Werther32 Künstler kommen zur "Hofkunst" nach Häger

Anja Hanneforth

Es wird kreativ: Sabine Klupsch (links), Rolf Stahr und Bri Lapke (rechts) präsentieren ihre Arbeiten bei der 9. Sommerausstellung von Gastgeberin Irmgard Wiesbrock in Häger (Zweite von links). - © Foto: Anja Hanneforth
Es wird kreativ: Sabine Klupsch (links), Rolf Stahr und Bri Lapke (rechts) präsentieren ihre Arbeiten bei der 9. Sommerausstellung von Gastgeberin Irmgard Wiesbrock in Häger (Zweite von links). © Foto: Anja Hanneforth

Werther-Häger. Irmgard Wiesbrock arbeitet zwar lieber allein. Allerdings holt sie sich regelmäßig Rat und lässt jemand Neutrales auf ihre Arbeiten schauen. Da haben es Bri Lapke, Sabine Klupsch und Rolf Stahr leichter. Sie betreiben in Münster gemeinsam die Bildhauerwerkstatt, „und das befruchtet ungemein", sind sich die drei einig. Immer sei jemand da, der die eigenen Arbeiten mit neutralem Blick bewerte und die Rolle des Betrachters einnehme. Doch ob allein oder in einer Ateliergemeinschaft: Kreativ sind sie alle, und das werden sie bei der »Hofkunst« am 2. und 3. September in Häger auch unter Beweis stellen.

Es ist die inzwischen 9. Sommerausstellung, die Irmgard Wiesbrock auf ihrem herrlich gelegenen Grundstück Auf der Bleeke 41 veranstaltet. Wieder hat sie es geschafft, eine Fülle verschiedener Künstler nach Häger zu holen, die eine ebenso große Fülle von Arbeiten mitbringen wird. Aus Stein und Metall, Holz und Keramik, auf Leinwand und Papier, groß und klein, für draußen und drinnen, zum Hinstellen und Gebrauchen. Die Abwechslung macht den Reiz der »Hofkunst« aus, das wissen auch die Besucher.

Neben zahlreichen Künstlern aus dem Bielefelder Raum, aus Hamburg oder Bremen sind mit Bri Lapke, Sabine Klupsch und Rolf Stahr auch drei Künstlerkollegen aus Münster mit dabei. Sie arbeiten zwar gemeinsam in einer Bildhauerwerkstatt, ihre Werke und ihre Herangehensweisen sind dennoch ganz verschieden. Rolf Stahr erschafft Skulpturen und Windspiele aus Stein und Metall, Bri Lapke Objekte aus Keramik und Draht, Sabine Klupsch Plastiken vornehmlich aus Holz.

„Natürlich haben wir gewisse Schnittmengen", erzählt Sabine Klupsch, was auch nicht ausbliebe, wenn man in einem Atelier zusammenarbeiten würde. Schließlich nehme man Anteil am Wirken der anderen, sei hautnah an den Entstehungsprozessen beteiligt. Dieser tägliche Austausch bringe aber auch die eigene Arbeit voran, „das Bereichernde passiert quasi nebenbei". Man schaue, was der andere macht, und lasse sich dadurch inspirieren.

Auch Kritik an den eigenen Arbeiten sei durchaus erlaubt und sogar erwünscht. „Ich empfinde das gar nicht als negativ, eher als Gewinn", betont Bri Lapke. Manchmal käme man mit einem Objekt ins Stocken, da helfe ein neutraler Blick von außen. Dass es ohnehin kein Richtig oder Falsch, kein Schwarz oder Weiß in der Kunst gibt, macht Rolf Stahr deutlich: „Kunst ist immer ein Weg, ist immer im Fluss. Und Schönheit liegt ja ohnehin im Auge des Betrachters." Überhaupt, betonen alle drei, hätten sie in ihrer Werkstatt inzwischen eine tolle Diskussionskultur entwickelt.

Und diskutieren: Das möchten Bri Lapke, Sabine Klupsch und Rolf Stahr auch mit den Besuchern der Sommerausstellung in Häger. Sie freuen sich auf einen gewinnbringenden Austausch – und vielleicht neue Inspirationen für ihre weitere Arbeit.

Die »Hofkunst« findet am Samstag und Sonntag, 2. und 3. September, bei Irmgard Wiesbrock Auf der Bleeke 41 in Häger statt. Besucher sind an beiden Tagen jeweils von 11 bis 18 Uhr willkommen, für das leibliche Wohl ist mit Kaffee, Kuchen und Getränken gesorgt. Für Kinder – und gern auch Erwachsene – bietet der Verein »Primelgrün« eine Holzschnitzaktion an. Die Gastgeberin bittet alle Hundehalter, ihre Tiere nicht mit nach Häger zu bringen.