Noch ein Windrad für Werther?

200 Meter hohe Anlage an der Holzstraße geplant

Anja Hanneforth

Bald vielleicht noch eins: Das Windrad auf dem Hof Surmann ist gerade fertig, da werden die Planungen für ein weiteres an der Holzstraße bekannt. Die Anlage des Herstellers Vestas hätte ähnliche Ausmaße und könnte vielleicht schon Anfang 2017 gebaut werden. - © Foto: Anja Hanneforth
Bald vielleicht noch eins: Das Windrad auf dem Hof Surmann ist gerade fertig, da werden die Planungen für ein weiteres an der Holzstraße bekannt. Die Anlage des Herstellers Vestas hätte ähnliche Ausmaße und könnte vielleicht schon Anfang 2017 gebaut werden. (© Foto: Anja Hanneforth)

Werther-Häger. Das Windrad von Familie Surmann an der Rotenhagener Straße wird vielleicht nicht das einzige in Werther bleiben. Die »Projekt Ökovest GmbH« mit Sitz in Oldenburg hat jetzt einen Bauantrag zur Errichtung einer weiteren Anlage beim Kreis Gütersloh eingereicht.

Errichtet werden soll sie in Häger zwischen Schröttinghausener Straße und Holzstraße, dort also, wo vor Jahren schon einmal eine Anlage geplant war. Das Windrad soll eine Gesamthöhe von 200 Metern haben, eine Nabenhöhe von 137 Metern, Rotorblätter von knapp 62 Metern Länge und eine Leistung von 3,45 Megawatt.

Gerüchte, dass an dieser Stelle ein Windrad gebaut werden soll, kursieren schon seit einer ganzen Weile. Über Jahre befand sich hier eine sogenannte Windvorrangfläche. Sie war von der Politik im Flächennutzungsplan festgeschrieben worden, um sicherzustellen, dass nur hier Windkraftanlagen gebaut werden könnten und es nicht zu einer Verspargelung der Landschaft käme.

Info

Der Investor

Die »Projekt Ökovest GmbH« wurde 1996 gegründet und gehört zur Projekt-Firmengruppe mit Sitz in Oldenburg. Diese plant, realisiert und finanziert seit 20 Jahren Windenergieprojekte sowohl On- als auch Offshore. Die »Ökovest« selbst initiiert, finanziert und verwaltet zudem eigene Projekte im Bereich erneuerbarer Energiesysteme und nachhaltiger Forstwirtschaft. Bis heute hat das Unternehmen Anlagen mit einer Leistung von mehr als 650 Megawatt umgesetzt, darunter auch eine Reihe von Bürgerwindparks.

Im März dieses Jahres hatte der Rat der Stadt dann mehrheitlich die Aufhebung der Vorrangfläche beschlossen, um den Weg frei zu machen für das Windrad auf dem Hof Surmann. Jetzt soll also auch an der Holzstraße gebaut werden.

Gesamthöhe von 200 Metern

„Es stimmt", bestätigt Kirsten Smit-Wiechelt von der »Projekt GmbH«. Geplant sei die Anlage V-126 des dänischen Herstellers Vestas mit einer Gesamthöhe von 200 Metern. Anders als bei der Enercon-Anlage von Familie Surmann würden keine Betonteile verbaut; der Turm bestünde ausschließlich aus Stahlrohren, wirke daher weniger massiv.

Und die Planungen für Werthers zweites Windrad sind weit fortgeschritten. Die Grundstücksverhandlungen seien abgeschlossen, so Kirsten Smit-Wiechelt, die Gutachten über Schall und Schattenwurf lägen bereits zur Vorprüfung beim Kreis Gütersloh vor, alle weiteren Unterlagen müssten nur noch zusammengestellt und dem Kreis übergeben werden. Dies passiere vielleicht noch in diesem, sonst im nächsten Monat. Gehe man von einer dreimonatigen Genehmigungszeit aus, könne der Kreis möglicherweise noch in diesem Jahr grünes Licht geben. Im besten Fall hieße dies, dass bereits Ende Februar/Anfang März 2017 mit dem Bau begonnen werden könnte.

„Der Standort an der Holzstraße ist ein guter Standort", sagt Kirsten Smit-Wiechelt. Die Bauingenieurin erläutert, dass die »Projekt GmbH« das Windrad selbst betreiben werde. Grundsätzlich eigne sich die Anlage allerdings auch als Bürgerwindrad, an dem sich mehrere Investoren vor Ort beteiligen könnten. „Wir sind in dieser Hinsicht völlig offen und werden sehen, was sich ergibt."

Höhenbegrenzung von 80 Metern geschickt umgangen

Möglichen Konflikten, was den Standort Holzstraße angeht, will das Unternehmen unbedingt aus dem Weg gehen. So muss man wissen, dass für große Teile des Areals ein Bebauungsplan gilt. Ihn hatte die Politik seinerzeit aufgestellt, um beispielsweise Höhenbegrenzungen für potenzielle Windräder vornehmen zu können. Noch immer darf innerhalb des Bebauungsplans ein Windrad nicht höher als 80 Meter sein.

„Schon vor geraumer Zeit haben wir bei der Stadt einen Antrag auf Aufhebung gestellt", so Kirsten Smit-Wiechelt. Eine Rückmeldung habe sie bis heute nicht erhalten. Daher habe man das Windrad, zumal es die Abstände zur umliegenden Bebauung erlauben würden, einfach neben den Bebauungsplan gelegt.

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