Pikeur investiert Millionen

Sportsponsoring Vertragsabschluss

Anja Hanneforth

Millionenschwere Co-Produktion: Ab sofort stattet die Firma Pikeur aus Werther deutsche Pferdesportler in fünf Reitsportdisziplinen für Olympia, Europa- und Weltmeisterschaften aus. Darüber freuen sich – von links: Juniorchef Markus Brinkmann, sein Onkel Klaus Brinkmann, Dressur-Ikone Isabell Werth, Vielseitigkeits-Talent Julia Krajewski, Springreiter Marco Kutscher sowie Dr. Dennis Peiler vom Deutschen Olympiade-Komitee für Reiterei. - © Foto: Anja Hanneforth
Millionenschwere Co-Produktion: Ab sofort stattet die Firma Pikeur aus Werther deutsche Pferdesportler in fünf Reitsportdisziplinen für Olympia, Europa- und Weltmeisterschaften aus. Darüber freuen sich – von links: Juniorchef Markus Brinkmann, sein Onkel Klaus Brinkmann, Dressur-Ikone Isabell Werth, Vielseitigkeits-Talent Julia Krajewski, Springreiter Marco Kutscher sowie Dr. Dennis Peiler vom Deutschen Olympiade-Komitee für Reiterei. (© Foto: Anja Hanneforth)

Werther/Halle. Es kostet viele Millionen Euro und ist das größte Sportsponsoring in der Geschichte des Unternehmens: Pikeur aus Werther wird in den nächsten acht Jahren die deutschen Championatsreiter in fünf Pferdesportdisziplinen ausstatten. Der Vertrag mit dem Deutschen Olympiade-Komitee für Reiterei (DOKR) aus Warendorf wurde jetzt unterschrieben.

Herausforderung: Die Firma Pikeur nimmt am Firmensitz am Esch einen zweistelligen Millionenbetrag in die Hand und plant ein vierstöckiges Logistikzentrum. Firmenchef Wolfgang Brinkmann zeigt anhand eines vorläufigen Planes die genaue Lage. - © Foto: Anja Hanneforth
Herausforderung: Die Firma Pikeur nimmt am Firmensitz am Esch einen zweistelligen Millionenbetrag in die Hand und plant ein vierstöckiges Logistikzentrum. Firmenchef Wolfgang Brinkmann zeigt anhand eines vorläufigen Planes die genaue Lage. (© Foto: Anja Hanneforth)

Die Zahlen, die gestern anlässlich einer Pressekonferenz im Haller Sportpark-Hotel genannt wurden, lesen sich beeindruckend: Allein 2017 wird Pikeur 525 Personen mit fast 5300 Einzelteilen einkleiden. Darunter die Crème de la Crème der Spring- und Dressurszene sowie die besten Fahrer, Vielseitigkeits- und Para-Reiter des Landes. Bislang hatte Pikeur lediglich die Springreiter und Fahrer mit Mode made in Werther bestückt.

Jetzt kommen drei weitere Disziplinen hinzu, außerdem Kadermitglieder der Junioren und Jungen Reiter sowie Bundestrainer, Equipechefs, Mannschaftstierärzte, Pfleger und die Offiziellen des DOKR. Für alle gibt es Jacken, Hosen, Westen, Polohemden, Strümpfe, alles maßgeschneidert, alles frei Haus. Ein riesiger logistischer Aufwand, den die Mitarbeiter von Pikeur erst einmal stemmen müssen.

Info

Baustart für Logistikzentrum noch in diesem Jahr

• Die Firma Pikeur wächst weiter. Am Unternehmenssitz im Esch soll in den nächsten Jahren für einen mehrstelligen Millionenbetrag ein großes Logistikzentrum entstehen. Das erläuterte Firmenchef Wolfgang Brinkmann gestern am Rande der Pressekonferenz im Gespräch mit dem Haller Kreisblatt. Man sei inzwischen an die Grenze des Machbaren gestoßen und müsse dringend investieren. Noch in diesem Jahr soll der Bauantrag gestellt und mit dem Bau begonnen werden. Entstehen werde eine viergeschossige Halle, genau dort, wo sich früher einmal der Edeka- und Aldi-Markt befunden haben. Jede Etage habe eine Nutzfläche von rund 4000 Quadratmetern. Mitte/Ende 2018, so der Plan, solle das neue Logistikzentrum in Betrieb gehen. Aufwendiger als der Baukörper sei allerdings die Technik, die im neuen Gebäude verbaut wird, beschreibt Wolfgang Brinkmann.

• Das Unternehmen beschäftigt derzeit insgesamt rund 130 Mitarbeiter, 80 an den Standorten Herford und Uchte sowie gut 50 in Werther. Die Umsatzsteigerungen der vergangenen Jahre sind beachtlich, seit drei Jahren liegen die Zuwächse im zweistelligen Bereich. Fast 50 Prozent der Produkte werden exportiert, zu kaufen sind sie in 65 Ländern.

Gut überlegte Entscheidung

„Und den wir uns gut überlegt haben", beschreibt Firmenchef Klaus Brinkmann. Er verhehlt nicht, dass ihm die Entscheidung manches Mal Schweißtropfen auf die Stirn getrieben hat. Denn eine unmittelbare Gegenleistung für das Millionen-Sponsoring gibt es nicht. In letzter Konsequenz geht es darum, sich optimal am Markt zu positionieren und Reitmode an den Endverbraucher zu verkaufen.

Damit sich die Investition also rechnet, will, muss Pikeur Erfolge sehen. Die dürften bei der Klasse der deutschen Nationenpreisreiter allerdings nicht auf sich warten lassen. Dennoch sind die Ziele hoch gesteckt. Dr. Dennis Peiler, Geschäftsführer des DOKR, erläutert, wie hoch: „Die Firma Pikeur ist die weltweite Nummer eins der Reitmodenhersteller. Und wir wollen die Reitsportnation Nummer eins in der Welt werden."

Bescheidenheit sieht anders aus. Wer allerdings gestern das hochklassige Podium im Haller Sportparkhotel sah, erkennt schnell, dass Deutschland schon heute im weltweiten Vergleich ganz oben liegt. So erstreckt sich allein der Medaillenspiegel der Championatsreiter wie Isabell Werth oder Marco Kutscher über mehrere DIN-A 4-Seiten. Und die Liste soll noch wachsen, daran lassen auch die beiden Bundestrainer im Springen und der Dressur, Otto Becker und Monica Theodorescu, keinen Zweifel. In diesem Jahr sind beim Weltcup-Finale in den USA und bei den Europameisterschaften in Göteborg weitere Medaillen Pflicht.

Dass sie in Reitsportbekleidung der Marke Pikeur eine gute Figur abgeben, haben die Spitzenreiter gestern jedenfalls schon einmal unter Beweis gestellt. Genau wie Lisa Müller, Ehefrau von Fußball-Nationalspieler Thomas Müller, und weitere prominente Models, als sie am Abend auf einer Modenschau die neueste Kollektion für die Herbst-Winter-Saison 2017 präsentiert haben.

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