Lebensraum Häger hält Bau eines zweiten Windrads für rechtswidrig

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Sie steht schon: Die Windkraftanlage auf dem Hof Surmann ist seit einiger Zeit in Betrieb. Der Lebensraum Häger fürchtet den Bau einer zweiten und hält sie für rechtlich fragwürdig. - © Anja Hanneforth
Sie steht schon: Die Windkraftanlage auf dem Hof Surmann ist seit einiger Zeit in Betrieb. Der Lebensraum Häger fürchtet den Bau einer zweiten und hält sie für rechtlich fragwürdig. (© Anja Hanneforth)

Werther-Häger (HK/clam). Während die Oldenburger Firma Projekt Ökovest GmbH, die das Windrad in Häger bauen lassen will, bei ihren Plänen noch nachbessern muss, bringen sich jetzt auch die Gegner der Anlage wieder in Stellung. Der Verein Lebensraum Häger trifft sich am kommenden Donnerstag, 30. November, um 19 Uhr bei Weinhorst zu einer erweiterten Vorstandssitzung. Im Grundsatz wird es dabei um die Rechtmäßigkeit des Windradbaus gehen.

Lebensraum Häger hält eine Baugenehmigung für das Windrad, die der Kreis Gütersloh möglicherweise schon in Kürze erteilen wird, nämlich für „klar rechtswidrig“. Der Grund: Die voraussichtlich 207 Meter hohe Windkraftanlage würde nach Darstellung des Vereins zirka 25 Meter in eine Grundstücksfläche hineinragen, für die kraft Bebauungsplan eine Windrad-Höhenbegrenzung von 80 Meter gelte.

„Wir hoffen, auf die aktuelle Sichtweise des Kreises Einfluss nehmen zu können“

Wie berichtet, hatte die Stadt Werther vor ziemlich genau einem Jahr beim Kreis einen Zurückstellungsantrag für die Baugenehmigung gestellt. Dem entsprach der Kreis Gütersloh jedoch nicht. Die Behörde sei „rechtlichen Argumenten wenig zugänglich“, urteilt nun Lebensraum Häger und sieht sich im Interesse der Vereinsmitglieder und der stark betroffenen Anwohner gezwungen, die Öffentlichkeit über diese Besonderheiten zu informieren.

„Wir hoffen, damit auf die aktuelle Sichtweise des Kreises Gütersloh Einfluss nehmen zu können“ heißt es vonseiten des Lebensraums Häger. Der Verein regt an, dass der Kreis die mehrfach von unterschiedlichen Stellen aufgeworfenen rechtlichen Fragen vor Erteilung einer Baugenehmigung durch eine unabhängige Institution oder durch einen kompetenten Verwaltungsjuristen abschließend klären lässt. Andernfalls hält sich der Verein eine Klage vorm Verwaltungsgericht vor und hält diese auch vonseiten weiterer betroffener Bürger für möglich.

Durch die Errichtung der geplanten Windkraftanlage würden die Einwohner von Häger insbesondere durch Lärm, Schattenschlag und aufgrund der starken optischen Bedrängung deutlich beeinträchtigt. Bernhard Bußwinkel, Leiter der Bauabteilung des Kreises, hatte gegenüber dem Haller Kreisblatt gerade bei letztgenanntem Punkt Nachbesserungen von Projekt Ökovest gefordert. Damit die Genehmigung schnell gehe, so Bußwinkel, müsse der Mindestabstand zur Wohnbebauung bei einem 200 Meter hohen Windrad mindestens 600 Meter betragen. Diese Distanz werde in Häger nicht eingehalten. Folge: Die Firma muss Unterlagen beibringen, wie sie das Problem zu lösen gedenkt. Lägen die vor, so Bußwinkel, könne es jedoch schnell gehen.

Lebensraum Häger wird das ungern hören. Seine Befürchtung: Häger könnte dauerhaft – inklusive Jöllenbecker Anlage und einer weiteren möglichen Anlage am Sportplatz – von Windrädern umzingelt werden und als Wohnort für bauwillige Interessenten unattraktiv werden.

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