500 Jahre Reformation: Tür auf zum großen Jubiläum

Anja Hanneforth

An so einem Kirchenportal soll es passiert sein: Luther, seine Thesen und das, was sie ausgelöst haben, stehen im Mittelpunkt des Festakts zum Reformationsjubiläum am 31. Oktober. Die Vorbereitungen für Hanns Lindemann und Dr. Werner Glenewinkel vom Klimastammtisch sowie die Pastoren Hartmut Splitter, Holger Hanke und Inga Schönfeld laufen auf Hochtouren. - © Foto: Anja Hanneforth
An so einem Kirchenportal soll es passiert sein: Luther, seine Thesen und das, was sie ausgelöst haben, stehen im Mittelpunkt des Festakts zum Reformationsjubiläum am 31. Oktober. Die Vorbereitungen für Hanns Lindemann und Dr. Werner Glenewinkel vom Klimastammtisch sowie die Pastoren Hartmut Splitter, Holger Hanke und Inga Schönfeld laufen auf Hochtouren. (© Foto: Anja Hanneforth)

Werther. »Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen«: Ob dieser Satz wirklich von Martin Luther stammt? Fachleute hegen Zweifel. Trotzdem eine schöne Vorstellung. Und selbst wenn nicht: Die evangelische Kirchengemeinde nimmt die Aussage wörtlich und wird beim Festakt zum Reformationsjubiläum am Dienstag, 31. Oktober, als Zeichen der Zuversicht einen Apfelbaum pflanzen. Einer von zahlreichen Programmpunkten an diesem geschichtsträchtigen Tag.

Vor weit über einem Jahr haben in der Kirchengemeinde erste Überlegungen begonnen, wie sich 500 Jahre Reformation inhaltlich würdigen lassen. Eine Fülle von Veranstaltungen waren das Ergebnis. Es gab Lesungen, Konzerte, historische und geistliche Vorträge, rund 40 an der Zahl. Zum Abschluss soll es nun einen großen Festakt geben. Und zwar auf den Tag genau 500 Jahre, nachdem Luther seine Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg genagelt hat.

Beginn ist um 11 Uhr mit einem Gottesdienst. Beteiligt sein werden alle drei Wertheraner Pfarrer, außerdem Pastorin Inga Schönfeld, dazu die Posaunenchöre aus Werther und Langenheide, der Kirchenchor, Vertreter des Presbyteriums sowie zahlreiche Ehrenamtliche. Im Mittelpunkt wird der berühmte Apfelbäumchen-Satz stehen. „Der immer Luther zugeschrieben wird", wie Pfarrer Holger Hanke noch einmal betont. „Ob er ihn allerdings wirklich gesagt hat, lässt sich wohl kaum mehr verifizieren."

Angebracht sei er allemal, finden die Organisatoren des Festakts, setze er doch ein Zeichen des Friedens und der Hoffnung. Die Idee kam indes von ungeahnter Seite: vom Wertheraner Klimastammtisch. Er regte an, ob man sich nicht im Hinblick auf das Reformationsjubiläum auf diesen Satz berufen und einen Jubiläumsbaum pflanzen könnte.

Losung verspricht:„Die Reformation geht weiter"

Hanns Lindemann und Dr. Werner Glenewinkel begründen, warum: „Der Baum steht als Zeichen für das Leben und die Schöpfung, die zu schützen und zu erhalten unsere Aufgabe ist." Gleichzeitig stehe der Baum als Mahnung, auch in Zukunft eine lebenswerte Umwelt zu erhalten. Damit werde auch der Gedanke der Losung aufgegriffen, die in großen Lettern über dem Wertheraner Gemeindehaus steht: „Die Reformation geht weiter."

Mit ihrem Vorschlag, einen Apfelbaum zu pflanzen, wandte sich der Klimastammtisch an das Presbyterium – und rannte offene Türen ein. „Eine tolle Idee", finden Holger Hanke und Hartmut Splitter. Unmittelbar im Anschluss an den Jubiläumsgottesdienst soll der Baum, ein Dülmener Rosenapfel, auf dem Gelände der Kita Im Viertel eine neue Heimat finden.

Bei der Pflanzaktion sind Gäste ebenso willkommen wie beim anschließenden Mittagessen im Gemeindehaus und dem etwa eineinhalbstündigen Programm mit einem Theaterstück der evangelischen Waldheimat, mit Text- und Musikbeiträgen, das folgt. Die Feierlichkeiten zum Reformationsjubiläum enden gegen 15 Uhr.

Info
Inga Schönfeld verlässt Werther

Ein gutes Jahr lang war Inga Schönfeld Pastorin im Entsendungsdienst in Werther. Sie hat die drei örtlichen Pfarrer bei ihren alltäglichen Aufgaben unterstützt, aber auch eigene Schwerpunkte im St. Jacobistift und der Arbeit mit Kindern gesetzt. Der Festgottesdienst zum Reformationsjubiläum wird der letzte große Termin der 33-Jährigen sein, bevor sie Ende des Jahres Werther verlässt und zu einer festen Pfarrstelle nach Unna wechselt.


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