter dem Motto »Wir haben es satt«. Das ist durchaus wörtlich zu verstehen, dann den Aktiven hinter dem Protest brennen viele Themen auf den Nägeln. Gesundes und gentechnikfreies Essen, Bauernrechte überall, artgerechte Tierhaltung und weniger Fleischkonsum sowie ein gerechter Welthandel sind nur einige davon.

„Wir beobachten einen dramatischen Artenrückgang"

„Wir beobachten einen dramatischen Artenrückgang", betont Jens Jürgen Korff. Die Zahl der Kiebitz-Reviere in Bielefeld und im Kreis Gütersloh sei seit 2013 um 30 und 14 Prozent auf 753 zurückgegangen, berichtet der Vorsitzende der BUND-Regionalgruppe OWL. Noch 2007 habe es 1289 Reviere gegeben und seitdem sei ihre Zahl um 49 Prozent zurückgegangen.

Korff führt diese negative Entwicklung auf die zunehmende Besiedelung und auf die konventionelle Landwirtschaft zurück. Darüber hinaus kritisiert er die Belastung des Grundwassers durch Nitrat in der Folge von hohem Gülleeintrag aus der intensiven Tierhaltung. Besonders in den Kreisen Minden-Lübbecke und Gütersloh gebe es zahlreiche Meßstellen, an denen der Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter überschritten werde. „Dann müssen die Wasserwerke anderes Wasser zumischen, damit es weiter getrunken werden kann."

Auf diese und weitere Missstände wollen die Demonstranten in Berlin hinweisen. „Auf der Internationalen Grünen Woche treffen sich Agrarminister aus vielen Ländern und denen wollen wir unsere Forderungen übergeben", erklärt Landwirtin Kerstin Maaß. Rund 20 000 Teilnehmer gab es im vergangenen Jahr und diese Zahl soll in diesem Jahr wieder erreicht werden. „Wir hatten 2017 allein 130 Traktoren dabei."

Der BUND setzt einen Bus zur Demonstration ein. Um 5.45 Uhr beginnt die Fahrt am ZOB in Werther. Weitere Stationen sind der Bielefelder Hauptbahnhof um 6.10 und der Herforder Bahnhof um 6.35 Uhr. Anmeldungen sind unter Tel. (05 21) 30 43 69 87 oder jens.korff@bund.net per Mail möglich. Die Rückfahrt beginnt um 16 Uhr, für die Fahrt wird ein Kostenbeitrag fällig.

In Berlin wollen sich die Demonstranten besonders am Wirtschaftsministerium bemerkbar machen. „Da treffen sich Agrarminister aus der ganzen Welt und die sollen uns hören", sagt Kerstin Maaß. Mit Kochtöpfen und -löffeln wollen die Aktiven deshalb gegen 12.30 Uhr Alarm schlagen für eine zukunftsfähige Agrar- und Ernährungspolitik. Die Abschlusskundgebung ist ab 13.30 Uhr am Brandenburger Tor.

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