Keine Chance für Kiffer: Polizei klärt am Evangelischen Gymnasium auf

Ekkehard Hufendiek

Experten: Lars Riemeier von der Caritas und Vanessa Ogan von der Kriminalpolizei sind gegen Kiffen. - © Foto: Ekkehard Hufendiek
Experten: Lars Riemeier von der Caritas und Vanessa Ogan von der Kriminalpolizei sind gegen Kiffen. (© Foto: Ekkehard Hufendiek)

Werther. „Innerhalb von drei Herzschlägen ist der Stoff im Gehirn – es knallt", sagt Vanessa Ogan. Die Kriminalpolizistin im Kreis Gütersloh warnt zusammen mit Lars Riemeier von der Sucht- und Drogenhilfe der Caritas vor dem Kiffen. Das Referententeam duzt sich und ist sich offensichtlich einig: »Keine Chance für Kiffer«. Sie zeigen das Bild eines tödlichen Autounfalls, dessen Risiko sich bei Cannabiskonsum verdoppele.

Zudem geben Sie den Eltern eine scheinbar noch schlimmere Nachricht mit auf den Nachhauseweg: Tägliches Kiffen senkt die Chancen auf den Schulabschluss. Schulleiterin Barbara Erdmeier hat zuvor die Eltern in der Mensa des Evangelischen Gymnasiums mit einer konkreten Bestandsaufnahme vertraut gemacht: „Wir haben den Eindruck, dass Cannabis an unserer Schule eine gewisse Rolle spielt", sagt sie zum Auftakt. Das sei jedoch an jeder weiterführenden Schule so und ließe sich nicht verhindern. „Es gibt keine drogenfreie Schule", stellt Erdmeier fest.

„Bedeutendste illegale Droge"

„Cannabis ist die bedeutendste illegale Droge unter Jugendlichen", bestätigt Lars Riemeier. „Was können Sie präventiv machen?", fragt er dann die Eltern und wartet mit der Antwort bis zum Schluss des eineinhalbstündigen Gemeinschaftsvortrages. Vorher warnt Vanessa Ogan vor einer bis vor kurzem möglichen Umgehung der Illegalität; denn ab dem 26. November ist das »Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz« in Kraft getreten. Das heißt, auch die Verbreitung und der Konsum von künstlich hergestelltem cannabisähnlichen Wirkstoffen ist seitdem strafbar.

Zwischendurch heben hinten im Saal zwei offenbar kenntnisreiche Jugendliche ihre Hand, um Fragen zu stellen. Etwa nach der vergleichbaren Gefährlichkeit durch Alkoholmissbrauch oder nach der langsam zunehmenden gesellschaftlichen Legalisierung des Kiffens, wie Beispiele in einigen anderen Ländern zeigten. „Ich würde nicht davon ausgehen, dass sich die Drogenpolitik wesentlich ändert", beruhigt hingegen Riemeier die Eltern. Er und Vanessa Ogan gehen geduldig auf jede Frage ein.

Die Empfehlungen des Expertenduos an die Eltern allerdings liefern ewig gültige Einsichten wie etwa »Seien Sie einfühlsam«, »Seien Sie konsequent« oder »Seien Sie gnädig mit sich«. Tipp Nummer neun lautet: »Holen Sie sich Rat« – „am besten bei den Jugendlichen", kommentierte ein offensichtlich enttäuschter Vater hinter vorgehaltener Hand.

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